4 Tipps für den rationalen Uhrenkauf

SMARTWATCH JENSEITS VON APPLE & CO.


Die Anschaffung einer kostspieligen Armbanduhr ist ja nicht per se eine vernünftige Entscheidung. Zumindest wenn man den funktionalen Nutzen der Zeitmessung betrachtet. Die Anzeige der Uhrzeit ist heute vielmehr ein kaum beachtetes Zusatzfeature von elektronischen Devices aller Art als die Primärfunktion einer eigens zum Zwecke der Zeitmessung angeschaffenen Gerätschaft. Und doch gibt es einige Aspekte, die den Kauf einer höherpreisigen Armbanduhr alles andere als unvernünftig erscheinen lassen. Da wäre etwa die im Vergleich zu anderen Alltagsgegenständen deutlich längere Lebensdauer oder eine vergleichsweise stabile Wertentwicklung, die den Kauf einer Luxusuhr durchaus rational erscheinen lassen. Doch welcher Uhrenkauf ist smart und was sollte beachtet werden, wenn wirtschaftliche Gesichtspunkte entscheidend sind? Neben Erwägungen wie Lebensdauer und Wertentwicklung spielen in der Kosten-Nutzen-Analyse auch laufende Aufwendungen eine wichtige Rolle.

1. Lebensdauer: Mechanische Uhren haben eine längere Lebensdauer

Der Kauf einer Uhr ist natürlich vor allem dann sinnvoll, wenn die Aussicht besteht, dass die Uhr möglichst lange funktionsfähig ist. Entscheidet man sich für eine hochwertige Uhr, kauft man diese schließlich für viele Jahrzehnte oder besser noch fürs ganze Leben. Das Besondere bei einer mechanischen Uhr besteht darin, dass diese bei regelmäßiger Wartung und bei sachgerechtem Gebrauch im Grunde ewig halten. Dementgegen haben Quarzuhren eine bestimmte Lebensdauer. Am Ende des Lebenszyklus steht dann häufig die Frage, ob sich die Reparatur oder der Austausch des gesamten Uhrwerkes wirtschaftlich noch lohnt. Wer will schon für ein neues Quarzwerk bis zu einem mittleren dreistelligen Betrag hinblättern, wenn der Wert der Uhr im funktionierenden Zustand darunter liegt? Dementgegen fallen bei mechanischen Uhren regelmäßig Kosten für die Wartung an. Im Durchschnitt alle 5 bis 7 Jahre bei täglichem Gebrauch - wenn man die Uhr weniger trägt, dementsprechend seltener -  fallen hier kosten in der Höhe von etwa 100 - 150 EUR an. Hier kann über die Jahre durchaus auch ein stolzes Sümmchen zusammenkommen. Betrachtet man eine mechanische Uhr als wertstabilen Gebrauchsgegenstand mit Spaßfaktor, für den man im Jahr zumindest gedanklich einen Zwanni zur Seite legen muss, dann relativiert sich dies jedoch schnell. Alles in allem lässt sich der höhere Anschaffungspreis einer mechanischen Uhr gegenüber batteriebetriebenen Tickern hinsichtlich einer Kosten-Nutzen-Ratio durchaus mit einer deutlich längeren Lebensdauer und einer deutlich stabileren Wertentwicklung rechtfertigen. Wenn die Uhr nicht täglich getragen wird, sind auch die laufenden Kosten für Service und Wartung entsprechend geringer.
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2. Wiedererkennungswert: A-Brands und Uhrenklassiker als “Safe Bet”

Wenn sich das Design einer Uhr über Jahre und Jahrzehnte kaum verändert, ist das ein starker Indikator für einen Entwurf, der über die Jahre und Jahrzehnte immer Up-To-Date war. Und was bereits in der Vergangenheit "funktioniert" hat, wird auch in Zukunft nicht so schnell außer Mode kommen. Die großen Uhrenklassiker, die sich über die Jahre nur sehr geringen optischen Veränderungen unterliegen, haben häufig einen höheren Wiedererkennungswert und haben deshalb häufig auch eine besonders stabile Wertprognose. Auf den Schnapp des Jahrhunderts sollte man dabei allerdings nicht hoffen: Die Wahrscheinlichkeit, dass sich der Wert einer Uhr über kurz oder lang vervielfacht, ist von vornherein gering und wenn, dann betrifft dies häufig Modelle, die zunächst als Ladenhüter nur in geringen Stückzahlen produziert werden, und erst später, wenn sich Vorlieben und Zeitgeist ändern, plötzlich einen unerwarteten Hype erleben. Eine Rolle spielt hierbei natürlich auch immer die Marke. Marken mit vergleichsweise stabiler Wertentwicklung sind etwa Rolex, insbesondere die Sportmodelle aus Stahl, Patek Philippe, IWC, Jaeger-LeCoultre sowie bestimmte Uhrenklassiker von Marken wie Omega und TAG Heuer.
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3. Laufende Kosten: Komplizierte Uhren sind teurer

Zwar zeigen neben Uhrenklassikern gerade auch komplizierte Uhren eine vergleichsweise stabile und teilweise auch positive Wertentwicklung, jedoch ist die Unterhaltung von Uhren mit mechanisch anspruchsvollen Zusatzfunktionen vergleichsweise teuer und aufwändig. Während bei einer einfach mechanischen Uhr Servicekosten von 100 - 150 EUR fällig werden, ist die Revision eines Chronographen gleich mal doppelt so teuer. Bei komplizierten Uhren können schnell auch mal 500 - 700 EUR fällig werden, sodass die gute Wertprognose komplizierter Uhren mit deren hohen laufenden Kosten gegenläufig ist. Überdies ist die Anschaffung komplizierter Uhren meist von vornherein mit höheren Aufwendungen verbunden. Was häufig vernachlässigt wird, sind die laufenden Kosten, die für die Aufbewahrung komplizierter Uhren anfallen. Diese können langfristig durchaus einen nicht unerheblichen finanziellen Posten generieren. Da komplizierte Uhren häufig von vornherein teuer sind, werden sie häufig in Banksafes aufbewahrt. Bei manchen Uhren mit komplizierten Uhrwerken ist es wichtig, dass diese durchgängig laufen, wofür wiederum - wenn auch geringe - Kosten für die Anschaffung und den Strom- bzw. Batteriebetrieb von Uhrenbewegern berücksichtigt werden müssen. Der häufigen Wertsteigerung komplizierter Uhren zum trotz: Aufgrund der hohen Anschaffungskosten sowie laufender Kosten für Service und Aufbewahrung sollte der Kauf einer komplizierten Uhr zum Zwecke einer möglichen Wertsteigerung Personen vorbehalten bleiben, die über eine detaillierte Marktkenntnis verfügen. Für den durchschnittlichen Uhrenträger macht die Anschaffung einer komplizierten Uhr aus ökonomischen Gesichtspunkten nur bedingt Sinn.
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4. What if…? Sportuhren aus Stahl sind robuste Alleskönner

Einmal auf dem Marmorboden fallengelassen, und schon war’s das. Die Theoretische Lebensdauer und der Werterhalt nützen natürlich alles nichts, wenn die Uhr schließlich aufgrund von Schlägen, Erschütterungen oder Wasserschäden mehr oder weniger irreparabel beschädigt wird. Wer seine Uhr auch bei widrigen Verhältnissen und bei Outdoor-Aktivitäten tragen möchte, sollte unbedingt nach einer robusten Uhr Ausschau halten. Bei Sportuhren ist das Risiko eines Defekts aufgrund von Schlägen oder Erschütterungen auch bei noch so abenteuerlichen Alltagsgewohnheiten gering. Besonders Taucheruhren sind hier bestens geeignet, da nicht nur gegen einen Eintritt von Wasser in das Uhrinnere, sondern aufgrund ihres dickeren Gehäuseschutzmantels auch vor Erschütterungen effektiv schützen. Wichtig, aber heute eigentlich Voraussetzung bei mechanischen Uhren: Stoßsicherung (bei Schweizer Uhren Incabloc) schützt das mechanische Herz der Uhr, die Hemmung, und verhindert, dass diese bei einer Erschütterung bricht. Entscheidend ist auch das Gehäuseglas: Während man mit einem Saphirglas bestens gegen Schläge gewappnet ist, können Mineralgläser schnell Kratzer und Sprünge bekommen. Eine smarte Variante können Uhren mit Plexiglas sein: Diese sind in der Anschaffung günstiger und können mit geringem Kostenaufwand poliert oder überhaupt gewechselt werden. Was das Gehäusematerial angeht, sprechen wir eine klare Empfehlung für Edelstahl aus: Günstig in der Beschaffung und deutlich härter als etwa Gold. Stahl ist der Altzeitklassiker unter den Uhrenwerkstoffen und hat sich über Jahrhunderte bewährt.
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