10 der beliebtesten ETA-Werke im Überblick

Arbeitspferde und Chronographenklassiker


Seit vielen Jahren dominiert ETA den Markt an mechanischen Uhrwerken mit der Swiss Made Herkunftsbezeichnung. Die Kaliber des Herstellers arbeiten für viele auf dem Niveau des 3135 und anderen der bekanntesten Rolex-Werke und überzeugen in den unterschiedlichen Veredelungsstufen (Elaboré, Top, Chronomètre etc.) mit hoher Ganggenauigkeit und Zuverlässigkeit. Im Folgenden werden einige der wichtigsten Werke und Werkeserien der ETA SA vorgestellt.

ETA 2824 – Robuster Alleskönner

Das ETA 2824, in seiner aktuellen Ausführung ETA 2824-2, ist der Inbegriff eines Arbeitspferdes und glänzt mit hoher Zuverlässigkeit und Lebensdauer. Die aktuelle Variante der 2824er Reihe wird seit 1982 in großer Stückzahl produziert, sodass etwaige Achillesfersen längst behoben werden konnten. Während häufig eine hohe Präzision zu Lasten einer geringeren Robustheit „erkauft“ wird, vereint das 2824 beide Eigenschaften aufgrund einer relativ einfachen, aber höchst effektiven Bauweise. Vor allem wird dem 2824 nachgesagt, dass die Abweichung in Abhängigkeit von der Lage der Uhr und anderen Einflüssen relativ konstant bleibt. Ein weiterer Vorteil eines weitverbreiteten Werkes wie dem ETA 2824 liegt darin, dass Ersatzteile leicht zu beschaffen und relativ kostengünstig sind. Aufgrund seines großen Erfolges wurde das Werk vielfach von anderen Herstellern, auch aus der Schweiz, nachgebaut. Die prominenteste Adaption ist hierbei jene von Sellita in Form des SW200, welches ebenfalls hervorragende Ergebnisse erzielt. Häufig verwendet bei: Raymond Weil, Michel Herbelin, Tudor, Frederique Constant, Mido, Nautica, Oris, Mühle Glashütte

ETA Valjoux 7750 – Der Chronographen-Klassiker

Seitdem das Werk in den 1970ern entwickelt wurde, setzen zahlreiche Uhrenhersteller auf die treuen Dienste des Valjoux 7750. Neben seinen zahlreichen ETA-Abwandlungen wird das Chronographenwerk auch in seiner einfachsten Fassung als Rohwerk ausgeliefert und anschließend von den Herstellern selbst mit anderen Komponenten ausgestattet, finissiert oder mit ganzen Zusatzmodulen ausgestattet. Auch Premiummarken wie IWC, TAG Heuer oder Breitling als Basiskaliber greifen für ihre Chronographen auf das ETA/Valjoux 7750 zurück und modifizieren es in herstellertypischer Manier. Neben seinen üppigen Ausmaßen von 30 Millimetern Durchmesser und 7,9 Millimetern Höhe ist vor allem die Anordnung der Totalisatoren charakteristisch: Der 30-Minuten-Zähler findet sich bei 12, der Stunden-Zähler bei 6 Uhr. Die laufende Sekunde ist auf der linken Seite des Zifferblatts bei 9 Uhr positioniert, sodass die drei Chronographen-Hilfszifferblätter zusammen ein linksseitig aufgestelltes, gleichschenkeliges Dreieck ergeben.

Aufgrund seiner Robustheit, seiner Präzision und dem guten Preis-Leistungsverhältnis vertrauen bis heute unzählige Hersteller auf das 7750. Die seit Jahrzehnten weitgehend unveränderte Bauweise des Kalibers gibt zudem Sicherheit bei der Planung neuer Modellreihen, was vor allem bei kleineren Herstellern einen Grund für die Verwendung des 7750 darstellt. Häufig verwendet bei: Maurice Lacroix, TAG Heuer, Oris, IWC, Breitling

ETA 2892 – Der Premium-Selbstaufzieher

Neben dem 2824-2 und dem 7750 handelt es sich beim 2892-A2 wohl um das am weitesten verbreitete Kaliber aus dem Hause ETA. Abgesehen von seiner flacheren Beschaffenheit ähnelt es in seiner Bauweise dem 2824. Häufig wird das 2892 für Flaggschiff-Modellreihen von Marken im mittleren und höheren Preissegment verwendet, die entweder nicht über das notwendige Know-How für die Herstellung von Manufakturwerken verfügen oder (noch) nicht in hinreichender Stückzahl Kaliber für den Eigenbedarf produzieren können. Häufig dient das 2892 als Basis für Komplikationsuhren, da es - etwa im Vergleich zum bauähnlichen ETA-Schwesternmodell 2824 - flacher in der Bauweise ist. So bleibt das Werk kompakt, auch wenn zusätzliche Bauteile - wie einfachere Programmräder oder aber komplexe Kadraturen – hinzugefügt werden. Beispielsweise wird für das berühmte Kaliber 12 von TAG Heuer ein 2892 als Basis verwendet und anschließend mit dem Chronographen-Modul 2022 von Dubois-Dépraz erweitert. Mit dem ETA 2894 existiert jedoch auch eine aus eigenem Hause stammende Chronographen-Adaption des 2892, welche neben dem ETA 2893 mit zweiter Zeitzone (GMT) sowie dem 2895-1 mit einem Modul für eine kleine Sekunde nur eine von vielen ETA-Abwandlungen des 2892 darstellt. Häufig verwendet bei: Union Glashütte, Longines, IWC, Baume & Mercier, Breitling, Tudor, TAG Heuer, Paul Picot, Omega (Kaliber 1120)

ETA 2801 – Das verlässliche Standard-Handaufzugs-Werk

Beim ETA 2801, in der aktuellen Version 2801-2, handelt es sich um ein Handaufzugswerk mit der bei ETA üblichen Gangreserve von 42 Stunden sowie 17 Lagersteinen. Mit lediglich 3,35 mm ist das Werk auch für ein Handaufzugswerk relativ flach. Abgesehen vom Fehlen des Rotors und einer Datumsanzeige ähnelt das 2801 dem 2824 in seiner Bauweise. Verwendung findet das Werk heutzutage unter anderem in der Meistersinger Einzeigeruhr No. 1, die perfekt den Minimalismus des ETA 2801 widerspiegelt. Häufig verwendet bei: Meistersinger (Einzeigeruhr No. 1), Junghans

ETA 2836-2 – Das 2824-2 mit Wochentagsanzeige

Beim ETA 2836 handelt es sich um ein Kaliber auf der Basis des ETA 2824 und verfügt neben der Datumsfunktion auch über eine Wochentagsanzeige. Das aktuelle 2836-2 beherbergt überdies eine Sekundenstoppvorrichtung und kann auf ein GMT-Kaliber mit zweiter Zeitzone erweitert werden. So wie nicht jede Uhr mit einem 2824-2 Kaliber tatsächlich auch über eine Datumsanzeige verfügt, existieren Uhren, in denen zwar ein 2836-2 arbeitet, aber deren Zifferblatt keine Wochentagsanzeige zulässt (z.B. bei Mido Baroncelli Chronometer Jubilé). Die Adaption des Workhorse-Klassikers 2824 ist häufig bei Herstellern wie Mido und Oris im zugänglichen Preissegment zu finden. Häufig verwendet bei: Mido, Nautica, Oris

ETA Unitas (6497, 6498) Von der Jackentasche ans Handgelenk

Sowohl das 6497 als auch das 6498 wurden in den 1950er Jahren vom Werkehersteller Unitas entwickelt und heute von der ETA SA hergestellt und vertrieben. Ursprünglich als Kaliber für Taschenuhren lanciert, finden die Kaliber 6497 und 6498 nun bei Armbanduhren großen Anklang. In der Vergangenheit wurde die Unitas-Werkereihe häufig bei Panerai als Basis für die OP X und OP XI Kaliber verwendet. Seitdem Panerai vermehrt auf Kaliber aus eigener Produktion setzt, wird beim italienischen Lifestyle-Luxusuhrenhersteller nun jedoch seltener auf ETA-Werke wie jene der Unitas-Serie zurückgegriffen. Verwendet bei: Panerai (Kaliber OP X, XI), TAG Heuer Carrera (Cal. 1)

ETA 7751 – Adaption eines Klassikers mit hohem Alltagsnutzen

Bei kaum einem anderen Schweizer Uhrwerk, bekommt man wohl so viel Mechanik fürs Geld. Mit einer Chronographenfunktion und einem Vollkalender vereint das ETA 7751 gleich zwei Komplikationen mit sehr hohem Alltagsnutzen, was das Werk zum maßgeschneiderten Werk für Pragmatiker und Rationalisten macht (sofern man das beim Thema Luxusuhren so bezeichnen kann). Neben dem 7751 wurden in den letzten Jahren und Jahrzehnten noch weitere Adaptionen des Klassikers ETA Valjoux 7750 lanciert - etwa das 7753, welches über eine Drücker-Schnellschaltung bei 10 Uhr und eine rechts angeordnete Anzeige der gestoppten Minute verfügt. Häufig verwendet bei: Longines, Omega (Kaliber 1151)

2894 – Das 2892 mit Chronographenfunktion

Das 2894 ist das ETA-Chronographenwerk auf der Basis eines 2892-A2. Auch mit dieser Erweiterung misst das Werk nicht mehr als schlanke 6,1 Millimeter Gehäusedicke. Das 2894 ist die – im Vergleich zum ETA Valjoux 7750 – etwas modernere und aufwendigere Interpretation eines zuverlässigen Chronographenwerkes. Das Automatik-Kaliber verfügt über ganze 37 Lagersteine und eine - wie bei ETA üblich - Schweizer Ankerhemmung als Regulativ. Häufig verwendet bei: TAG Heuer

ETA 2000-1 – Das ultraflache Automatikwerk

In der aktuellen Version mit der Bezeichnung ETA 2000-1 wird das ultraflache Automatikwerk seit 1998 produziert. Mit einer Bauhöhe von lediglich 3,6 Millimeter ist es nur knapp dicker als das Handaufzugswerk ETA 2801. Das Werk verfügt über die Funktionen Sekundenstopp und Datum mit Schnellschaltung. Trotz der dünnen Bauart erlaubt das Werk eine Gangreserve von 40 Stunden und wird aufgrund seiner dünnen Beschaffenheit - ähnlich wie das ETA 2671 - gerne für Damenuhren verwendet. Häufig verwendet bei: Mido, Nautica, Oris, TAG Heuer, Omega

ETA Valgranges – Die neue Serie für extragroße Armbanduhren

Die Werkeserie, die mit der Referenz A07.XXX versehen ist, trägt - ähnlich wie die Zweckumwidmung der ursprünglich für Taschenuhren entwickeln Unitas-Kaliberreihe - der in den letzten Jahren gestiegenen Nachfrage nach großen und robusten Armbanduhren Rechnung. Aufgrund der großzügiger gestalteten Hauptplatine soll das Werk den Sichtboden größerer Uhren zur Gänze ausfüllen. Namensgebend für diese Kaliberserie ist die französische Bezeichnung der Stadt Grenchen (Granges), in der die ETA SA ihren Hauptsitz hat. Sie wird in verschiedenen Varianten angeboten: der Standardvariante mit der Referenz A07.111, einer Version mit Gangreserveanzeige (Referenz A07.161), als GMT-Uhr mit 24 Stundenzeiger (A07.171) und als Chronograph mit der Referenz A07.211.

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