Die Sehnsucht nach dem Mythos Gold

Goldene Zeiten


Vor allem im oberen Segment der Luxusuhren-Preisskala erfreut sich Gold als Material für Gehäuse, Armbänder und Werkskomponenten großer Beliebtheit. Doch Gold ist nicht bloß ein Werkstoff für Schmuck und teure Uhren, sondern vielmehr ein sagenumwobener Mythos, Metapher für Glück und Reichtum, Motiv von Sprichwörtern und nicht zuletzt eine relativ stabile Ersatzwährung in Krisenzeiten.

Die Sehnsucht nach Gold

Bei Sportwettkämpfen Synonym für das höchste erreichbare Ziel, den sportlichen Triumph über die Konkurrenz, versetzt Gold die Menschen auch sonst schon seit jeher in Verzücken. Wurden doch bereits die Pyramiden von Gizeh mit einer Goldhaube bestückt, um durch die Reflektionen das Glänzen der Sonne zu untermalen. In Anbetracht der „Aurora“ genannten Morgenröte tauften die alten Römer das wertvolle Metall „Aurum“ und benutzten es insbesondere für religiöse Kultgegenstände, um sich die Götter gewogen zu machen. Des Weiteren machte sich Christoph Columbus einst auf, um einen Seeweg zu den sagenhaften Reichtümern Indiens zu finden.

Der Legende nach soll „Wo ist das Gold?“, seine erste, an die Ureinwohner gerichtete Frage auf amerikanischem Boden gewesen sein. Auch seine Nachfolger ließen dieses Leitmotiv nicht außer Acht, als sie auf der Suche nach Eldorado, der Stadt aus Gold, mit Süd-Amerika einen ganzen Kontinent kolonialisierten. Wiederum etwas später verließen Hunderttausende ihre Heimat, um in Kalifornien, Alaska, Australien, Südafrika oder anderen Ländern, in denen „das Gold auf der Straße liegt“, ihr Glück zu versuchen und nach Gold zu graben beziehungsweise zu waschen. 

Beispiele und zugleich Sinnbilder für den Status, den die Menschen Gold seit ewigen Zeiten entgegenbringen. Das exquisite wie beständige Metall, dem weder Wasser noch Luft etwas anhaben können, wurde zum irdischen Symbol für die Sonne und der Ewigkeit sowie zu einer besonderen Belohnung für außergewöhnliche Leistungen. Und obwohl Gold aufgrund seiner weichen Beschaffenheit doch relativ einfach zu bearbeiten, für die Waffenherstellung jedoch denkbar ungeeignet ist, wurde es außerdem zum Kennzeichen von Reichtum und Macht.

Gold im Umlauf

Der Wunschtraum der mittelalterlichen Alchemisten, Gold im Labor entstehen zu lassen, zeugt ebenso von der Sehnsucht nach den Versprechungen des Goldes. Tatsächlich hat die moderne Wissenschaft den sogenannten Stein der Weisen längst gefunden: Während einer Kernfusion fällt Gold als Nebenprodukt an. Allerdings in so verschwindend geringen Mengen, dass sich der Aufwand bei weitem nicht lohnt.

Auch die natürlichen Goldvorkommen auf der Erde entstammen ursprünglich Kernkollapsen von Supernovae und sind somit sogar älter als unsere Sonne. Obwohl der Goldanteil in der Erdkruste nur 4 mg pro Tonne entspricht, werden diese Vorkommen auf circa 30 Milliarden Tonnen geschätzt. Von diesen wurde im Laufe der Zeitläufte bis Ende 2009 allerdings nur die Winzigkeit von 166 000 Tonnen abgebaut. Würde man aus diesem, wenn man so will sich „im Umlauf“ befindenden Gold einen Würfel basteln, so hätten dessen Kanten gerademal eine Länge von 20,5 Metern.

Allein 40.000 Tonnen davon wurden in den letzten knapp 130 Jahren dem Witwatersrand-Goldfeld in Südafrika entnommen, welches trotz sinkender Fördermengen bis heute das größte Abbaugebiet der Welt ist. Dennoch übernimmt seit 2008 China die Spitzenposition in der Goldproduktion. Auch hier scheint das riesige Reich gewaltigen Nachholbedarf zu haben. So förderten die Chinesen im Jahr 2013 rekordverdächtige 428 Tonnen des wertvollen Gutes, konnten damit allerdings trotzdem nur ein gutes Drittel des eigenen Bedarfs decken.

Weltweit werden heutzutage pro Jahr in etwa 2.700 Tonnen an Gold abgebaut. Trotz schwindender natürlicher Ressourcen sowie - damit einhergehend - immer komplizierter werdender Abbaubedingungen, stieg die jährliche Fördermenge seit den 1970ern um 1.000 Tonnen und ist heute 100 Mal so hoch wie zu Zeiten des Goldrausches in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts.

Gold als Wertanlage

Wurde Gold schon immer als schmückendes Element und Statussymbol genutzt, gewinnt es in unserer Zeit auch als Wertanlage immer mehr an Bedeutung. Besonders in Zeiten wirtschaftlicher Krisen hat sich Gold als relativ stabile Anlagemöglichkeit empfohlen. Momentan (Feb. 2014) sind die Meinungen dahingehend allerdings geteilt: Während Gold einerseits im Laufe des letzten Jahres circa ein Viertel seines vorherigen Wertes hat einbüßen müssen, werden andererseits bereits wieder Stimmen laut, die empfehlen gerade jetzt relativ günstig in Gold zu investieren und der geldwerten Anlage dann beim Wachsen zuzuschauen.

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