6 Uhren unter 3.000,- EUR

VALUE PICKS


Eine hochwertige Uhr muss nicht gleich die Jahresmiete einer Dreizimmerwohnung in der Großstadt kosten. Bereits mit einem Budget von 1.000 - 3.000 EUR mischt man in der ernsten Uhrenliga mit, wo es anfängt mit Inhouse-Werken und mechanischen Komplikationen richtig spannend zu werden. Hier sind unsere 5 Value Picks für Neueinsteiger und all jene Luxusaffinen, die auch ein Stück weit Puritaner sind.

1. Junghans Max Bill Automatik

Junghans_Max_Bill_AutomatikNach turbulenten Jahren ist die deutsche Traditionsmarke Junghans wieder im Aufbau begriffen. So trägt man auch das Erbe der Max Bill Serie behutsam in die Gegenwart fort und klammert sich zunächst am Design-Erbe des Schweizer Bauhauskünstlers. Ausgestattet werden die Uhren mit den bewährten Kalibern des Werkelieferanten ETA. An der Junghans Max Bill schätzt man vor allem die Midcentury-Optik und den Status als zeitlose Designikone, der sie in den Reigen von Midcentury-Klassikern wie den Eames-Chair oder die Pendelleuchte Artichoke hebt. Eines ist für den aus der Design-Ecke kommenden Uhrenliebhaber klar: Es muss schon das Original sein. Eine der vielen Nachbauten im Stile des Schweizer Bauhaus-Künstlers, die nur zum Verkaufszweck den Namen “Max Bill” tragen, kommen deshalb nicht in Frage. Das schöne daran: Mit Preisen ab dem mittleren dreistelligen Euro-Bereich ist der Einstieg aus Kosten-Nutzen-Sicht besonders attraktiv. Sobald bei Junghans der nächste Schritt hin zur reinen Manufaktur geplant ist wird man in einigen Jahren auch versuchen, mit den beliebten Modellklassikern aus der Max Bill Kollektion höhere Deckungsbeiträge zu erzielen. Orientiert man sich dabei an den Preisen, die für Vintage-Modelle aufgerufen werden, dann werden auch die Preise für die neuen Max Bill Modelle steigen.
junghans-max-bill-grau-braunEditor’s Note: Im Vergleich zur Meister-Kollektion, deren Preise in den letzten Jahren die Preisleiter merklich hochkletterten, liegt die Junghans Max Bill selbst in der Automatik-Variante immer noch unter 1.000,- EUR. Wer auf den Komfort eines Selbstaufzugs nicht verzichten möchte, für den ist die Automatik-Version mit einem Gehäusedurchmesser von 38 mit einem Listenpreis von EUR 925,- die Go-To-Variante innerhalb der Max Bill KollektionDa die meisten Max Bill Fans vor allem das Design schätzen, ist auch die nochmals deutlich günstigere Handaufzugs-Variante zum Listenpreis von 625,- EUR interessant. Im Unterschied zur Automatik-Version ist diese nicht nur hinsichtlich ihres Designs, sondern auch mit ihrer Größe von 34 Millimetern seit dem Release der ursprünglichen Version unverändert geblieben. 

2. Tudor Grantour

tudor_grantourEs kommt nicht von ungefähr, dass die Sportmodelle von Tudor in ihrer gesamten Modellvielfalt zu unseren absoluten Favorites gehören. Sie setzen nahtlos das Erbe von Stahluhren in der Tradition von Rolex fort. Im Vergleich zu den Heritage-Modellen Black Bay und Pelagos wirkt die Grantour deutlich zeitgenössischer und das Gesamtbild ist so harmonisch, wie eine Sportuhr nur sein kann. Das schöne bei Tudor ist, dass es sich im Grunde um Oeuvres aus dem Wirkungsbereich von Rolex handelt, wobei teilweise (seit einiger Zeit jedoch nicht mehr ausschließlich) auf ETA-Werke zurückgegriffen wird. Die Tudor Grantour ist wahrscheinlich die preislich attraktivste Option, um an eine Rolex-Uhr zu gelangen. Auch wenn das darin verbaute ETA 2824 nicht von Rolex/Tudor hergestellt wurde, zeichnet es sich durch dieselben Eigenschaften aus, die da wären: Robustheit und Ganggenauigkeit. Neben dem zweifarbigen Zifferblatt gefällt besonders auch der Streifenschliff der unten gezeigten Variante, der der sportlich ausgelegten Stilrichtung der Grantour einen stimmigen Grundton verschafft.
Tudor_Grantour_Silver_Wristshot_ValuePicksEditor's Note: Die Tudor Grantour ist in den Farben Weiß, Silber und Schwarz sowie mit Armbändern aus Edelstahl und Kautschuk erhältlich. Es sei denn man ist definitiv nicht der Typ dafür, sollte man die Variante mit Stahlarmband in Betracht ziehen. Für einen relativ geringen Aufpreis erhält man hier ein Armband, das sich vom berühmten Rolex Oyster Band kaum unterscheidet. Zwar ist die Uhr mit ihren 42 Millimetern nicht zuletzt aufgrund der breiten Lünette und einem deshalb verhältnismäßig kleinen Zifferblatt alles andere als übergroß, jedoch kann für Personen mit besonders schmächtigen Handgelenken auch die Tudor Black Bay in den Größen 41 und 36 interessant sein. Die Variante mit 41 mm verfügt genauso über ein Inhouse-Werk wie die Tudor Pelagos, die in einer Größe von  42 angeboten wird. 

3. Longines HydroConquest Chronograph Cal. L688

longines-hydroconquest-41-chronograph-l688Zum Preis von unter 2.000,- EUR bekommt man mit dem HydroConquest Chronograph einen Schaltrad-Chronographen von einem der traditionsreichsten Schweizer Uhrenhersteller. Zudem handelt es sich hier mit einer Wasserdichtigkeit von 300 Metern und einer einseitig drehbaren Lünette um einen waschechten Diver. Während die meisten Chronographen-Werke in dieser Preisklasse auf dem berühmten ETA/Valjoux 7750 basieren, kann man bei dem hier verbauten L688 bereits durchaus von einem Premium-Werk sprechen. Statt mit einer einfachen Kulissenschaltung wurde es mit einem aufwendigen Schaltrad-Kaliber ausgestattet und mit der Register-Anordnung bei 3, 6 und 9 Uhr unterscheidet sich die Uhr auch schon optisch von den Standardchronographen auf Basis des Valjoux 7750. Alles in allem erhält man hier eine Menge Uhr fürs Geld. Die prädestinierte Einstiegsuhr für alle, die den Ausgangspunkt ihres Uhrengames sportlich interpretieren.
longines-conquest-41-automatic-chronograph-rubber-l27444562-6979-2Editor's Note: Wer gegenüber der PVD-beschichteten Lünette der HydroConquest eine massive Keramiklünette bevorzugt, erhält mit dem Conquest Chronograph eine preislich immer noch deutlich unter 3.000 EUR liegende Alternative, bei der ebenso wie bei der HydroConquest auf das Kaliber L688 zurückgegriffen wird. Der Vorteil der Keramik-Lünette besteht darin, dass diese auch nach vielen Jahren des Gebrauchs kaum Spuren der Abnutzung zeigt. Wer weniger sportliche Zeitmesser bevorzugt, der findet in dem eleganten Longines Heritage Chronograph eine interessante Alternative. Hierbei wird dasselbe Uhrwerk verbaut wie bei den Modellen Conquest und HydroConquest. Die aufwendige Werksfinissage kann durch einen Gehäuseboden aus Saphirglas bestaunt werden.
Longines_Heritage_Chronograph_L688

4. Frederique Constant Slimline Moon Phase Blue

frederique-constant-slim-line-42-moonphase-blue-fc-705n4s6-4578-2Mit der Moonphase-Variante aus der Slim Line Kollektion hat Frederique Constant eine Dresswatch mit Manufakturwerk im Stile der Jaeger-LeCoultre Master Ultra Thin und Zenith Elite auf den Markt gebracht. Der Hauptunterschied liegt im Preis: So ist die Frederique Constant Slim Line mit dem inhouse entwickelten Kaliber FC-705 bereits deutlich unter 3.000,- EUR zu haben. Besonders attraktiv sind die Mondphasenanzeige mit Pointer Date und das tiefblaue Zifferblatt, das an einen klaren Nachthimmel erinnert.

Editor's Note: Auch wenn wir uns jederzeit für die dunkelblaue Zifferblattvariante entscheiden würden, könnte vor allem als Erstlings-Dresswatch die Version mit hellem Zifferblatt interessant sein. Wem ein Durchmesser von 42 Millimetern für eine elegante Uhr eine spur zu viel ist und wer auf der Suche nach einer Nobel-Dresswatch zum attraktiven Preis ist, für den könnte die Slim Line Variante mit 40-Millimeter Gehäuse die Go-To-Watch sein. Zwar ohne Manufakturwerk und Mondphasenanzeige, dafür aber nochmals deutlich günstiger. 

5. Hanhart Pioneer MonoControl

Hanhart_MonoPusher_ChronographDass Steve McQueen eine Vorliebe für schöne Uhren hatte, ist gemeinhin bekannt. Nur selten fällt in diesem Zusammenhang jedoch der Name Hanhart. Tatsächlich zählte eine Hanhart 417 neben der Submariner 5512 zu Steve McQueens Lieblingsuhren, mit der er vor allem am Anfang seiner Karriere häufig gesichtet wurde. Die hier vorgestellte MonoControl aus der Pioneer-Kollektion hat große optische Ähnlichkeit zur Hanhart 417 und erinnert an die große Geschichte der Traditionsmarke für die Herstellung von Single-Button-Chronographen und Fliegeruhren. Während für die Single-Button-Modelle von Hanhart auf dem Vintage-Markt heute horrende Preise erzielt werden, erhält man mit dem neuen Modell zu einem Preis von knapp über 2.000,- EUR die Neuinterpretation eines deutschen Modell-Klassikers.
Hanhart-PIONEER-TwinControlEditor's Note: Bei Chronographen mit nur einem Drücker ist es anders als bei Varianten mit zwei Drückern nicht möglich, voneinander getrennte Teilzeiten zu einer Gesamtzeit aufzuaddieren. Wer deshalb das Design dieser Hanhart mag, aber einen Chronographen mit zwei Drückern bevorzugt, für den könnte die ähnlich bepreiste Pioneer Twin Control oder die günstigere Pioneer MK II interessant sein.

6. Nomos Club Handaufzug

nomos-glashuette-club-36Auch wenn NOMOS-Uhren in den letzten Jahren preislich etwas zugelegt haben, kann man bei anderen Herstellern immer noch lange nach Uhren mit Inhouse-Werken zu Preisen knapp über der Tausend-Euro-Marke suchen. Da man in den letzten Jahren zunehmend auf ein breitgestreuteres Preis-Portfolio setzte, bieten insbesondere die Einstiegsmodelle mit Handaufzug nach wie vor ein herausragendes Preis-Leistungs-Verhältnis. Allen voran gilt das für die Nomos Club mit dem Handaufzugswerk Alpha und kleiner Sekunde. Wer auf einen automatischen Aufzug sowie auf einen Sichtglasboden verzichten kann und auf der Suche nach einer kleineren Dresswatch mit einer Prise eloquenter Funkyness ist, findet hier seinen ultimativen Fit. 

Editor's Note: Eigentlich hätten wir an dieser Stelle genauso die Nomos Tangente, Zürich, Ahoi oder Tangente vorschlagen können. Wir haben uns aber dennoch für die Basisvariante der Nomos Club ohne Saphirglasboden und ohne Datum entschieden, da sie preislich gegenüber ihren Counterparts nochmals deutlich darunter liegt. Wem der Durchmesser von 36 mm dann doch etwas zu klein ist und bereits ist mehr zu investieren, für den hat Nomos immer noch eine Vielzahl interessanter Alternativen in der Hinterhand.

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