Modeuhren – Der Schein von Luxus, Made in China

EIN MANIFEST FÜR HOCHWERTIGE UHREN


Und plötzlich ist matt und grau, was vor wenigen Jahren noch blitzeblank war. So geht es vielen, die dem schicken Reiz einer Modeuhr folgen und dabei vergessen, dass sie in erster Linie keine Uhr, sondern einen Namen kaufen. Modeuhren liegen seit Jahren im Trend. Viele große Modelabels haben neben ihrem eigentlichen Kerngeschäft, dem Verkauf von Textilwaren oder Lederaccessoires, mit einer Kollektion von Zeitmessern das Produktsortiment erweitert. Was viele Kunden nicht wissen: Während etablierte Schweizer Luxusuhrenhersteller wie Omega, Jaeger-LeCoultre oder Rolex weiterhin unter Einhaltung höchster Standards in der Schweiz produzieren, werden bei den meisten Modeuhren die inneren Werte nur selten ihrem bezirzenden Äußeren gerecht. Eine Absage an gebrandete Billigware aus Fernost und eine Liebeserklärung für hochwertige Armbanduhren.

Wenn der Markenname nichts mit dem Produkt zu tun hat.

Sicherlich gibt es Mode-Labels, die gewisse Qualitätsanstrengungen unternehmen. Einige von ihnen fertigen sogar in Kooperation mit Schweizer Herstellern. Doch die meisten Armbanduhren der bekanntesten Modehäuser sind längst keine europäischen Produkte mehr. Aufgrund der räumlichen Trennung zwischen Fertigung und Kontrolle von höchster Ebene, ist die Sicherstellung von Qualitätsstandards erschwert. Selten werden hier die notwendigen Anstrengungen unternommen, um gegenüber europäischen Produkten ein annähernd gleichwertiges Fabrikat zu produzieren. Schließlich ist eine transnationale Kontrolle von Standards teuer und unternehmensstrategisch schwer argumentierbar. Waren es doch gerade Kostengründe, die den Hersteller erst zum Produktions-Offshoring bewogen hatten.

Dass zwischen Schaufensterglanz und dem tristen Dasein in einer verstaubten Holzkiste oft nicht mehr als ein Jahr liegt, hängt jedoch nicht nur mit dem Produktionsland zusammen. Anstelle von Edelstahl kommen häufig Basismetalle zum Einsatz, statt robustem Saphirglas wird meist auf einfaches Mineralglas gesetzt. Die Folge: Materialabrieb und Verschleißerscheinungen machen sich am Gehäuse deutlich schneller bemerkbar und der Blick auf das Zifferblatt wird schon mal durch Kratzer und einen milchig-weißen Film beeinträchtigt. Die verbauten Quarzwerke kosten in der Herstellung kaum mehr als 3,- Euro und wenn das Werk nach kurzer Zeit kaputt geht, lohnt sich die Anschaffung eines Ersatzwerkes in den seltensten Fällen. Demgegenüber laufen Qualitätsuhren auch noch einem halben Jahrhundert und auch Alterserscheinungen machen sich bei pfleglichem Umgang kaum bemerkbar, wie dieser Vergleich einer Heuer Carrera aus den 1960ern (links) mit einer neuen TAG Heuer Carrera Cal. 18 (rechts) zeigt. 
TAG_Heuer_Carrera_Alt_Neu

Die Uhr als “Einwegprodukt”

Die kurze Halbwertszeit der meisten Modeuhren ist auch der Grund, warum Marktplätze im Netz voll sind mit Uhren-Angeboten von Herstellern, die sonst eher mit Abendkleidern, Eau de Toilettes oder goldglänzenden Gürtelschnallen in Verbindung gebracht werden. Gelistet werden sie dann für einen Bruchteil des Anschaffungspreises und trotzdem wollen und wollen sie den Besitzer nicht wechseln.

In vielen Fällen wird einem die Entscheidung für oder gegen den Kauf einer neuen Uhr ohnehin abgenommen: Sobald das Quarzwerk nämlich kaputtgeht, ist der Wert der Uhr meist auf einen Schlag gleich Null. Es macht nunmal keinen Sinn das Werk zu ersetzen, wenn die dafür anfallenden Kosten den Verkehrswert der Uhr überschreiten. Abgesehen davon ist ein passendes Ersatzwerk in vielen Fällen nicht zu bekommen, da Billig-Uhrwerke in der Regel nur für kurze Zeiträume produziert werden - ein Tamagotschi fürs Handgelenk sozusagen.

Luxusuhren und die Wertschätzung des Profanen

Zugegeben. Vielleicht sind wir auch ein wenig befangen, wenn wir sagen, dass Uhren kein gewöhnlicher Gebrauchsgegenstand sind. Wir verweisen dann auf Tradition, Symbolcharakter oder das Alleinstellungsmerkmal als männliches Schmuckstück. Im Grunde aber spielt es gar keine Rolle, ob es um eine Uhr, einen Füllhalter oder eine Gitarre geht. Eine grundsätzliche Wertschätzung für materielle Dinge gebührt sich schon in Anbetracht der Ressourcen, die in deren Fertigung flossen. Es geht darum, einen gewissen Dauerhaftigkeitsanspruch zu erheben und etwas Neues nicht immer gleich bei der nächsten Gelegenheit durch etwas noch Neueres zu ersetzen. Qualitätsuhren können auch mehrere Generationen unbeschadet überstehen, wie diese aus dem Beginn des 20. Jahrhunderts stammente Eterna zeigt.
Vintage_Eterna
Die Labels Swiss Made oder Made in Germany bezeichnen nicht nur die Herkunft eines Produktes, sondern sind Ausdruck eines Qualitätsversprechens. Sie stehen für eine hohe Verarbeitungsgüte, Innovation und Langlebigkeit. Klar ist auch, dass ab einem bestimmten Kostenpunkt nicht mehr objektive Qualitätsmerkmale, sondern softe Faktoren wie Know-how und Fertigungstiefe sowie die Exklusivität und das Renommee einer Marke den Preis bestimmen. Doch egal ob High-End- oder Einstiegssegment - Mit Marken wie Oris, Fortis, Hamilton, Junghans oder Tissot bekommt man bereits unter 1.000,- EUR eine mechanische Qualitätsuhr - nicht nur für heute, sondern für die nächsten 100 Jahre.

Verpassen Sie keine Neuigkeiten

Mit dem Montredo Newsletter sind Sie immer der Erste, der über unsere neuen Uhren und exklusive Angebote erfährt.

 

 

ABONNIEREN SIE JETZT UNSEREN NEWSLETTER

Nach Oben