Rolex-Vokabular (Teil 2): 10 Ausdrücke, die so nur bei Rolex vorkommen

By Montredo in Lifestyle
Januar 8, 2021
Rolex-Vokabular (Teil 2): 10 Ausdrücke, die so nur bei Rolex vorkommen

In Teil 1 unseres Rolexicons (s. Rolex-Vokabular: Diese 10 Ausdrücke musst du kennen) haben wir bereits Aufschluss über zehn gängige Rolex-Termini gegeben, die jeder angehende Rolex-Fan draufhaben sollte. Egal ob Rolesor, Glidelock oder Chronergy, Rolex lässt sich bei der Namensgebung eigener Legierungen und Werksteile gewiss nicht lumpen.

Es wäre Rolex-Gründer Hans Wilsdorf heute sicherlich eine Wonne zu sehen, dass damit der Ideenreichtum seiner Marke noch längst nicht ausgeschöpft ist. Wir präsentieren daher zehn weitere Begriffe, die in eurem Uhren-Wortschatz nicht fehlen dürfen.

10. Oyster

Der Ausdruck Oyster, zu Deutsch Auster, hat seinen Ursprung im Jahr 1926. Es begab sich zu der Zeit, dass Rolex die erste wasserdichte Uhr der Welt vorstellte. So weit, so gut, aber warum der Name Auster?

Der Legende nach hatte Rolex-Gründer Hans Wilsdorf einst Schwierigkeiten bei einem Abendessen, eine Auster zu öffnen. Dies verleitete ihn prompt dazu, die hermetisch abgedichtete Uhr nach dem so schwierig zu öffnenden Schalentier zu benennen. Bereits ein Jahr später schwamm die junge Engländerin Mercedes Gleitze mit besagter Uhr zehn Stunden durch den Ärmelkanal, was die Uhr unbeschadet überstand. Eine Tatsache, die Rolex in den darauffolgenden Jahrzehnten medienwirksam bestens zu inszenieren wusste.

Rolex Oyster Case

9. Twin-/Triplock

Rolex rühmt sich wie kaum eine zweite Marke mit ihren Errungenschaften im Bereich Wasserdichtigkeit bei Taucheruhren. Man denke nur an die Marianengraben-Tauchfahrt aus dem Jahr 2012, als James Cameron sich auf den Weg zum tiefsten Punkt der Erde aufmachte. An die Außenwand des Tauchboots angebracht war natürlich eine Armbanduhr der Marke Rolex, die ganze 10.908 Meter Tiefe überstand. Dies entspricht einem Druck von 1.104 bar bzw. 12,35 Tonnen.

Rolex Triplock Crown

Ganz so viel Druck müssen die Kronen bei normalen Rolex-Taucheruhren heute zwar nicht aushalten, doch auch diese sind technische Meisterleistungen. Twinlock-Kronen, die 1953 eingeführt wurden, verfügen dabei über zwei Dichtungen: eine in der Krone und eine im Tubus. Zu erkennen sind diese übrigens an einem Punkt, zwei Punkten oder einem Strich unter der Rolex-Krone. 1970 ging Rolex in die nächste Runde und präsentierte das Triplock-System. Wie der Name bereits erahnen lässt, setzt diese Lösung auf drei Dichtungen. Auch diese sind wieder auf den ersten Blick also solche zu erkennen, da Triplock-Kronen auf (Überraschung) drei Punkte setzen.

8. Cosmograph

Cosmograph ist ein weiterer Begriff, den man nur bei Rolex finden wird. Die Wortschöpfung wurde das erste Mal in den 50er-Jahren vorstellig und ist eine Entlehnung des Wortes Kosmographie, welches einst den Zusammenhang zwischen Geographie, Geologie und Astronomie beschrieb. Obwohl das Wort zu Beginn für eine Uhr mit Mondphasenanzeige und Kalenderfunktion benutzt wurde, ist es heute zweifelsohne einer anderen Rolex-Ikone vorbehalten: der Rolex Daytona. Die ersten Daytona-Modelle mit Cosmograph-Aufschrift auf der Tachymeter-Künette stammen aus den frühen 60er-Jahren. Heutzutage steht der Begriff im Hause Rolex für Uhren mit Chronographen-Komplikation.

Rolex Daytona Cosmograph

7. Perpetual

Die Vorreiterrolle von Rolex manifestierte sich einmal mehr im Jahr 1931, als das Unternehmen den weltweit ersten Selbstaufzugsmechanismus vorstellte. Während die Konkurrenz beispielsweise noch auf die Hammerautomatik setzte, die in puncto Wirkungsgrad deutlich unterlegen war, hatte Rolex (bzw. streng genommen Aegler) mit der konzentrisch gelagerten Schwungmasse samt Perpetual-Aufschrift bereits einen ewigen Selbstaufzug entwickelt. Dieser war zudem 15 Jahre durch ein Patent geschützt, was Rolex einen soliden Vorsprung verschaffte.

Noch heute weist das „Perpetual“ im Namen darauf hin, dass es sich um eine Rolex-Uhr mit Automatik-Aufzug handelt.

Rolex Perpetual

Der Ausdruck Easylink beschreibt ein zusätzliches Verlängerungselement in der Schließe bestimmter Modelle, welches es dem Träger erlaubt, schnell und unkompliziert das eigene Armband um etwa 5mm zu verlängern (oder zu verkürzen). Das Schnellverlängerungssysem wurde bereits 1996 von Rolex patentiert und zielt drauf ab, die Länge des Armbands für zusätzlichen Komfort einfach anzupassen. Der Mechanismus ist dabei diskret in der Schließe versteckt und fällt nicht weiter auf. Obwohl das Konzept seine Wurzeln im Tauchsport hat, ist die Funktion heutzutage beispielsweise an heißen Sommertagen eine willkommene Abhilfe, wenn das eigene Handgelenk durch die Hitze etwas anschwillt.

Rolex Easylink

Kleiner Hinweis: Nicht zu verwechseln mit den Fliplock- oder Glidelock-Verlängerungselementen, über die wir bereits in Teil 1 gesprochen haben.

5. Hulk

Soviel vorweg: Hulk steht an dieser Stelle stellvertretend für eine ganze Reihe an Spitznamen, die Uhrenfans im Laufe der Jahrzehnte an verschiedene Rolex-Modelle vergeben haben. (Die wichtigsten haben wir hier einmal für dich visualisiert.) Das Modell „Hulk“, hinter der sich die Submariner Ref. 116610LV versteckt, ist dabei ein ganz besonderer Publikumsliebling. Insbesondere der Produktionsstopp eben dieses Modells im Jahr 2020 hat die Preise auf dem Gebrauchtmarkt jedoch in ungeahnte Höhen schnellen lassen.

Rolex Hulk 116610LV

4. Mercedes

Nein, Hans Wilsdorf war nicht etwa heimlicher Verehrer der deutschen Automarke. Vielmehr zielt der Ausdruck auf den Stundenzeiger einiger Modelle ab, die dem Mercedes-Stern deutlich ähneln. Die erste Uhr, die dieses Designfeature mit großem Wiedererkennungswert damals einführte, war übrigens eine Rolex Explorer 6150 aus dem Jahr 1953. Der Grund dafür war jedoch reiner Pragmatismus: Da Leuchtmasse damals noch flüssig aufgetragen wurde – bis in die 60er-Jahre das radioaktive Radium und anschließend Tritium – kam es beim Aushärten aufgrund der Oberflächenspannung regelmäßig zu Rissen. Um dennoch möglichst viel Leuchtmasse auftragen zu können, teilte Rolex den Kreis des Stundenzeigers in drei Felder auf. Die optische Nähe zum Mercedes-Stern war also bestenfalls ein Zufall.

Rolex Mercedes Hands

3. Oystersteel

Neben den wasserdichten Oyster-Gehäusen und den besonders robusten Oysterflex-Armbändern gibt es zudem den sagenumwobenen Oyster-Edelstahl. Dieser findet bei Rolex bereits seit 1985 Verwendung, wird allerdings erst seit 2018 offiziell als Oystersteel beworben. Gängig ist zudem die Bezeichnung 904L-Edelstahl, die am Ende des Tages ein und dasselbe beschreibt. Schon lange hält sich hartnäckig der Mythos, dass Oystersteel härter sei als beispielsweise konventioneller 316-Edelstahl („Chirurgen-Stahl“), jedoch gibt es keinen nennenswerten Unterschied zwischen den beiden in puncto Festigkeit und Härte. Was den 904L-Edelstahl allerdings auszeichnet, ist seine gute Polierbarkeit und seine höhere Korrosionsbeständigkeit.

Rolex 904L Oystersteel

2. Syloxi

Bei modernen Rolex-Spiralfedern denkt der geneigte Leser sicher schnell an die im Jahr 2000 eingeführten Parachrom-Spiralen, die aus einer selbstentwickelten Legierung (bestehend aus einer Verbindung von Niobium, Zirkonium und Sauerstoff) hergestellt werden. Neben der auffallend blau gefärbten, patentierten Parachrom-Spirale führt Rolex allerdings noch eine weitere Hochleistungsspirale: Syloxi. Die Syloxispirale wurde 2014 mit dem Kaliber 2236 eingeführt und gilt als besonders unempfindlich gegenüber Temperaturschwankungen und magnetischen Einflüssen, da sie aus einem Verbundmaterial aus Silizium und Siliziumoxid besteht.

Rolex Syloxi Hairspring

1. Paraflex

Was bringt das genaueste Kaliber der Welt, wenn dieses nicht sicher gelagert ist? Richtig, nichts. Obwohl Rolex bereits seit den 1930er-Jahren auf Uhrwerke mit Stoßsicherung setzt, die die empfindlichen Zapfen der Unruhwelle schützen, kam das Paraflex-Antischocksystem erst 2005 auf den Markt. Ziel ist es, die fragil Mechanik bestmöglich vor Stößen u.Ä. zu schützen.

Rolex Paraflex

Zu den bekanntesten Vertretern moderner Stoßsicherungen gehört heute sicherlich das Schweizer Unternehmen Incabloc, doch Rolex ging einen Schritt weiter. Nach eigenen Angaben erleichtert das symmetrische Design des Paraflex-Antischocksystems den Ausbau und auch den Wiedereinbau bei Wartungsarbeiten. Wichtiger ist jedoch die Tatsache, dass diese leistungsstarke Stoßsicherung Rolex-Uhrwerke bis zu 50 % widerstandsfähiger gegen Stöße macht als vergleichbare Lösungen.


Noch mehr Wissenswertes rund um Uhren findest du beispielsweise hier.


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Vorherige Kommentare (4)

  1. Auch wenn die Geschichten, wie Hans Wilsdorf zum Namen Oyster oder zur Idee des Cyclops kam, für mich in die Kategorie „Mythen und Sagen“ gehören, muss man wohlwollend anerkennen, dass Rolex in vielen Bereichen einfach das Maß aller Dinge ist. Natürlich sind viele Unternehmens-Praktiken heutzutage wie die Verknappung einiger Modelle fragwürdiger Natur, doch über die Jahrzehnte hat Rolex die Industrie gestaltet wie nur wenige andere Marken.

    Januar 11, 2021
  2. Rolex koch auch nur mit Wasser. Andere Marken könnten baugleiche Uhren für ein Viertel des Preises anbieten, Pareflex hin und Triplock her. Die Marketing-Maschinerie läuft auf Hochtouren und die künstliche Verknappung erzeugt eine Illusion von Exklusivität, die de facto nicht besteht.

    Januar 18, 2021
  3. Schade, dass die Hulk eingestellt wurde. Meine absolute Traumuhr und jetzt kann ich ihrem Preis beim Steigen zusehen :/

    Januar 21, 2021
  4. An und für sich ist jede Technologie „nichts besonderes“, da gebe ich @DerLeser recht, aber das Zusammenspiel scheint’s zu machen. Es muss schließlich einen Grund geben, dass Rolex-Uhren 30 Jahre ohne Service laufen, was andere Marken nicht schaffen. Eine Uhr ist halt nur so gut wie ihr schwächstes Glied, und da es bei Rolex keine schwachen Glieder gibt (no pun intended), laufen und laufen und laufen die Uhren eben.

    Februar 11, 2021

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