10 neuere Uhrenmodelle, die in 25 Jahren Klassiker sein könnten

Future Icons


Die Speedmasters, Submariners und Monacos dieser Welt sind längst Uhrenikonen und besäumen mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit auch noch in ferner Zukunft die hochglanzbeschichteten Modellkataloge der einzelnen Hersteller. Welche jüngeren Modelle haben aber das Zeug, in diesem elitären Kreis Aufnahme zu finden und sich künftig branchenweit als Klassiker zu verständigen? Wir begeben uns auf einen wagemutigen Ritt zwischen Fast-Schon-Klassikern und weniger beachteten Modellen, die als Bold Predictions über die Hintertür Eingang in diese Liste finden. Denn nicht immer zeichnet sich von Beginn an ab, welche Uhr zur Legende wird. Kurz nach dem Erscheinen der Rolex Daytona oder der Rolex Explorer hätte wohl kaum jemand einen Pfennig gewettet, dass die beiden damaligen Ladenhüter einmal zu den gefragtesten Sportuhren-Modellen überhaupt gehören würden. Wer weiß also schon, was in 25 Jahren sein wird? Wir jedenfalls nicht. Trotzdem wollen wir einen Versuch wagen.

1. Nomos Metro

Nomos_Metro

Nomos gehört zu den deutschen Uhrenmarken, die heute vieles richtig machen. Und da sich das Renommee einer Uhrenmarke bekanntlich aus seinem Erbe speist und das Schaffen von heute der beste Indikator für die Markenwahrnehmung in Zukunft ist, kommt die Erwähnung von Nomos in dieser Liste nicht überraschend. Die Manufaktur aus Glashütte hat heute ein in seiner Größe überschaubares aber aussagekräftiges Produktsortiment, mit einigen Modellen, die bald als Klassiker gelten könnten. Während man die Tangente als die erste Nomos mit ihrem Signature-Design trotz ihrer relativ kurzen Modellhistorie schon fast als Klassiker bezeichnen muss, haben wir uns hier für die Nomos Metro entschieden. Die Metro ist merklich anders als andere Modelle. Doch auch wenn das Design viel Neues mitbringt, verliert sie sich niemals in ihren Details und bewahrt sich jederzeit den holistisch-reduzierten Charme, mit dem Nomos die Uhrenbranche seit Jahren bereichert.


2. IWC Mark XVIII



Klarer als die meisten ihrer Vorgänger und absolut auf den Punkt gebracht präsentiert sich die Mark XVIII. Sie steht für ein Zurück zu mehr Einfachheit und kleineren Abmessungen - ein Wunsch, der unter langjährigen IWC-Liebhabern schon seit einiger Zeit laut geworden war. Ein Zugeständnis an das Publikum? Weit gefehlt. Die Mark XVIII steht für ein Zurück zu dem, was IWC immer schon war und im tiefen Inneren auch heute noch ist. Es ist nicht der Glamour des Feuilleton, sondern das hohe technische Niveau und die häufig einfach gehaltene aber niemals langweilige Gestalt, die IWC einst groß machte. Genau das ist auch die Mark XVIII. Gut möglich deshalb, dass sie in der Retrospektive eine Zäsur zurück zum Ursprung von IWC markiert.


3. Omega Speedmaster Racing

Omega_Speedmaster_Racing_Panda_Dial


Eine Speedmaster Professional, die irgendwie auch Daytona “Paul Newman” sein will. Genau das werden sich viele zunächst gedacht haben. Und vielleicht ist das auch gar nicht falsch. Doch wenn man ehrlich ist, schafft die Speedmaster Racing eine spannende Ergänzung und schließt die letzte zu füllende Lücke im ohnehin schon breit aufgestellten sportlich-eleganten Modellreigen Omegas. Die Uhr ist angenehm zu tragen und hat mit einem Durchmesser von 40 mm angenehm moderate Gehäusemaße. Nicht nur aufgrund der für einen Chronographen vergleichsweise geringen Gehäusegröße, sondern aufgrund der unterschiedlich großen Hilfszifferblätter in kontrastierendem Weiß tanzt die Speedmaster Racing ein wenig aus der Reihe. Es wäre reichlich übertrieben, wenn man die Speedmaster Racing heute bereits zu den großen Omega-Zugpferden zählen würde. Der Vergleich mit der Rolex Daytona bietet sich aber nicht nur aufgrund der Optik an. Auch sie stand zunächst im Schatten anderer und wurde schließlich zur Legende.


4. Junghans Max Bill Chronoscope



Im Jahr 1961/1962 entwarf der Bauhaus-Designer Max Bill acht Armbanduhren für die Uhrenmarke Junghans. Diese Ur-Bills sind heute begehrte Sammlerstücke und die Neuauflage der Kollektion bildet das Zentrum der aktuellen Kollektion einer Marke, die nach turbulenten Jahren ihr Profil geschärft hat und sich nun wieder verstärkt auf sein großes Erbe besinnt. Neu in die Max-Bill-Designwelt wurde ein Chronograph aufgenommen, der ganz im Zeichen der ursprünglichen Max Bill Entwürfe steht und mit einem Chronographenwerk ergänzt wurde. Dabei darf in der Ausführung mit arabischen Indizes natürlich auch die berühmte Max Bill „4“ nicht fehlen. Die Chronoscope fügt sich so nahtlos in die Entwürfe von Max Bill ein, als wäre sie schon immer Teil der Kollektion gewesen.


5. Bold Prediction: H. Moser & Cie. Endeavour Perpetual Calendar



Als ewiger Kalender, der noch nicht mal den aktuellen Wochentag anzeigt, ist sie die Allegorie eines Zeitmessers, dessen Wert auf den ersten Blick nicht erkennbar ist. Den einzigen Hinweis, dass es sich hier um eine komplizierte Uhr handeln könnte, liefert ein kleiner zentraler Zeiger, der - dem 12-adischen System der Stundenindizes folgend - den aktuellen Monat angibt. Wie kann aber eine Uhr als ewiger Kalender bezeichnet werden, wenn sie noch nicht mal dem Datum einen Wochentag zuordnet? Ganz einfach. Die eigentliche mechanische Herausforderung und der einzige Grund, warum ein ewiger Kalender als der König der Kalendarien angesehen wird, liegt in der Systemisierung von Programmrädern zur Anzeige der korrekten Monatslänge. Anders als im Falle der Wochentage gehorcht diese nämlich nicht einer einfachen Abfolge.


6. Rolex Sky-Dweller



Die Rolex Sky-Dweller wurde erst im Jahr 2012 eingeführt und ist heute noch ein wenig der Neue und Unbekannte innerhalb des Rolex Lineups. Auch wenn die Sky-Dweller zwischen all den Klassikern von Submariner bis Daytona noch ein wenig um Anerkennung ringt, hat sie das Zeug zur Ikone. Als Daily Rocker durch und durch Rolex, ist sie mit einem aus Jahreskalender, GMT-Anzeige und 24-Stundenanzeige zusammengesetzten Funktionskatalog die vielleicht komplizierteste Uhr der aktuellen Kollektion. Ganze fünf Patente wurden für die Sky-Dweller eingereicht - wie man es von Rolex kennt, erfüllen diese keinen Selbstzweck, sondern stehen im Dienste von Usability und Alltagseignung. Spätestens in ein paar Jahren wird man die Rolex Sky-Dweller als das sehen, was sie ist: eine Rolex mit ungewohnt vielen Zusatzfunktionen, was die Sky-Dweller von anderen Zeitmessern mit Krönchen deutlich hervorheben lässt und ihr ein interessantes Alleinstellungsmerkmal verleiht.


7. Bold Prediction: Hublot Classic Fusion Berluti



Wer schon mal die Hublot Classic Fusion am Handgelenk hatte, der weiß um die besondere Aura dieser Uhr. Sie trägt sich angenehm unaufdringlich und das Armband ist mit nichts vergleichbar, was es sonst auf dem Markt gibt. Das Sinnbild der “zweiten Haut” erfährt hier eine völlig neue Qualität, sodass die Uhr vor allem in Sachen Haptik ihre Vorzüge ausspielt. Es ist jedoch nicht nur das Armband, das die Classic Fusion so besonders macht: Auch das schimmernde Zifferblatt aus dem typisch patinierten venezianischen Leder, für das der Name Berluti bekannt ist, und die sanft verlaufenden Farben, die sich harmonisch zwischen Braun, Grau und Schwarz bewegen, machen die Uhr zu etwas völlig Neuem, bisher noch nicht Dagewesenem. Eines ist klar: Eine Uhr, bei der das Armband eine solch zentrale Rolle spielt, kann auch nur zum Klassiker werden, wenn sich aus der Partnerschaft zwischen der Uhrenmarke und der Pariser Schmiede für High-End-Schuhe ein dauerhaftes Co-Branding entwickelt, damit Armbänder auch noch in vielen Jahren originalgetreu gewechselt werden können.


8. Jaeger-LeCoultre Master Ultra Thin Moonphase



Der Erfolg eines Modells bemisst sich langfristig auch immer daran, inwieweit es die DNA eines Herstellers repräsentiert und das Image einer Marke auf den Punkt bringt. Wenn es danach geht, ist die Master Ultra Thin - neben dem Allzeit-Klassiker Reverso - geradezu die Tinktur einer Jaeger-LeCoultre: So nimmt die Kollektion nicht nur Anleihen an dem Erbe für die Fertigung ultraflacher Gehäuse, das bis in das Jahr 1907 zurückreicht, sondern bedient sich auch an den uhrmacherischen Kerndisziplinen der Manufaktur aus Le Sentier: Gangreserve-Anzeigen wie bei den Klassikern Powermatic und Futurematic dürfen hierbei ebenso wenig fehlen wie unterschiedliche Kalenderuhren, die unter Jaeger-LeCoultre Enthusiasten auch im Vintage-Bereich zum Aufregendsten gehören, was man in der Firmenhistorie hervorgebracht hat. Die Variante mit Mondphase ist einer der absoluten Montredo-Favorites und rankt regelmäßig unter unseren Topsellern. Mit ihrem Durchmesser von 39 mm hat sie außerdem die perfekte Größe für eine Dresswatch moderner und zugleich zeitloser Couleur. Besonders ist auch die Variante mit ewigem Kalender: Die Master Ultra Thin Perpetual Calendar gilt als die weltweit erste ultradünne Uhr mit ewigem Kalender und Automatik-Aufzug. Neue Maßstäbe setzt man hierbei auch hinsichtlich des Preises: Mit einem Preis im sehr niedrigen fünfstelligen Bereich in der Variante in Stahl setzt man für einen Swiss Made Perpetual Calendar neue Maßstäbe.


9. Tudor Black Bay



Tudor nimmt hier Heritage wirklich beim Wort und präsentiert hier einen Diver, der dem Erbe von Rolex vollauf gerecht wird. Die Form des Stundenzeigers nimmt Anleihen bei der legendären Tudor Submariner Snowflake und die Indizes ähneln mehr der klassischen Rolex Submariner oder der namensgleichen Tudor Variante mit der Referenz 76100. Auch wenn sich das Designkonzept gegenüber der Submariner nicht grundlegend geändert hat - was auch noch in einem Vierteljahrzehnt in Erinnerung bleiben wird, sind der neue Name und die ungewohnten Farbvarianten in Bordeaux und Navy-Blue. Nicht zu vergessen natürlich der Umstand, dass seit einiger Zeit auf Inhouse-Uhrwerke zurückgegriffen wird.


10. Longines HydroConquest



Kaum zu glauben, dass die HydroConquest-Modellreihe von Longines erst im Jahr 2007 die Bildfläche betrat, hat man doch das Gefühl, sie existiert schon seit einer halben Ewigkeit. Hinsichtlich des Designs nur lose an der Longines-Legende Conquest orientiert, bildet sie nun die Taucheruhren-Reihe innerhalb des Markenportfolios ab. Bereits heute ist die HydroConquest der Inbegriff einer hochwertigen und robusten Uhr zum vernünftigen Preis, die in der Chronographen-Variante mit einem für die Preisklasse bemerkenswert hochwertigen Schaltradkaliber ausgestattet ist. Nicht, dass der Name HydroConquest künftig in einem Atemzug mit den Allzeitlegenden Fifty Fathoms und Submariner genannt wird, doch ein Ende des Erfolgs dieser prädestinierten ersten mechanischen Sportuhr für jeden Neo-Uhren-Aficionado ist wohl auch in 25 Jahren nicht absehbar.


Verpassen Sie keine Neuigkeiten

Mit dem Montredo Newsletter sind Sie immer der Erste, der über unsere neuen Uhren und exklusive Angebote erfährt.

 

 

ABONNIEREN SIE JETZT UNSEREN NEWSLETTER

Nach Oben