Rolex Submariner Datum . ohne Datum
SCHWIERIGE ENTSCHEIDUNG
Uhren – wie jede Andere auch – spalten die Gemüter. Das mag für Laien seltsam erscheinen. Vergleicht man jedoch zwei Kultmodelle der ganz Großen, ist die Rivalität nicht weniger heftig als bei jedem Andere – besonders wenn es um Rolex geht. Sie sind skeptisch? Verbringen Sie nur fünf Minuten in einem speziellen Uhrenforum; diese Auseinandersetzungen sind heftig wie ein Atomkrieg.
Nehmen wir zum Beispiel die Submariner Datum ihr Gegenstück Datum. Ein solch winziger Unterschied mag für Laien unbedeutend erscheinen, hat jedoch große Auswirkungen auf die wohl kultigste Uhr, die je hergestellt wurde. Und wenn die beiden gegeneinander antreten, ist ein Konflikt à la „Coke vs. Pepsi“ zu erwarten – nur mit weniger Weihnachtsmann-Kampagnen und weniger Werbung mit Popstars.
„The No Datum“: Bescheiden oder mächtig?
Die Submariner Datum– ein inoffizieller Name, der dem ältesten Modell der Reihe verliehen wurde – entstand in den 1950er Jahren. Mit einem bescheidenen Durchmesser von 40 mm gehört das Modell zu den kleineren Modellen im Rolex-Sortiment – doch wie bei den meisten Vorzeigemodellen trügt der erste Eindruck. Breitere Bandanstöße erwecken den Eindruck einer größeren Uhr, und für mich Datum die No Datum eher wie eine 42-mm-Uhr – eine Größe, die der breiteren Rolex-Familie entspricht, aber keineswegs mit einer U-Boat vergleichbar ist. Darüber hinaus ist das Zifferblatt dank minimaler Markenzeichen und Punktindizes nahezu perfekt symmetrisch, ohne viele Details oder Ablenkungen.
Und genau darin liegt die größte Stärke der No Datum: in ihrer Bescheidenheit. Als seltener Schritt für die Marke passt die Uhr ebenso gut zu einem Wochenend-Look wie zu typischer Business-Kleidung. Vielleicht sogar zu gut. Der zurückhaltende Ansatz könnte für Marken wie Rolex als zu unauffällig gelten, doch diese Vielseitigkeit hat durchaus ihre Vorzüge.

Die Submariner Datum: Laut und stolz
HierDatum die Submariner Datum . Auf den ersten Blick scheint das Datum der einzige Unterschied zu sein, doch es ist die Betonung dieses Merkmals, die die Meinungen spaltet: die Zyklopslinse. Gleichermaßen geliebt wie verschmäht, wurde die „Fischaugenlinse“ bei 3 Uhr 1966 eingeführt, um das Datum zweieinhalbmal zu vergrößern: eine markante Ergänzung zu einer ansonsten klassisch anmutenden Uhr. Die Integration beweist auch echte praktische Nützlichkeit, doch könnte dieser moderne Komfort angesichts der Wasserdichtigkeit von 300 Metern als übertrieben wirken. Nur weil eine Uhr etwas kann, heißt das nicht, dass sie es auch tun sollte. Ungeachtet dessen hat Rolex es jedoch immer genossen, den Extrovertierten zu spielen, und sich dadurch tatsächlich eine Nische erschlossen (und davon profitiert) – ihre Anziehungskraft ist allein eine Frage des persönlichen Geschmacks.
Es herrscht jedoch nicht nur böses Blut. Wie bei Geschwistern zu erwarten, weisen beide Modelle viele Gemeinsamkeiten auf. Da wäre zunächst einmal die Mechanik: Beide werden von Rolex’ unglaublich präzisem hauseigenem Uhrwerk angetrieben. Nicht zu vergessen die Aufzugskrone – ein Merkmal, das mit der patentierten Triplock-Technologie ausgestattet ist – sowie die Cerachrom-Lünette, die so glänzend bleibt wie am Tag ihrer Geburt (oder zumindest am Tag des Kaufs). Auch wenn die Zyklops-Lupe immer ein Streitpunkt bleiben wird, wird sie sich, genau wie der Name, für die einen als Monster und für die anderen als beeindruckendes Biest erweisen.

Die große Entscheidung
Es kommt also ganz darauf an, was du von einer Uhr erwartest. Wenn du eher ein schlichtes Textil damit ein flexibleres Modell bevorzugst – was bei einer Investition wichtig ist, wenn du die Uhr möglichst oft tragen möchtest –, Datum die No Datum die beste Wahl für dich.
Allerdings grenzt der CharmeDatum Submariner Datumschon fast an Aufdringlichkeit, wirkt dabei aber nie als reine Prahlerei – eine Eigenschaft, die fast ausschließlich Rolex eigen ist, und die das Modell umso unvergesslicher macht. Das auffälligere Modell eignet sich daher besser für Geschmäcker oder Anlässe, die ein stärkeres Statement erfordern, auch wenn es vielleicht nicht zu jedem Anzug in Ihrem Kleiderschrank passt. Aber zerbrechen Sie sich nicht zu sehr den Kopf über Ihre Entscheidung. Schließlich bekommen Sie mit oder ohne Datum immer noch eine Rolex.
ÜBER DEN AUTOR

Murray Clark
Der in Yorkshire geborene und mit Rolex aufgewachsene Murray sammelte nach einer langen Zeit in der Herrenmode zwei Jahre lang erste Erfahrungen in der Schweizer Uhrenbranche und arbeitete bei verschiedenen redaktionellen Projekten mit Marken wie Vacheron Constantin, Cartier und Hublot zusammen. Derzeit ist er als Redaktionsassistent bei Fashionbeans tätig und schreibt dort wahrscheinlich gerade einen Liebesbrief an die Haute Horlogerie und die Sportmode.

