Swiss Alp Watch von H. Moser & Cie.

Mit der neuen, auf lediglich 50 Stück limitierten Swiss Alp Watch hat der Schweizer Traditionshersteller H. Moser & Cie. einen Gegenentwurf zur Apple Smartwatch gelandet – und zwar im unerwarteten Sinne. Die Uhr ähnelt rein äußerlich zwar dem Apple-Produkt, anders als diese oder etwa die TAG Heuer Connected funktioniert sie jedoch zu 100% mechanisch. Mit im Gepäck sind zwar kaum mechanische Zusatzfunktionen, dafür führt man mit dem Purismus einer mechanischen Dreizeigeruhr den elektromagnetischen Smartphone-Trend ad absurdum – ein Seitenhieb gegen die Könige der medienwirksamen Inszenierung.

Apple Designanleihe mit analoger Zeitanzeige

Anders als bei der Apple-Uhr wird die Uhrzeit der Swiss Alp Watch nicht digital, sondern mithilfe von analogen Zeigern angezeigt und ist damit wohl als mechanische Antwort auf die Premium-Variante der Apple Smartwatch gedacht. Beide verfügen über ein 18-Karat-Gehäuse und schenken sich auch preislich nicht allzu viel – zumindest weniger als man vermuten würde. Während die teuerste Apple-Uhr mit EUR 18.000,- gelistet ist, kostet die Swiss Alp Watch EUR 23.190,-. Äußerlich sind die Apple-Watch-Anleihen unverkennbar: Das Gehäuse-Design entspricht fast eins zu eins dem Apple-Entwurf, jedoch ist die Uhr in ihren Abmessungen (44 mal 38 mm) um 2 Millimeter länger und breiter als die größere der beiden Apple-Watch-Varianten. Das atemberaubende, in grauen Farbtönen verlaufende Fumé-Zifferblatt ist Markenzeichen von H. Moser & Cie. Gleichzeitig bringt das nach innen hin heller werdende Finish eine Nostalgie auf den Punkt, die sich als zeitlose Antwort auf ein modernes Lifestyle-Produkt versteht. Wem die Marke H. Moser & Cie. weniger geläufig ist, den erinnert dieser spezielle Farbverlauf möglicherweise an die 60er Jahre Spezimatic der Glashütter Uhrenbetriebe, heute Glashütte Original, und der aktuellen Sixties-Iconic-Kollektion des deutschen Premium-Herstellers. 

Anti-Funktionalismus als Statement

Natürlich verfügt die Swiss Alp Watch nicht über all die Zusatzfunktionen einer Apple-Uhr. Die Schritte muss man immer noch selber zählen. Um den Ruhepuls zu messen, muss man immer noch selbst die Hand auf die Halsschlagader legen (und kann dabei eine zusätzliche mechanische Uhr mit Pulsometer-Skala zur Hilfe nehmen). Immerhin, eine Zusatzfunktion gibt es doch: Mit einer Gangreserve verfügt auch die Swiss Alp Watch über eine Anzeige der verbleibenden Laufzeit innerhalb eines Ladezyklus – auch wenn die Energie an dessen Ende nicht elektromagnetisch, sondern manuell zugeführt wird. Man braucht natürlich nicht ernsthaft Vergleiche hinsichtlich des Funktionalismus bemühen. Die Swiss Alp Watch überzeugt mit dem Purismus einer auf die Zeitanzeige beschränkten, handgefertigten Uhr. Während nur schwer zu erahnen ist, was mit den meisten der verkauften Apple Watches passiert, sobald die verwendete Technik nicht mehr State of the Art ist, wird die Schweizer Interpretation einer High-End-Armbanduhr Generationen überdauern.

Bloßer Marketing-Coup oder Konkurrenz für Apple?

So aufsehenerregend die Veröffentlichung der Swiss Alp Watch auch ist, ist sie doch gleichzeitig mehr als ein bloßer Marketing-Gag. Man gibt damit unmissverständlich zu verstehen, dass man als unabhängiger Uhrenhersteller keinerlei Smartphone-Zugeständnisse plant und spricht damit sicherlich auch im Namen anderer kleiner Uhrenmanufakturen. Gleichzeitig kann die Uhr aus der Sicht von allen, denen das Apple-Design gefällt, eine echte Alternative zur Gold-Variante der Apple Watch sein. Im Vergleich zu dieser bietet H. Moser & Cie. mit der vollständig inhouse gefertigten Swiss Alp Watch aus unserer Sicht eindeutig mehr fürs Geld. Gut möglich auch, dass es sich beim teureren Quasi-Replikat letztendlich um die Uhr mit der positiveren Wertentwicklung handelt.

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