3135 und Co.: Die Top 10 Rolex-Werke

Die wichtigsten Kaliber im Überblick

Für viele sind die Kaliber von Rolex in ihrem Laufverhalten unerreicht. Beispiellos sind vor allem die extreme Robustheit und die hohe Ganggenauigkeit, die auch über längere Zeiträume ohne Revision kaum einbüßt. Zentrales Charakteristikum der 3135er Kaliberfamilie ist der in synthetischen Rubinen gelagerte Rotor. Während bei vielen anderen Herstellern Kugellager verwendet werden, sind so bei Rolex keine beweglichen Teile im Spiel, was Verschleißerscheinungen über einen langen Zeitraum sehr gering hält. Es ist vielleicht nur eines von vielen Charakteristika. Gleichzeitig ist es aber auch Sinnbild für die Herangehensweise des Branchengranden, bei der Ästhetik und Innovation keinen Selbstzweck erfüllen, sondern beharrlich auf die Erfüllung der für Rolex so berühmten Werkeigenschaften ausgerichtet sind. Dies ist eine kleine Auflistung der wichtigsten Automatik-Kaliber von Rolex der letzten Jahre und Jahrzehnte - eine Erfolgsgeschichte, die im Kaliber 3135 ihren Ursprung hat.

1. Rolex 3135 – Das genreprägende Automatik-Kaliber

Bei Rolex werden keinerlei Entwicklungen verfolgt, die mit etwas Distanz betrachtet überflüssig erscheinen könnten. Lieber baut man auf dem Erfolg einer Innovation modulhaft eine ganze Sportkaliberserie, die über viele Jahrzehnte verhältnismäßig geringen Modifikationen unterworfen ist. Nicht nur, dass das 3135 für viele als das beste Automatik-Kaliber gilt, das jemals gebaut wurde. Auch bildet es in seinem Aufbau und seinem in Rubin gelagerten Schwungkörper über inzwischen fast drei Jahrzehnte den Ursprungsentwurf für die meisten aktuellen Rolex-Werke. Wenn man eine Auflistung der wichtigsten Kaliber aus dem Rolex-Programm vornimmt, dann muss man diese deshalb unweigerlich mit dem schon eingangs erwähnten 3135 Automatikwerk eröffnen. Mit seinen satten 31 Lagersteinen kann es nicht gerade als einfaches Werk bezeichnet werden. Trotzdem ist es eine verlässliche Maschine die läuft und läuft und läuft. Der Urahn des 31er-Stammbaums verfügt über eine bei 3 Uhr positionierte Datumsanzeige mit Schnellschaltung.

Verbaut u.a. in: Submariner Date, Datejust, Sea-DwellerYacht-Master

2. Rolex 3130 – Das abgespeckte 3135 ohne Datumsmodul

Beim Kaliber 3130 handelt es sich um ein mit dem 3135 identischen Uhrwerk, bei dem jedoch auf einen Datumsmechanismus verzichtet wurde. In die 31er Kaliberserie aufgenommen wurde das 3130 erst im Jahr 2001 und somit ganze 13 Jahre nach dem großen Bruder mit Datum. Auch findet diese Pizza-Margerita-Version der 3XXX-Werke Anwendung in den datumlosen Modellen Air King und Explorer I.

Verbaut in: Submariner No Date, Air King, Explorer I

3. Rolex 3136 – Das größere 3135

Hier handelt es sich um eine gegenüber dem Kaliber 3135 um zweieinhalb Millimeter gewachsene Variation der 3100er Werksfamilie. Zu finden ist das Kaliber etwa in der Rolex Datejust mit einem Gehäusedurchmesser von 41 Millimetern. Während andere Hersteller wohl einfach dasselbe Kaliber in ein neues Gehäuse packen und den Kaliber-Platzhalter in Relation zum Gehäuse verkleinern würden, bringt Rolex mit dem 3136 ein neues Kaliber auf den Markt, welches in seiner Größe an aktuelle Tragegewohnheiten von Uhren jenseits der 40-Millimeter-Marke Marke angepasst wurde.

Verbaut in: Datejust II

4. Rolex 3155 – Das neuere Präsidenten-Kaliber

Das 3155 war als Nachfolger des 3055 über fast drei Jahrzehnte das Uhrwerk der Day-Date mit ihrer berühmten ausgeschriebenen Wochentags-Indikation bei 12 Uhr. In der Ausführung in Gelbgold und mit Präsidentenarmband ist die Day-Date als Uhr unzähliger US-Präsidenten zum Mythos geworden. Als Taktgeber für die Day-Date wurde das 3155 ab 1988 eingesetzt und wurde somit noch im selben Jahr wie das Basiswerk 3135 lanciert.

Verbaut in: Rolex Day-Date

5. Kaliber 3156 – Das verbesserte 3155

Das Kaliber 3156 ist eine überarbeitete Version des 3155, welches ebenso wie sein vorgänger über eine Wochentags-Anzeige verfügt. Im Vergleich zum 3155 wurde das 3156 mit dem inhouse entwickelten Paraflex-Antischocksystem sowie der Parachrom Spiralfeder ergänzt. Dieses neue System zeichnet sich durch eine höhere Beständigkeit gegenüber Magnetfeldern und eine geringere Empfindlichkeit gegenüber Erschütterungen aus. Verwendet wird das im Vergleich zum 3155 etwas größere 3156 in der Rolex Day-Date II mit einem Gehäusedurchmesser von 41 mm.

Verbaut in: Rolex Day-Date II

6. Rolex 3085/3185/3186 – Das Zeitzonenkaliber von Rolex

Hierbei handelt es sich um ein Kaliber auf Basis des 3135, welches um ein GMT-Modul ergänzt wurde und deshalb in ihrem Aufbau auch um einen halben Millimeter höher ist. Das Modul ermöglicht die Anzeige einer zweiten Zeitzone mit Hilfe eines zusätzlichen Stundenzeigers, der 24-Stunden für eine Umkreisung des Zifferblattes benötigt und damit halb so schnell wie der eigentliche Stundenzeiger voranschreitet. Abgelesen wird die Stunde der zweiten Zeitzone über die 24-Stunden-Lünette. Die Ursprungsform dieser Kalibergattung mit zweiter Zeitzone ist das Kaliber 3085, welches bei seiner Einführung im Jahr 1985 das erste Kaliber war, bei dem der GMT-Zeiger unabhängig von der aktuellen Uhrzeit über die Krone eingestellt werden konnte und in der ersten GMT-Master II „Fat Lady“ zum Einsatz kam.

Verbaut in: GMT Master IIExplorer II

7. Rolex 4130 – Das Chronographen-Kaliber von Rolex

Als das 4130 im Jahr 2000 vorgestellt wurde, war es das letzte Kaliber, welches ein zugeliefertes Kaliber im Rolex-Programm (in diesem Fall das Zenith El Primero) ersetzte. Seit diesem Zeitpunkt ist Rolex reine Manufaktur, was bedeutet, dass seit Lancierung des 4130 sämtliche in Rolex-Uhren verbauten Werke selbst hergestellt werden. Das Chronographenwerk von Rolex ist um 2 Millimeter größer als das 3135 und ist mit seiner Höhe von 6,5 Millimeter trotz seiner Robustheit deutlich schlanker als etwa das ETA/Valjoux 7750. Das Werk schwingt – so wie das 3135 – mit 28.800 A/h, was eine bis auf die Achtelsekunde genaue Stoppzeit ermöglicht. 

Verbaut in: Rolex Daytona

8. Rolex 3131/3132: Das Nachfolgemodell des 3130

Beim 3131 und 3132 handelt es sich jeweils um eine um Paraflex und Parachrom ergänzte Version des 3130. Anders als das Milgauss-Kaliber 3131, kommt das 3132 mit seinen kleineren Abmessungen in Uhren mit Gehäusegrößen unter 40 mm zum Einsatz. Neben der Rolex Explorer I findet sich darunter mit der Automatik-Version der Rolex Cellini auch eine Uhr, die der eleganten Linie von Rolex angehört. Beim Kaliber 3165 und 3180 handelt es sich übrigens um Abwandlungen des 3132 mit kleiner Sekunde bei 3 bzw. 6 Uhr.

Verbaut in: Rolex Milgauss, Explorer ICellini

9. Rolex 2235 – Das Damenuhren-Kaliber aus der 3135er Familie

Zwar mag das 2235 wichtige Charakteristika des 3135 (wie die rubingelagerte Schwungmasse) aufweisen, doch kann man kaum von einem Kaliber auf Basis des 3135 sprechen. Schließlich handelt es sich um ein exakt acht Millimeter kleineres Werk, wodurch die mechanische Konstruktion im Vergleich zum 3135 mit denkbar verschiedenen Ausgangsparametern bestimmt ist. Das 2235 wird seit 1999 produziert und schafft es, trotz der deutlich kleineren Gehäuseabmessungen annähernd so robust und ganggenau zu sein wie sein großer Bruder 3135. Das ist tatsächlich bemerkenswert und erstaunlich, gehört das Kaliber mit einer Größe von etwas mehr als 20 Millimetern zur kleinsten Kalibergattung, was üblicherweise gleichbedeutend mit entsprechend hohen Gangwertetoleranzen ist.

Verbaut in: Rolex Lady Datejust, Rolex Lady Yacht-Master

10. Rolex 3255 – Die Neuentwicklung mit längerer Gangreserve

Im Jahr 2015 präsentierte Rolex mit dem 3255 ein Kaliber der neuen Generation, bei dem nach eigenen Angaben 90% der verwendeten Bauteile von Grund auf erneuert wurden. Dies kann durchaus als mögliche Zäsur im Schaffen von Rolex gedeutet werden, sodass das Kaliber 3255 vielleicht als Testläufer für ein von Grund auf erneuertes Automatikkaliber-Programm fungiert. Das Werk überzeugt mit einer deutlich verlängerten Gangreserve von 70 Stunden (Zum Vergleich: Die Gangreserve der bisherigen Werke beträgt knapp 50 Stunden). Möglich wird dies durch ein Zusammenwirken der neuen Chronergy Hemmung, in ihren Gleiteigenschaften optimierte Schmieröle und einer stärkeren maximalen Spannkraft durch die Verwendung einer größeren Spirale in einem zugleich verkleinerten Federhaus. Gleichzeitig spricht man bei Rolex von einer doppelt so präzisen Zeitindikation wie notwendig, um der COSC-Norm zu genügen (auch wenn viele Rolex-Träger bei ihren Uhren schon davor konstant geringe Gangabweichungen von kaum mehr als 2 Sekunden pro Tag beobachtet haben). Verbaut wird das 3255 vorerst in der neuesten Day-Date-Generation mit einem Gehäusedurchmesser von 40 Millimetern. Gut möglich aber, dass dies die Initialzündung für eine von Grund auf erneuerte Rolex-Kaliberserie für automatische Dreizeiger darstellt.

Verbaut in: Rolex Day-Date 40

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