Top 10 deutsche Uhrenhersteller

Uhren Made in Germany


Sucht man in der Welt der Uhren nach qualitativ hochwertigen und besonders exquisiten Exemplaren, werden dem geneigten Uhrenfreund unweigerlich die Herkunftsländer der Hersteller präsentiert. Gerade Uhren aus Schweizer Manufakturen haben sich hierbei den Status als Crème de la Crème der Haute Horlogerie erarbeitet. Die Bezeichnung „Swiss Made“ gilt regelrecht als Synonym für außerordentlich gute Uhrenmarken, weshalb wir hier eine Liste der Top 10 Schweizer Uhrenmarken zusammengestellt haben. Insbesondere seit der deutschen Wiedervereinigung konnten hier zu Lande ansässige Uhrenmarken mit technischen Innovationen und/oder Design-Delikatessen jedoch aufholen und Armbanduhren „Made in Germany“ die Lücke zu den arrivierten Schweizern schließen. Im Folgenden nun eine leidlich unvollständige sowie unvermeidlich von persönlichen Bonifikationen durchzogene Liste der zehn bedeutendsten deutschen Uhrenhersteller. Eben weniger aus Sicht der Alpen, als vielmehr mit einem Schwenk über den Schwarzwald hin zu einem genaueren Blick auf das Erzgebirge. Bevor wir jedoch auf die Uhrenmanufakturen im sächsischen Glashütte schauen, begeben wir uns in die Mitte Deutschlands, wo eine Skyline aus Banken-Türmen weithin sichtbar von unserem ersten Ziel künden: Frankfurt am Main.

1. Sinn

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Im deutschen Zentrum der Finanzen, des Bullen- und Bärenmarktes, der Börsenmakler sowie Highflyer - eben in Mainhattan – gründete der Fluglehrer und ehemalige Rallyeteilnehmer Helmut Sinn zu Anfang der 1960er Jahre sein Unternehmen. Was mit dem Arrangement von Borduhren in Flugzeugen der Bundeswehr begann, entwickelte sich rasch weiter bis hin zur Erfindung des Fliegerchronographen. Von Anfang an brillierte die Helmut Sinn Spezialuhren GmbH mit Armbanduhren, welche technisch stets den höchsten Ansprüchen genügen müssen. So bewies die Sinn 142S beispielsweise die Funktionalität automatischer Armbanduhren in der Schwerelosigkeit oder beweist sich die Taucheruhr UX am Handgelenk der Spezialeinheit der deutschen Bundespolizei GSG9.

2. MeisterSinger

meistersinger
Wandern wir weiter gen Münsterland, in eine Stadt, welche auch als Mekka für Fahrradfahrer bekannt ist. Ebendort sträubt sich ein deutscher Uhrenhersteller gegen gängige Konventionen, befreit seine Armbanduhren von unnötigem Beiwerk und macht sie somit wieder zu dem, was sie sind: Geräte zur Messung der Zeit. Vor allem die Skaleneinteilung in Fünf-Minuten-Schritte, die vorgeordnete Null bei den einstelligen Ziffern und der Nadelzeiger, dessen Überhang über die Skala ein einfaches Ablesen der Uhrzeit erlaubt, sind unverkennbare Merkmale einer MeisterSinger-Uhr. Ein sekundengenaues Ablesen ist nicht möglich und so wird man dazu angehalten, die Zeit wieder bewusster wahrzunehmen. Ein weiteres Kennzeichen der MeisterSinger-Uhren ist das typische Design, welches an ein Barometer erinnert und schon mannigfaltige Preise, wie beispielsweise den Red Dot Design Award einheimsen konnte.

3. Junghans

junghans
Weiter geht’s ins Naherholungsidyll des Schwarzwaldes, wo nicht nur die Kuckucksuhren von einer jahrhundertealten Uhrmacher-Tradition zeugen. Mit Junghans ist auch der einst größte Uhrenproduzent der Welt hier beheimatet. Nach turbulenten Jahren knüpft die Uhrenmarke Junghans mittlerweile wieder an alte Erfolge an und beindruckt mit einem besonders breitgefächerten Produktportfolio, welches von Solar- über Funkuhren bis hin zu mechanischen Chronographen geht. Dementsprechend setzt der deutsche Uhrenhersteller einerseits auf Uhren, wie die Mega oder Voyager, welche dem neusten Stand der elektronischen Technik entsprechen. Zum anderen feiert die mechanische Uhr auch im Hause Junghans eine beachtliche Wiederbelebung. Die nach dem Firmen-Gründer benannte Kollektion Erhard Junghans sticht hier ebenso heraus, wie die Meister-Serie. Insbesondere aber die den Kollektionen des Bauhaus-Designers Max Bill nachempfundene Serie gleichen Namens avanciert jedoch zu einem wahren Verkaufsschlager


 

4. Montblanc

montblanc
In einer globalisierten Uhrenwelt, in der die verbauten Einzelteile längst keine Ländergrenzen mehr kennen, schauen wir als nächstes auf eine Hansestadt, deren Hafen schon seit Langem als Tor zur Welt gilt. In Hamburg siedelte sich zu Anfang des 20. Jahrhunderts ein Unternehmen an, welches sich anfänglich mit eleganten Füllfederhaltern einen Namen machte. Bis heute hat Montblanc seinen Hauptsitz an der Elbe, für die Fertigung der Luxusuhren wird jedoch auf die Expertise Schweizer Uhrmacher in Villeret und Le Locle zurückgegriffen. Dort entstehen Kollektionen wie die Star-, Timewalker-, Sport- oder Bohème-Modellreihe. Ihren berühmten Vorbildern eifern die an den Füllfederhaltern angelehnten Meisterstück-Modelle genauso nach, wie die Reminiszenz an die einzigartige Princesse Grace de Monaco. Den außerordentlichen Ruf der Uhrenmanufaktur befeuerten jedoch vorzugsweise die Zeitmesser der Serie Villeret 1858 sowie der Nicolas Rieussec Monopusher Chronograph.


 

5. Chronoswiss

chronoswiss
Ein weiterer Uhrenhersteller, der Ländergrenzen überwunden hat und überwindet, ist Chronoswiss. Obschon der Markenname eine Herkunft aus der Schweiz suggeriert, wurde dieser Uhrenhersteller zu Anfang der 1980er Jahre in München gegründet. Gründer und Visionär Gerd-Rüdiger Lang trotzte dabei der sogenannten Quarzkrise und setzte ausschließlich auf mechanische Bestandteile für seine Armbanduhren. Da diese größtenteils aus der Schweiz geliefert wurden, durfte und darf Chronoswiss das „Swiss Made“-Label führen. Anzufügen sei noch, dass der Firmensitz 2012 tatsächlich ins Schweizer Luzern verlegt wurde und Chronoswiss streng genommen nicht in diese Liste aufgenommen werden dürfte. Wir wollen diese dennoch mit dem Unternehmen schmücken, dessen Kollektionen Sirius, Timemaster und Régulateur für ihre markanten Zwiebelkronen, die gerändelte Lünette und verschraubte Armbandstege bekannt sind.


 

6. Union Glashütte

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Die letzte Station unserer Deutschlandreise führt uns ins malerische Erzgebirge. Hier schart sich in einem 7000-Seelen-Örtchen namens Glashütte das Nonplusultra der Deutschen Uhrmacherei. Keine Stadt, in der sich die Hersteller deutscher Luxusuhren so tummeln wie dort. Kein Wunder, dass sich die ansässigen Manufakturen stolz mit dem Ortsnamen schmücken. So auch Union Glashütte, dessen Gründer Johann Dürrstein seinem 1893 neu geschaffenen Unternehmen ein Motto mit auf den Weg gab: Die Uhren der Marke sollen bei möglichst hoher Qualität nichtsdestotrotz auch möglichst preisgünstig sein. Ein Prinzip, das sich auch in den heutigen Modellreihen Belisar, Viro, Noramis, Seris, Sirona, 1893 und Averin widerspiegelt.

7. Mühle Glashütte

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Was das Vallée de Joux für die Schweizer Uhrenindustrie, ist die Sächsische Schweiz also für die deutsche. Eben in dieser Region öffnete schon 1868 Mühle Glashütte die Unternehmenspforten. Gemäß eines Konzeptes für die Uhrenindustrie Glashüttes nach F. A. Lange, konzentrierte sich Firmeninitiator Robert Mühle auf die Fabrikation von präzisen Messinstrumenten, welche u.a. die Deutsche Uhrmacherschule in Glashütte belieferte. Nach einer vorübergehenden Spezialisierung auf Marinechronometer und andere nautische Geräte, widmet sich der Hersteller seit Mitte der 1990er den Armbanduhr-Kollektionen Terranaut, Terrasport, Germanika, Antaria sowie Teutonia. Nach einem juristischen Nachbarschaftszwist mit Nomos ringen die beiden Glashütter Uhrenmanufakturen inzwischen vorrangig um Top-Platzierungen bei internationalen Preisverleihungen. 2014 konnte die Teutonia II Chronograph beispielsweise die Goldene Unruh gewinnen.


 

8. Glashütte Original

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Nach den Wirren des Zweiten Weltkrieges wurde die Uhrenindustrie Glashüttes im Gesamtbetrieb VEB Glashütter Uhrenbetriebe (GUB) konzentriert. In Folge der deutschen Wiedervereinigung trat als Rechtsnachfolger dieses Kombinates dann das Unternehmen Glashütte Original an dessen Stelle. Mit so Feinheiten wie der Dreiviertelplatine mit Streifenschliff dem patentierten Panoramadatum oder der Schwanenhals-Feinregulierung konnte die Manufaktur neue Maßstäbe setzen. Diese Versessenheit auf technische Delikatessen durchzieht die Kollektionen von Glashütte Original – von der Mondphase in der Serie Panomatic bis hin zum Tourbillon der Grande Cosmopolite. Freunde feinen Designs kommen sowohl in den Vintage-Kollektionen Sixities sowie Seventies, als auch in den damenhaft aparten Serien Pavonina und Lady Serenade auf ihren Geschmack.


 

9. Nomos

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Apropos Design: Ganz dem zeitlos sachlichen Stil der Bauhaus-Avantgarde verschrieben, firmiert seit Anfang der 1990er der Uhrenhersteller Nomos. Obschon die Entwürfe mittlerweile aus Berlin stammen, agiert die Manufaktur ansonsten fast selbstverständlich von Glashütte aus. Mit den Modellen Tangente, Orion, Ludwig und Tetra sowie den etwas später hinzugekommenen Serien Club und Zürich gelingt dem Unternehmen ein kometenhafter Aufstieg in die Belle-Etage der Uhrenindustrie und begründet einen Ruf, welcher weit über die Grenzen Deutschlands hinausschallt.