Top 10 Uhren-Trends 2017

Trend-Spotting



Das Jahr 1 nach Präsentation der Apple-Watch stellte die mechanische Uhr vor eine existenzielle Daseinsfrage, die für die kommenden Jahre beantwortet scheint: Die mechanische Uhr ist beliebt wie eh und je und daran wird sich so schnell auch nichts ändern. Was die Uhren-Ästhetik anno 2017 angeht, zeigen sich neben einer Fortsetzung des Trends hin zu minimalistischen und klassischen Designs, einige neue Begleiterscheinungen, die das Gesamtbild im Jahr 2017 verschieben und für eine insgesamt vielfältigere Handgelenksmode sorgen.

1. Minimalismus

Nomos_Metro Nomos Glashütte Metro 39 Date Small Second


Im Großen und Ganzen wird uns 2017 keine Stilzäsur erwarten. Viele Trends, die wir hier bereits für das Jahr 2016 festgestellt hatten, werden sich auch in diesem Jahr fortsetzen. Dies gilt etwa für Zifferblätter in der Trendfarbe Dunkelblau und Retro-Designs, vor allem aber für eine generelle Abkehr von überladenen Designs und eine Tendenz hin zu kleineren bis mittelgroßen Uhren. Nachdem man also bereits im Jahr 2016 dem “Weniger ist Mehr”-Mantra folgte, setzt sich dieser Trend auch im Jahr 2017 fort. Eine Entwicklung, die für mehrere Jahre gefestigt scheint und sowohl Herren- als auch Damenuhren betrifft.

2. Mehr Diversität

Die Zeiten, in denen gefühlt zwei von drei Armbanduhren in dieselbe Kerbe sportlich-eleganter Zeitmesser schlagen, sind vorüber. So wie optische Brille oder Sneaker wird heute auch die Armbanduhr mit dem jeweiligen Outfit passend kombiniert, um damit nicht nur für ein stimmiges Outfit, sondern auch für etwas mehr Abwechslung zu sorgen. Die eine Uhr, die allem und jedem gerecht wird, ist damit längst nicht mehr alles, was die Uhrenschatulle des modernen Gentleman bereithält. Diese Bereitschaft zur Vielfalt schlägt sich auch in den Kollektionen der Hersteller nieder: Nicht jede Uhr muss deshalb als Daily-Rocker für sämtliche Anlässe von sportlich bis elegant herhalten und darf - bei passender Gelegenheit - gerne auch etwas aus der Reihe tanzen.

3. Funky goes Mainstream

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Während die Ästhetik im Jahr 2017 weiterhin von reduzierten Designs geprägt ist, verläuft parallel dazu ein gegenläufiger Trend: Die Avantgarde wird stärker Teil des Mainstreams und innovative Designlösungen von Marken wie MB&F, Greubel Forsey und Richard Mille finden verstärkt den Weg in die Kollektionen von A-Brands à la Omega und TAG Heuer. Erste Vorzeichen für diesen Trend waren etwa auch schon letztes Jahr erkennbar - etwa bei der Carrera Heuer 01 von TAG Heuer.

4. Flache Gehäuse

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Hat man vor nicht allzu langer Zeit die Armbanduhr, die man auch spüren soll, bschworen, liegen nun wieder flache Uhren stärker im Trend. Eine robuste und ganggenaue Mechanik, die gleichzeitig auf möglichst engem Raum komprimiert ist, war lange die eherne Prämisse für den technischen Fortschritt bei mechanischen Uhren und bekommt als solche gegenwärtig wieder mehr Bedeutung. Vor allem Businessuhren und solche für besondere Anlässe haben deshalb wieder zunehmend flache Gehäuse.

5. Textilarmbänder

TAG_Heuer_Formula1_Cristiano_Ronaldo_LE TAG Heuer Formula 1 42 Quartz Chronograph Cristiano Ronaldo L.E.


Neben den unterschiedlichsten Ledervarianten wird die geliebte Armbanduhr im kommenden Jahr vor allem mit Textilarmbändern individualisiert und mit dem jeweiligen Outfit abgestimmt. Das Besondere an Natos, Zulus oder Canvas-Straps ist die spielerisch-fashionable Note, die sie selbst noch so antiquiert wirkenden Zeitmessern zu verleihen vermögen. So mancher Dachbodenfund erhält somit einen modernen Twist und schlägt damit eine Brücke zwischen der zeitlosen Ästhetik einer wertigen Uhr und der Möglichkeit des Customizings mit trendigem Anstrich.

6. Titan

Hamilton_Khaki_Field_Titanium Hamilton Khaki Field 42 Titanium Black


Nach Jahren, die bestimmt waren von verschiedensten Hightech-Materialien, ist schon seit einiger Zeit zumindest ein wenig mehr Ruhe eingekehrt in den Werkstofflaboren der Uhrenindustrie. Man besinnt sich wieder stärker auf Materialien, die nicht umsonst als Klassiker in der Verarbeitung für Uhren angesehen werden. Neben Uhren aus Stahl werden auch vermehrt Titan-Uhren angeboten, da diese mit ähnlichen Eigenschaften überzeugen: Vor allem die Korrosionsbeständigkeit und Langlebigkeit bei gleichzeitig geringem Gewicht machen Titanium attraktiv und auch die Farbe, die merklich dunkler schimmert als Stahl, liegt im Jahr 2017 im Trend.

7. Bronze

Tudor_Black_Bay_Bronze Tudor Black Bay Heritage 43 Automatic Bronze


Ein weiterer Trendwerkstoff ist und bleibt Bronze: Nach Marken wie IWC, Zodiac oder Tudor sowie der englischen Brand Pigeon, gibt es nun schon ein gutes Dutzend an Uhrenherstellern, die auf die kupferbasierte Legierung setzen. Auch wenn Bronze sicher nie das neue Stahl wird, verfestigt es sich als potentieller Werkstoff der Wahl für alle, die für ihre dritte oder vierte Uhr nach etwas Besonderem suchen. Einher geht der Erfolg des Materials als Nischenwerkstoff mit der Beliebtheit von Vintage-Designs und der wunderschönen natürlichen Patina, die Bronze-Gehäuse mit der Zeit ansetzen.

8. Die Farbe Schwarz

Bell-&-Ross_Aviation_Black Bell & Ross Aviation 42 Automatic Black Dial


PVD beschichtet, Keramik, Carbon oder doch schwarzes Titanium? Keine Frage: Gehäuse, Zifferblätter und Armbänder in Schwarz liegen für das Jahr 2017 voll im Trend. Nicht, dass Schwarz jemals out war. Doch die hohe Anzahl an schwarzen Uhren, die in letzter Zeit auf den Markt drängten, sorgen dafür, dass selbst die Ewige unter den Farben, zumindest bei Uhren einen neuen Peak erreicht. Besonders gerne werden schwarze Uhren dieser Tage mit roten Akzenten kombiniert. Diese schaffen einen lebendigen Farbkontrast und verleihen der Uhr einen sportlichen Grundton.

9. Chronographen

Omega_Speedmaster_Professional_Moonwatch Omega Speedmaster Moonwatch Professional 42


Ähnliches wie für die Farbe Schwarz gilt auch für die Chronographen-Funktion. Chronographen waren noch nie außer Mode und werden es nie sein. Mehr als ein eigentlicher Trend bedeutet die gegenwärtige Beliebtheit dieses Klassikers unter den Komplikationen eine Reiteration des Altbewährten. Egal ob auf dem Vintage-Markt oder bei neuen Uhren erreicht die Nachfrage nach Chronographen wieder neue Höhen. Wir erwarten, dass trotz des hohen Entwicklungsaufwandes neue Inhouse-Chronographenkaliber nicht mehr lange auf sich warten lassen und der von den unterschiedlichsten Varianten des Kaliberklassikers ETA/Valjoux 7750 geprägten Kaliber-Landschaft bald ein stärkeres Gegengewicht geben.

10. (Sichtbare) Mechanik

Tissot_Skelletized Tissot T-Complication Squelette 43


2016 war das Jahr nach dem breitbeinigen Markteintritt der Smartwatch und längst ist klar, dass die Smartwatch die mechanische Armbanduhr mittelfristig nicht ablösen wird. Nach einem kurzen Hype scheint die von vielen vermutete Daseinskrise der mechanischen Uhr fast schon im Keim erstickt und die meisten Uhrenliebhaber fühlen sich in ihrem immer schon vorgetragenen Plädoyer für die mechanische Uhr bestätigt: Aus ihrer Sicht ist das Handgelenk Intimzone und soll nicht durch neuere Technologien erschlossen werden. Schrittzähler, persönliche Kontakte und am besten überhaupt jeglicher Batteriebetrieb sollen deshalb in der Hosentasche bleiben.

Jaeger-LeCoultre_Master_Worldtime Jaeger-LeCoultre Master 39 Automatic GMT


Das Bewusstsein um das Tragen einer mechanischen Uhr schlägt sich auch in kommenden Designs nieder: Mehr und mehr Hersteller setzen auf retrograde oder dezentrale Zeitanzeigen und auf den ersten Blick unkonventionelle Zeigerverbunde. Die Mechanik soll also wieder sichtbar gemacht werden. Mechanische Uhren als Fashion-Statement zeigen sich auch in Form von skelettierten Gehäusen, die zifferblattseitig Einblicke in das Uhrinnere gewähren. Doch auch wenn der kurzzeitige Trend abgeebbt ist, totgesagt ist die Smartwatch noch lange nicht. Sie wird immer ein ganz bestimmtes Kundensegment bedienen und weiterhin die Uhrenbranche verändern, diese vorantreiben und im Verbund mit der mechanischen Uhr koexistieren.

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