8 Mythen rund um TAG Heuer

BUSTING MYTHS


Als Heuer im Jahr 1969 das berühmte Calibre 11 vorstellte, gehörte man längst zu den bedeutendsten Schweizer Uhrenmarken. Und da wo es viel Heritage gibt, existieren auch zahlreiche Legenden und Irrglauben. Hier sind 8 Mythen rund um den Hersteller der Uhrenikonen Carrera, Monaco und Autavia.

Mythos 1: Die Heuer Stoppuhr war die erste Uhr im Weltall.

Anders als häufig angenommen wird, war nicht die Heuer Stopwatch, sondern die Poljot Sturmanskie am Handgelenk von Juri Gagarin die erste Uhr im Weltall. Ein Eintrag in die Geschichtsbücher ist der Heuer Stoppuhr dennoch sicher: Wenige Jahre später machte sie der Astronaut John Glenn zur ersten Schweizer Uhr im Weltall und gleichzeitig zur überhaupt ersten Uhr, mit der der Erdball mindestens einmal umrundet wurde.

Mythos 2: Auf Heuer geht die Erfindung des Chronographen zurück.

Auch wenn Heuer Synonym für hochwertige Chronographen ist, erfunden wurde er weder von Heuer noch von anderen, heute mit hochwertigen Chronographen in Zusammenhang gebrachten Herstellern wie Universal Genève oder Breitling. Tatsächlich geht die Erfindung des ersten Chronographen durch Louis Moinet auf das Jahr 1819 zurück - fast ein halbes Jahrhundert bevor Heuer gegründet wurde. Auch wenn nicht für dessen Erfindung verantwortlich, war man aufgrund der Erfindung des Schwingtriebes durch Edouard Heuer entscheidend an der Entwicklung des modernen Chronographen beteiligt. Mit zwei verschiedenen Zahnkränzen fungiert dieser als eine Art Kupplung für die gestoppte Sekunde und findet auch heute noch Verwendung - etwa im weltweit meistgebauten Chronographenwerk, dem ETA/Valjoux 7750.

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Mythos 3: Steve McQueen trug privat eine Heuer Monaco.

Im - zumindest unter Uhrenliebhabern - zum Kultfilm gewordenen Streifen Le Mans machte Steve McQueen einst die Heuer Monaco zur Ikone. Auch heute noch ist die berühmteste quadratische Uhr der Welt untrennbar mit dem Namen des “King of Cool” verbunden, doch eigentlich war ein anderes Uhrenmodell Steve McQueens persönliche Wahl: Auf Fotos aus dem Privatarchiv ist er fast ausschließlich mit einer Rolex Submariner No Date Ref. 5512 zu sehen.

Mythos 4: Das Calibre 11 war das erste Chronographenwerk mit automatischem Aufzug.

Die Debatte darüber, welches nun das erste automatiche Chronographenwerk der Geschichte war, setzt sich seit nun schon fast einem halben Jahrhundert bis in die Gegenwart fort. War es das Seiko 6139, das El Primero von Zenith oder doch das Calibre 11 von Heuer? Während gelegentlich behauptet wird, dass die Entwicklung des Calibre 11 vor dem El Primero abgeschlossen worden war und das Seiko 6139 zuerst auf den (zunächst örtlich auf Japan begrenzten) Markt gebracht wurde, wird gemeinhin das El Primero als das erste seiner Art erachtet. Grund ist, dass die Eigenentwicklung aus dem Hause Zenith im Jahr 1969 wenige Wochen vor dem 6139 und dem El Primero vorgestellt wurde.

Mythos 5: Das Calibre 11 wurde lediglich in der Monaco verbaut.

Das Kaliber 11 wird unweigerlich mit der TAG Heuer Monaco in Verbindung gebracht, was zu der Annahme verleitet, dass das Kaliber nicht für andere Modelle verwendet wurde. In Wirklichkeit existieren aber auch einige Autavias und Carreras mit dem bedeutenden Werke-Klassiker. Unter Sammlern am begehrtesten sind die kurz nach Einführung des Calibre 11 herausgebrachten Modelle, die jeweils den Schriftzug Chronomatic tragen, ehe dieser kurze Zeit später durch Automatic Chronograph ersetzt wurde.

Mythos 6: Die linksseitige Krone des Calibre 11 soll den Tragekomfort erhöhen.

Die Modelle Monaco und Carrera verkörpern den Rennsport der 60er und 70er Jahre wie kaum ein anderes Modell. Gelegentlich wird deshalb angenommen, dass die Krone auf 9 Uhr positioniert wurde, damit sie dem Träger bei abgewinkelter Handgelenkhaltung (z.B. wenn man am Rennlenkrad kurbelt) nicht auf den Handrücken drücken kann. Dies ist jedoch nicht der Grund für die Platzierung auf der linken Seite. Auch sind die Tragegewohnheiten von Steve McQueen, der die Uhr während der Dreharbeiten stets am rechten Handgelenk trug, nicht der Auslöser. Doch es existieren noch weitere unrichtige Erklärungsansätze: Etwa, dass die Position der Krone ein Design-Element sei und der Neuheit des automatischen Chronographen stilistisch Ausdruck verleihen soll. Tatsächlich handelt es sich hingegen um eine technische Notwendigkeit, da das Dubois-Dépras Chronographen-Modul nur so auf das Buren Mikrorotor-Werk aufgesetzt werden konnte, dass die Drücker auf der gegenüberliegenden Seite der Krone platziert werden mussten. Da die Drücker während des Tragens jedoch häufiger in Gebrauch sind als die Krone und man davon ausgeht, dass die Uhr links getragen wird, entschied man sich dafür, die Krone links und die Drücker rechts zu platzieren (und nicht umgekehrt). Heute ist die linksseitige Krone wesentliches Erkennungsmerkmal und Teil des Mythos rund um das Calibre 11.

Mythos 7: Die Neuauflage des Calibre 11 ist baugleich mit der ursprünglichen Variante.

Da sich die Technik und nicht zuletzt auch die Verfügbarkeit an Rohwerken und einzelner Bauteile im Laufe der Jahre und Jahrzehnte geändert hat, gibt es einige Unterschiede zwischen dem ursprünglichen Calibre 11 und seiner neuesten Version: Während die Erstfassung aus dem Jahr 1969 auf einem Buren 1281 basiert, wurde für die Neuinterpretation ein ETA 2892 bzw. Sellita SW300 verwendet. Beiden Modellen ist hingegen ein Dubois-Dépraz Chronographen-Modul gemein. Vor allem ist aber mit der links angeordneten Krone auch das markanteste Merkmal des ursprünglichen Calibre 11 erhalten geblieben. 

Mythos 8: Für die ersten Carrera-Modelle wurde Radium als Leuchtmasse verwendet.

Bekanntlich wurden lumineszierende Uhren vor der Einführung von Luminova und SuperLuminova mit "T" für Tritium gekennzeichnet. Anders als bei anderen Schweizer Uhrenmodellen findet sich die Kennzeichnung bei Vintage Carreras nicht am unteren Zifferblattrand, sondern innerhalb des bei 6 Uhr positionierten Hilfszifferblattes. Da die frühesten Carrera-Modelle kein T für Tritium aufweisen, wird angenommen, dass hier das vor Tritium als Leuchtmasse eingesetzte Radium verwendet wurde. Heute wird jedoch davon ausgegangen, dass das fehlende T nicht auf den Einsatz von Radium, sondern auf die damals noch nicht vorhandene uniforme Leuchtmassenkennzeichnung zurückzuführen ist.


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