Die unterschiedlichen Farbvarianten von Gold


In der Welt der Luxusuhren begegnet uns Gold in den unterschiedlichsten Varianten. Mal bereichert es ein Armband mit goldgelb glänzenden Facetten, mal lässt es ein Gehäuse in einem geheimnisvollen Rot erstrahlen. Im Folgenden werfen wir einen Blick auf die Eigenschaften des Elements, das wie kein anderes die Menschheit beeindruckt hat. Darüber hinaus wollen wir erfahren, wie das Beimischen von anderen Metallen auf die Kolorierung sowie die Konsistenz der Goldlegierungen einwirkt und welche Methoden bei einer Vergoldung angewendet werden.

Gold als reines Naturprodukt

Gold wird auch als gediegenes Metall bezeichnet, da es als reines chemisches Element in der Natur auftaucht. Im Periodensystem der Elemente hat es die Ordnungszahl 79 und das Symbol „Au“ (lat. Aurum = „das Gold“). Die Seltenheit von Gold verdeutlicht der Anteil an der Erdkruste, welcher einem Verhältnis von 4 Gramm je 1000 Tonnen Gestein entspricht. Abgebaut wird Gold jedoch in den seltensten Fällen als reines Produkt, sondern vielmehr als vermischtes Golderz.

So beispielsweise im Witwatersrand-Goldfeld in Südafrika, dem größten Abbaugebiet der Welt. Neben der Seltenheit ist die besondere Beständigkeit ein entscheidender Grund für die Beliebtheit, aber auch den hohen Wert des Edelmetalls. Da Gold nicht korrodiert, bleibt das Glänzen dauerhaft erhalten. Außerdem lässt sich Gold relativ einfach bearbeiten, so dass es schon seit Menschengedenken für Schmuck oder rituelle Gerätschaften herangezogen wurde.

Rotgold, Weißgold, Feingold – Die Beschaffenheit der verschiedenen Goldlegierungen


Bei der Schmuckverarbeitung und bei der Herstellung von Uhren wird Gold aufgrund der relativ weichen Beschaffenheit jedoch nur sehr selten in Reinform verwendet. In der klassischen Goldverarbeitung hat sich daher die auch in der Natur vorkommende Legierung aus Gold, Silber und Kupfer etabliert. Häufig wird diesem Dreistoffsystem zusätzlich in kleineren Mengen Zink, Zinn, Indium, Nickel, Palladium, Cadmium oder Gallium beigemengt, um dadurch Einfluss auf Schmelztemperatur und Oberflächenspannung der Schmelze zu nehmen.

Wird durch das Beimischen von Kupfer bei der Goldlegierung ein rosa bis rötliches Schimmern erzeugt und neben dem Herabsetzen der Schmelztemperatur auch eine festere Härte und somit eine verbesserte Polierbarkeit erreicht, beeinflusst das Beifügen von Silber beinahe ausschließlich die Farbgebung der Goldlegierung. Diese bewegt sich je nach Menge des zugefügten Silbers von hellgelb über hellgrün bis hin zu weiß.

In der Goldverarbeitung am beliebtesten ist heute das, auch Kronengold genannte, 18-karätige Gold 750. Karat (kt.) bezeichnet hierbei die Reinheit des Goldes. So entsprechen 18 kt. einem Anteil reinen Goldes von 75%. Je höher der Goldanteil liegt, desto satter erstrahlt das goldene Glänzen. Festigkeit und Härte steigen dagegen, je geringer der Anteil reinen Goldes ist und erreichen bei ca. 14 kt. (58,5%) ihren höchsten Wert. Sollte dieser Wert noch weiter unterschritten werden, ist damit zu rechnen, dass es durch das Beimengen von unedleren Metallen auf lange Sicht zu Korrosionsschäden kommt.


Mechanische Techniken des Vergoldens

Möchte man weniger für die Anschaffung ausgeben, ist das Vergolden eine populäre Alternative. In der Welt der Uhren werden hierbei zumeist Gehäuse aus Stahl, immer öfter aber auch keramisch hergestellte oder aus Carbon gefertigte Gehäuse bearbeitet. Auch hier wird die gewünschte Farbe, Härte und Verschleißbeständigkeit durch eine entsprechende Legierung erreicht. Die technischen Verfahren, die bei der Vergoldung Anwendung finden, werden grob in mechanische und chemische Techniken getrennt.

Die mechanischen Verarbeitungstechniken sind meist traditioneller Art und kommen heutzutage nicht mehr so häufig zum Einsatz. Hierzu gehört beispielsweise das Aufsetzen von Blattgold, welches vor allem in der Malerei gebraucht wird. Neuere Verfahren des mechanischen Vergoldens bilden zum einen die Aufbrennvergoldung, welche bei Keramik aber auch beim Zahnarzt zum Einsatz kommt und bei der eine Lauge aus Goldsalzen und Bindemittel aufgetragen wird. Bei Uhren und Schmuck findet vor allem das Doublé genannte Goldplattierungsverfahren Anwendung. Dabei wird das Gold durch besonders hohen Druck auf das zu vergoldende Metall aufgepresst. Die Dicke des aufgesetzten Goldes kann bei dieser Methode nahezu beliebig variiert werden.

Chemische Methoden des Vergoldens

Zu den chemischen Techniken zählen das bereits in der Antike entwickelte Feuervergolden und die sogenannte Anreibevergoldung. Bei diesen Methoden wird eine Gold-Quecksilber-Mischung auf das zu bearbeitende Objekt aufgetragen und anschließend erhitzt. Dabei verdampft das Quecksilber und lässt das Gold zurück. Wegen der äußerst giftigen Bearbeitungsmittel und Nebenprodukte wie Quecksilber, Salzsäure oder gar Zyankali kommen diese Techniken allerdings nur noch sehr sporadisch zum Einsatz.

Heutzutage werden die häufigsten Vergoldungen durch galvanisierende Verfahren vollbracht. Hierbei wird das zu bearbeitende Metall in einer elektrisch leitenden Lösung von Goldsalzen versenkt, woraufhin sich via elektrischer Spannung eine Goldschicht auf dem Metall ablagert. Bei der Vergoldung von Uhren hat sich in den letzten Jahren die physikalische Gasphasenabscheidung (kurz: PVD) etabliert, wozu auch das Ionenplattieren gerechnet werden kann. Während dieses Verfahrens wird das Gold innerhalb eines Vakuums auf das zu bearbeitende Material aufgedampft. Es kondensiert an dessen Oberfläche und lagert sich dort als feine Goldschicht ab, deren Dicke allerdings im Nanometerbereich anzusiedeln ist.

Gold ist also nicht gleich Gold, sondern muss hinsichtlich der Farbgebung, des Reinheitsgrades und der Verarbeitungstechnik unterschieden werden. Neben dem unverkennbaren Glanz haben die unterschiedlichen Goldvarianten dann aber doch noch etwas gemein: Aufgrund der korrosionsbeständigen Eigenschaften schützt das Edelmetall zuverlässig vor dem Zahn der Zeit, welcher in Form von Umwelteinflüssen an einer Uhr nagt.

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