Ewiger Kalender (Perpetual Calendar)

DER BRAIN UNTER DEN KALENDARIEN


Er ist der König unter den mechanischen Kalendarien: Der ewige Kalender oder Perpetual Calendar. Mithilfe von Programmrädern erlaubt er mindestens bis zum Jahr 2100 ohne manuelle Korrektur eine Anzeige des korrekten Datums, Monats und Wochentags. Besonders bei Marken wie IWC, Jaeger-LeCoultre und Patek Philippe spielen Uhren mit dieser speziellen Komplikation seit jeher eine große Rolle. Was einen ewigen Kalender besonders macht, was ihn etwa von einem Jahreskalender oder Vollkalender unterscheidet und warum er meistens in Verbindung mit einem Automatikwerk angeboten wird, erfahrt ihr hier.

Was ist ein ewiger Kalender?

Streng genommen besteht ein Kalender aus mehr als der bloßen Anzeige des Datums. Meist spricht man erst dann von einem Kalender, wenn dieser einem bestimmten Tag auch den entsprechenden Wochentag zuordnet. Handelt es sich um einen ewigen Kalender, ist die korrekte Zuordnung theoretisch auch in unendlich vielen Jahren möglich.
Digital sind ewige Kalender heute einfach nachzubilden, mechanisch ist deren Herstellung jedoch äußerst aufwändig. Mithilfe von Programmrädern müssen nicht nur die unterschiedlichen Monatslängen, sondern auch die Schaltjahre berücksichtigt werden. Genaugenommen sind damit auch ewige Kalender nicht bis in alle Ewigkeit gültig. Die meisten ewigen Kalender erlauben eine korrekte Anzeige des Datums und zugehörigen Wochentags bis in das Jahr 2100. Genau dann sieht der gregorianische Kalender nämlich das nächste Mal im Vierjahresrhythmus kein Schaltjahr vor. Einige wenige mechanische Uhren berücksichtigen auch dieses Nicht-Schaltjahr und müssen über dieses Datum hinaus nicht korrigiert werden: Der Säkularkalender bzw. säkulare ewige Kalender berücksichtigt nicht nur die sogenannte 100er Regel, wonach alle 100 Jahre ein Schaltjahr ausfällt, sondern auch die 400er Regel, welche die 100er Regel jedes vierte Mal (also alle 400 Jahre) ausfallen lässt. 

Was ist bei Uhren mit ewigen Kalendern zu beachten?

Da für den Mechanismus eines ewigen Kalenders jedes Datum ein einzigartiges Ereignis darstellt, welches mithilfe der Programmräder mechanisch nachgeahmt wird, können sie auch nicht ohne weiteres beliebig vor- und zurückgestellt werden, ohne dass dabei die Korrektheit der Übereinstimmung von Datum, Wochentag und Monat verloren geht. Aufgrund dieses wesentlichen Unterscheidungsmerkmals von anderen Datums- und Kalenderarten, sollte die Uhr nicht über längere Zeiträume stillstehen. Gemeinsam mit der Armbanduhr empfiehlt sich deshalb auch die Anschaffung eines Uhrenbewegers, damit die Uhr auch stets tickt, auch wenn sie gerade nicht getragen wird. Die Notwendigkeit der richtigen Datumsanzeige ist auch der Grund, warum mechanische ewige Kalender fast immer in Verbindung mit einem automatischen Aufzug angeboten werden.
Bleibt die Uhr dennoch stehen, muss die Uhr anschließend um die entsprechende Anzahl der Tage manuell vorgestellt werden. Hierbei wird meist ein Datumskorrektor verwendet, bei dem ein mitgelieferter Stift zum Einsatz kommt. Bei einer mehrmonatigen manuellen Datumsanpassung ist zu bedenken, dass man für jeden einzelnen Tag, an dem die Uhr nicht läuft, manuell nachstellen muss. Es reicht somit nicht die Datumsscheibe mit dem aktuellen Datum zu synchronisieren, da bei mehreren Monaten “Zeitrückstand” ansonsten sowohl Monat als auch Wochentag nicht übereinstimmen. Und noch etwas ist zu beachten: Da ewige Kalender über äußerst komplizierte Werke verfügen, sollten sie nicht zurückgestellt werden. Hat man beispielsweise manuell "überkorrigiert" sollte man die Uhr stehenlassen, bis der tatsächliche Kalendertag den ewigen Kalender wieder eingeholt hat.

Was kostet ein ewiger Kalender?

Mechanische ewige Kalender werden den Grandes Complications hinzugerechnet und gehören damit zu den kompliziertesten unter den gängigeren Mechanismen. Armbanduhren mit einem ewigen Kalender haben deshalb auch ihren Preis: Bei den renommierten Schweizer und deutschen Uhrenmarken beginnen ewige Kalender im niedrigen fünfstelligen Euro-Bereich. Ein IWC Ewiger Kalender beginnt beispielsweise bei ca. 20.000,- EUR. Patek Philippe ist bekannt dafür, ewige Kalender auch mit anderen Komplikationen, etwa Chronographen, zu kombinieren. Diese Grande Complications Modelle liegen preislich häufig im sechsstelligen Bereich.
Warum also viel Geld für eine Uhr investieren, um sich damit einmal in 4 Jahren das manuelle Umstellen des Datums zu ersparen? In der Vergangenheit haben komplizierte Uhren wie ewige Kalender über viele Jahrzehnte eine positive Wertentwicklung gezeigt. Selbstverständlich ist dies keine Garantie dafür, dass auch in Zukunft mit Wertsteigerungen zu rechnen ist. Dennoch hat uns die Vergangenheit gelehrt, dass komplizierte Uhren, und damit auch ewige Kalender, dauerhaft nachgefragt werden. Mit ihrer komplizierten Mechanik werden sie zumeist in geringen Stückzahlen produziert und bewahren damit ihren exklusiven Charakter. 


Welche Alternativen gibt es?

Wem ein ewiger Kalender zu teuer ist, dem stehen alternativ auch einige preisgünstigere Varianten zur Verfügung. Auch der Vollkalender zeigt etwa neben dem aktuellen Datum zusätzlich Wochentag und Monat an und wird deshalb im englischen auch als Triple Date bezeichnet. Im Unterschied zum ewigen Kalender muss jedoch das Datum jeweils am Ende des Monats manuell korrigiert werden. Wie die einfache Datumsanzeige geht der Vollkalender nämlich für jeden Monat von einer Dauer von 31 Tagen aus. Der Jahreskalender unterscheidet dementgegen zwischen 30-tägigen und 31-tägigen Monaten und muss deshalb nur einmal pro Jahr (nämlich jeweils am 1. März) vorgestellt werden, da der Februar als 30-tägiger Monat behandelt wird.
Als Kompromiss zwischen Jahreskalender und ewigem Kalender berücksichtigt der Vierjahreskalender (oder halbewige Kalender) zusätzlich die kürzere Dauer des Februars, allerdings nicht die Schaltjahre. Fälschlicherweise wird der Vierjahreskalender häufig mit dem Jahreskalender gleichgesetzt. Da der Vierjahreskalender jedoch den Februar mit 28 Tagen abbildet, muss er im Unterschied zum Jahreskalender nur alle vier Jahre neu gestellt werden. Wem auch das zu viel der manuellen Justage ist, dem bleibt neben der Kaufoption eines ewigen Kalenders die Einsicht, dass der klassische Abrisskalender noch deutlich häufiger – nämlich einmal am Tag – manuell korrigiert werden muss.

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