
Die 10 besten deutschen Uhrmacher: Deutsche Handwerkskunst
Wer auf der Suche nach hochwertigen und besonders exquisiten Zeitmessern ist, wird unweigerlich die Herkunft des Herstellers berücksichtigen. Zumal sich Uhren von Schweizer Herstellern im Laufe der Jahre zu Recht ihren Status als Crème de la Crème der Haute Horlogerie erarbeitet haben. Es versteht sich von selbst, dass der Begriff „Swiss Made“ zum Synonym für außergewöhnliche Uhrenmarken geworden ist, die mit einem gewissen Maß an Prestige verbunden sind. Unternehmen mit Sitz in Deutschland konnten seit der Wiedervereinigung Deutschlands im Jahr 1990 sowohl bei den technischen Innovationen als auch beim Design und dem raffinierten Geschmack, die in vielen Schweizer Zeitmessern verkörpert sind, langsam aufholen. Das Label „Made in Germany“ hat sich endlich auf dem umkämpften Uhrenmarkt behaupten können und dabei den Rückstand zu den etablierten Schweizer Marken verringert.
Vor diesem Hintergrund finden Sie im folgenden Artikel unsere Liste der zehn wichtigsten deutschen Uhrenhersteller. Dies ist natürlich reine Geschmackssache, da es unmöglich ist, alle individuellen Vorlieben oder die Affinität zu einer bestimmten Marke abzudecken. Wir konzentrieren uns weniger auf die Hersteller aus den Alpen und mehr auf den Weg, der direkt in den Schwarz führt. Außerdem werden wir uns die südliche Region des Erzgebirges in Deutschland genauer ansehen. Bevor wir uns jedoch den Hersteller in der sächsischen Glashütte ansehen, machen wir uns zunächst auf den Weg nach Mitteldeutschland. Dort, wo die Skyline der Bankhochhäuser schon von weitem sichtbar ist und die unser erstes Ziel auf unserer Top-Ten-Liste signalisiert: die Stadt Frankfurt am Main.
1. Sinn
Im deutschen Finanzzentrum, der Hochburg von Hausse und Baisse, der Welt der Börsenmakler und Highflyer, gründete der Fluglehrer und ehemalige Rallyefahrer Helmut Sinn Anfang der 1960er Jahre sein Unternehmen in der Stadt, die noch immer liebevoll als „Mainhattan“ bezeichnet wird. Was mit der Anordnung von Bordinstrumenten in Flugzeugen der Bundeswehr begann, entwickelte sich rasch zur Erfindung von Chronographen, die in erster Linie für Piloten konzipiert waren. Von Anfang an zeichnete sich die Helmut Sinn Spezialuhren GmbH durch Uhren aus, die höchsten technischen Ansprüchen genügen mussten. So bewies beispielsweise die Sinn 142S die Funktionsfähigkeit von Automatik in der Schwerelosigkeit. Die Taucheruhr UX ist heute sogar fest am Handgelenk der deutschen Eliteeinheit der Bundespolizei, der GSG 9, zu finden.
2. MeisterSinger
Weiter geht es ins Münsterland, eine Region, die in Deutschland als Paradies für Radfahrer bekannt ist. Hier widersetzt sich ein Uhrenhersteller den gängigen Konventionen, indem er auf überflüssigen Schnickschnack verzichtet und Uhren so gestaltet, wie sie ursprünglich gedacht waren: als Instrumente zur Zeitmessung. Besondere Merkmale einer Meistersinger-Uhr sind die Skaleneinteilung in Fünf-Minuten-Schritten, die Nullanzeige durch einstellige Ziffern und ein Zeiger. Ein weiteres Merkmal der Meistersinger-Uhren ist das typische Design, das an ein Barometer erinnert und zahlreiche Auszeichnungen erhalten hat, darunter den Rot Design Award.
3. Junghans
Unser nächster Halt liegt mitten in der ruhigen Idylle des Schwarz , wo nicht nur Kuckucksuhren von einer jahrhundertealten Uhrmachertradition zeugen. Hier hat Junghans, einst einer der weltweit größten Hersteller, seinen Hauptsitz. Nachdem Junghans einige anfänglich turbulente Jahre hinter sich gebracht hat, kann das Unternehmen nun auf vergangene Erfolge zurückgreifen und sorgt mit seinem beeindruckenden Produktportfolio für viel Aufsehen. Es umfasst alles von Solar- über funkgesteuerten Uhren bis hin zu mechanischen Chronographen. Einerseits konzentriert sich der deutsche Hersteller auf Uhren wie die Mega und die Voyager, die höchste Standards in der Elektroniktechnik erreichen. Andere erlebt die mechanische Uhr bei Junghans ein bemerkenswertes Revival. Die nach dem Firmengründer Erhard Junghans benannte Kollektion sticht ebenso hervor wie die Meister-Serie. Der eigentliche Star könnte jedoch die nach dem Bauhaus-Designer Max Bill benannte Kollektion sein.
4. Montblanc
In einer globalisierten Welt der Uhren, in der Komponenten keine nationalen Grenzen mehr kennen, werfen wir nun einen Blick auf eine Hansestadt, deren Hafen seit jeher als Tor zur Welt gilt. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts ließ sich ein Unternehmen in Hamburg nieder, das sich zunächst mit eleganten Füllfederhaltern einen Namen machte. Bis heute hat Montblanc seinen Hauptsitz an der Elbe, für die Herstellung von Luxusuhren greift das Unternehmen jedoch auf das Know-how der Schweizer Uhrmacher in Villeret und Le Locle zurück, wo Kollektionen wie die Modelle Star, Timewalker, Sports oder Bohème gefertigt werden. Die Meisterstück-Modelle greifen sowohl den Stil der berühmten Füllfederhalter auf als auch die Erinnerung an Prinzessin Grace von Monaco. Doch den außergewöhnlichen Ruf festigt der Uhrenhersteller vor allem mit den Zeitmessern der Serie Villeret 1858 und dem Nicolas Rieussec Monopusher Chronograph.
5. Chronoswiss
Ein weiterer Hersteller, der sich von jeglichen nationalen Beschränkungen befreit hat und dies auch weiterhin tut, ist Chronoswiss. Auch wenn der Markenname auf eine Schweizer Herkunft hindeutet, wurde dieser Uhrenhersteller tatsächlich Anfang der 1980er Jahre in München gegründet. Sein Visionär Gerd-Rüdiger Lang trotzte der sogenannten Quarz und setzte bei seinen Uhren ausschließlich auf mechanische Komponenten. Chronoswiss durfte das Label „Swiss Made“ führen, da diese Komponenten größtenteils direkt aus der Schweiz bezogen wurden. Relativ gesehen müsste Chronoswiss eigentlich von dieser Liste gestrichen werden, da der Firmensitz 2012 nach Luzern in der Schweiz verlegt wurde. Dennoch wollten wir die Marke hier aufführen, deren Kollektionen wie Sirius, Timemaster und Régulateur für ihre markanten Zwiebelkrönchen, die gerändelte Lünette und die verschraubten Bandanstöße bekannt sind.
6. Union Glashütte
Die nächste Etappe unserer Reise führt uns direkt in das malerische deutsche Erzgebirge. In und um Glashütte haben sich Deutschlands renommierteste Uhrmacher versammelt. Keine Andere in Deutschland beherbergt mehr Luxusuhrmacher als Glashütte, und so ist es nicht verwunderlich, dass die lokalen Hersteller stolz den Namen dieses kleinen Ortes in Sachsen in ihrem Markennamen tragen. Im Jahr 1893 gab Johann Dürrstein, der Gründer der Union Glashütte, seinem neu gegründeten Unternehmen einen fundierten geschäftlichen Ratschlag. Die Uhren der Marke sollten so preiswert wie möglich sein und dennoch die höchstmögliche Qualität aufweisen. Dieses zukunftsweisende Motto spiegelt sich noch heute in den aktuellen Modellreihen Belisar, Viro, Noramis, Seris, Sirona, 1893 und Averin wider.
7. Mühle Glashütte
Das Vallée de Joux ist für die Schweizer Uhrenindustrie das, was die Sächsische Schweiz für die deutsche ist. In dieser Region öffnete Mühle Glashütte 1868 erstmals seine Pforten. Gemäß einem Plan für die Uhrenindustrie in Glashütte von F.A. Lange versorgte der Firmengründer Robert Mühle die Deutsche Uhrmacherschule mit Präzisionsmessinstrumenten. Nachdem sich der Hersteller in den 1990er Jahren auf Marinechronometer und Andere Ausrüstung spezialisiert hatte, widmet er sich derzeit den Armbanduhrenkollektionen Terranaut, Terrasport, Germanika, Antaria sowie Teutonia. Nach einem Rechtsstreit mit seinem Konkurrenten Nomos gelten beide nun als starke Anwärter auf Spitzenplätze bei internationalen Auszeichnungen. Im Jahr 2014Chronograph der Teutonia II Chronograph dem renommierten Preis„Goldene Unruh“Chronograph .
8. Glashütte Original
Nach den Wirren des II Weltkriegs wurde die Uhrenindustrie in Glashütte in der VEB Glashütter Uhrenbetriebe (GUB) zusammengefasst. Glashütte Original trat nach der Wiedervereinigung von Ost- und Westdeutschland im Jahr 1990 als rechtlicher Nachfolger der GUB in Erscheinung. Dieser Hersteller konnte mit Raffinessen wie der Dreiviertelplatine mit Streifenfinish, der patentierten Datum und der Schwanenhals-Feineinstellung Neu in der Branche setzen. Der Hersteller legt zudem großen Wert auf bestimmte technische Merkmale, die sich durch die gesamte Kollektion von Glashütte Original ziehen, wie beispielsweise die Mondphase der Panomatic-Serie oder das Grande Cosmopolite Tourbillon. Liebhaber edlen Designs finden in den Vintage-inspirierten Zeitmessern, namentlich den Kollektionen Sixties und Seventies, sowie in den eher damenhaften Serien Pavonina und Lady Serenade stets etwas nach ihrem Geschmack.
9. Nomos
Wo wir gerade beim Thema Stil sind: Der Anfang der 1990er Jahre gegründete Uhrenhersteller Nomos hat sich dem zeitlosen, schnörkellosen Ansatz der Bauhaus-Avantgarde verschrieben. Auch wenn die Entwürfe heute aus Berlin stammen, hat der Hersteller seinen Sitz nach wie vor in Glashütte. Mit seinen Modellen Tangente, Tertra, Club und Zürich hat das Unternehmen einen kometenhaften Aufstieg in die Spitzenklasse der Uhrenindustrie erlebt. Es hat sich einen Ruf erarbeitet, der weit über die Grenzen Deutschlands hinausreicht.
10. A. Lange & Söhne
Als Ferdinand A. Lange 1845 in Glashütte ankam, hatte die lokale Wirtschaft bereits seit langem einen Tiefpunkt erreicht. Die einst reichen Erzvorkommen waren ausgebeutet und die Stadt ausgeblutet. Heute ist Glashütte das unbestrittene Zentrum der deutschen Uhrenindustrie, und A. Lange & Söhne ist sogar zum Aushängeschild der deutschen Uhrenhersteller geworden. Es gibt keinen einzigen Hersteller in Glashütte, der nicht auf den Begründer dieser stolzen Uhrmachertradition verweist, doch nur einer darf seinen Namen offiziell führen. Das Unternehmen ist stolz darauf, nichts Geringeres als die besten Uhren der Welt herzustellen. Ein Anspruch, der dazu führt, dass jedes Neu mit verbesserter Funktionalität, insbesondere in Bezug auf Ablesbarkeit und Handhabung, sowie mit weiter verfeinerter Präzision entworfen wird. Nach der Montage erhalten die Uhren von Lange & Söhne den letzten Schliff und werden anschließend wieder zusammengebaut. Dieser Herstellungsprozess unterstreicht die Ambitionen des Unternehmens zusätzlich. Der Hersteller konnte in den letzten Jahren zudem eine Reihe von Luxusuhren auf den Markt bringen, die bereits als Klassiker gelten, wie beispielsweise die Lange 1, die Saxonia und die Langematik.

