Wie sieht die Armbanduhr von morgen aus?

Von Smartwatches, mechanischen Uhren und Hybriden


Wird die mechanische Armbanduhr letztlich durch die Smartwatch ersetzt? Auch wenn Apple Watch und Co. Fotos schießen und Schritte zählen und man wie einst Michael Knight mit K.I.T.T damit kommunizieren kann, eine mechanische Uhr steht einfach für sich selbst. Der folgende Beitrag ist eine Liebeserklärung an die mechanische Uhr. Gleichzeitig blicken wir auf die Vorläufer der heutigen Smartwatch und stellen Modelle der Schweizer Marken TAG Heuer und Frederique Constant vor, die als hybride Antwort auf rein digitalen Smartwatches zu verstehen sind.
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Mechanische Uhren und die Liebe für das Zeitlose

Wenn man so will, ist es ja geradezu anachronistisch, dass die altertümlichsten Uhrwerke auf dem Markt die höchsten Preise erzielen. Da die Unruh ediglich mit 3 – 5 Hertz statt der 800 Mega-Hertz einer Smartwatch schwingt, laufen mechanische Uhren viel ungenauer an und müssen unabhängig von den Tragegewohnheiten alle paar Wochen manuell nachjustiert werden. Doch das Laufverhalten der Uhr ist es nicht, was einen Uhrenliebhaber dazu bewegt einen mechanischen Zeitmesser zu tragen: Es ist das subjektive Gefühl eines wertigen Gegenstandes, eines Alltags-Tools, das seit Jahrhunderten auf demselben Funktionsprinzip basiert. Wenn man eine mechanische Uhr trägt, dann trägt man mit ihr das Erbe großer Marken und ein zeitgeschichtliches Artefakt. Die Entwicklung der mechanischen Uhr ist schließlich nicht für sich geschlossen zu betrachten, sondern zog seinerzeit weitreichende gesellschaftliche Veränderungen nach sich. Sie veränderte nicht nur das gesellschaftliche Zusammenleben und die Tagesplanung, für dessen Einteilung in einzelne Abschnitte nun nicht mehr ausschließlich die Sonne maßgeblich war. Auch die Schifffahrt und die Entdeckung anderer Kontinente wurde durch die Entwicklung von Chronometern entscheidend vorangetrieben.  
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Connected und Horological Smartwatch als Gegenentwurf

Als Antwort auf die Smartwatch mit Akkubetrieb und digitalem Display werden auch seitens der Uhrenhersteller Anstrengungen unternommen. Der Entwurf basiert dabei meist auf einer hybriden Lösung, bei der das Gefühl einer veritablen Schweizer Qualitätsuhr mit den typischen Funktionen kombiniert werden, die man von modernen Smartwatches kennt. Ein frühes Konzept einer hybriden Smartwatch mit analoger Anzeige, Edelstahlgehäuse und Saphirglas legte etwa Frederique Constant mit der Horological Smartwatch vor. Speziell als Antwort auf die Apple Smartwatch hat auch TAG Heuer mit der Connected vor einiger Zeit einen Gegenentwurf präsentiert. Im Vordergrund steht jeweils die Kompatibilität mit anderen Devices. Im Falle der Tag Heuer Connected wird gleichzeitig ein Anreiz für ein „Upgrade“ für eine mechanische geschaffen. So muss man als Besitzer der hybriden Smartwatch im Falle eines Kaufs einer mechanischen TAG Heuer lediglich den Differenzbetrag entrichten.
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Eine alte Idee neu aufgegriffen

Blicket man einige Jahre zurück, stellt man fest, dass die Idee einer Smartwatch nicht erst seit Samsung, Apple und Co existiert. Bereits vor 10 Jahren hatte Microsoft eine Computeruhr angeboten, die allerdings nur kurz auf dem Markt war. Genau genommen können auch Casio-Modelle der 80er und 90er Jahre als Vorläufer der Smartwatch von heute bezeichnet werden. Statt mit dem Computer, Mobiltelefon oder iPad waren die Uhren von damals mit dem Fernseher verbunden. Auch Zusatzfunktionen wie Pulsmesser oder Höhenmesser sind alles andere als neu.
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Die batteriebetriebene Tissot T-Touch kombiniert etwa eine Vielzahl an Zusatzfunktionen und ist damit auch als früherer Versuch einer smarten Uhr im Bereich des zugähnlichen Luxussegmentes zu deuten. Das Modell ist nun schon seit vielen Jahren erfolgreich auf dem Markt vertreten und findet sich sogar in unserer Liste der 20 beliebtesten Uhrenmodelle weltweit wieder. Auch nach über einem Jahr, die die Apple Watch nun auf dem Markt ist, lässt sich nicht vorhersagen, ob es sich um ein kurzfristiges Phänomen oder um einen nachhaltigen Gamechanger im Bereich der Uhrenindustrie handelt. Nicht zuletzt mit dem Aufkommen batteriebetriebener Uhren während der in Uhrenkreisen so bezeichneten Quarzkrise haben mechanische Zeitmesser jedoch schon so manchem Trend standgehalten und sind doch stets das geblieben, was sie sind: zeitlose Schönheiten.

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