
Uhren, die einiges aushalten: Die kratzfestesten Gehäuse der Welt
Damit eine Uhr so lange wie am ersten Tag glänzt, ist eine Eigenschaft von entscheidender Bedeutung: die Härte des Gehäuse Material. Denn letztendlich bestimmt die Härte, wie schnell eine Uhr im Alltag Kratzer bekommt – oder auch nicht.
Das Prüfverfahren, das heutzutage von den meisten Uhrenmarken verwendet wird, trägt den Namen „Vickers“. Ohne Sie mit den technischen Details zu langweilen, genügt es zu wissen, dass der Name des Verfahrens auf ein ehemaliges englisches Maschinenbauunternehmen zurückgeht, das diese Methode bereits im Jahr 1925 entwickelt hat.
Getreu dem Motto „Wenn es hart auf hart kommt, zeigen die Harten, was sie draufhaben“ haben wir einige der robustesten Uhren auf dem Markt auf Herz und Nieren geprüft, um herauszufinden, wie sie auf der Vickers-Skala abschneiden. Los geht’s!
8. Hanhart: HDSPro
Hanhart, der chronograph aus dem Schwarz , ist weit über die Landesgrenzen hinaus für seine legendären Zeitmesser mit dem Rot bekannt, weniger jedoch für besonders kratzfeste Uhren.

Zu unserer Überraschung stellt sich heraus, dass Hanhart für einige seiner Modelle, wie beispielsweise den oben Chronograph Racemaster Chronograph , eine spezielle Edelstahlsorte namens HDSPro verwendet. Laut Hanhart weist dieses Material eine Oberflächenstruktur auf, die dreimal härter und 100-mal kratzfester ist als herkömmlicher Edelstahl.
Auf der Vickers-Skala entspricht dies einem Wert von 700 HV (Härte nach Vickers), womit er mehr als dreimal so hart ist wie normaler 316L-Edelstahl, der eine Härte von lediglich 220 Vickers aufweist.
7. DAMASKO: Egehärteter Edelstahl
Auch Damasko, ein spezialisierter deutscher Uhrenhersteller aus Bayern, ist vom gewöhnlichen Edelstahl nicht ganz überzeugt. Daher hat sich das Unternehmen dafür entschieden, stattdessen auf eisgehärteten Stahl zu setzen.

Ganz (!) einfach ausgedrückt: Der Stahl wird zunächst erhitzt und anschließend unter hohem Druck mit Stickstoff schlagartig wieder abgekühlt. Durch diese spezielle Eishärtungstechnologie erreicht der Edelstahl von Damasko eine Härte von über 700 HV.
6. Hublot: Magic Gold
Wie könnte eine Marke, die sich ganz der Kunst der Fusion verschrieben hat, nicht am Wettlauf um das kratzfesteste Material der Welt teilnehmen? Genau. Hublots Antwort: Magic Gold.

Sie mögen vielleicht kein großer Hublot-Fan sein, aber Ehre, wem Ehre gebührt. Gerüchten zufolge wurden für die Entwicklung dieser firmeneigenen Goldlegierung rund 20 kg Gold verbraucht, ganz zu schweigen von jahrelanger Entwicklungsarbeit. Das Ergebnis kann sich jedoch sehen lassen: Durch die Zugabe von etwa 25 % Keramik zu 18 Karat Gold sowie etwas Platin Kupfer) 18 Karat Gold die Standardhärte von 400 Vickers 18 Karat Gold auf satte 1.000 Vickers gesteigert. Ein großes Lob an die Forschungs- und Entwicklungsabteilung von Hublot.
5. Archimede: Carbon
Archimede, eine Eigenmarke des renommierten Gehäuseherstellers Ickler aus Pforzheim, setzt auf ein Härtungsverfahren, bei dem carbon chemisch carbon den Edelstahl eingebaut wird. Generell besteht der große Vorteil solcher Verfahren darin, dass keine Schicht auf den Stahl aufgebracht wird, die später abblättern könnte (wie dies beispielsweise bei einer DLC-Beschichtung der Fall ist).

Mit seiner Outdoor-Kollektion verfügt Archimede bereits über eine ideale Auswahl an Uhren aus dem eigenen Sortiment, die von diesem Verfahren profitieren können. Mit einer Härte von 1.200 HV machen die Uhren dank ihrer nahezu kratzfesten Gehäuse dem Namen ihrer Kollektion alle Ehre.
4. IWC: Ceratanium
Genau wie Hublot hat auch IWC ein Ass im Ärmel, indem es auf eine innovative Eigenentwicklung setzt. In Schaffhausen nennt man dieses Material „Ceratanium“ – es vereint die Vorteile von Titan und Keramik: Es ist leicht und bruchsicher wie Titan, aber gleichzeitig hart und kratzfest wie Keramik.

Zunächst einmal ermöglicht Ceratanium die Herstellung von Schwarz , ohne dass Beschichtungen erforderlich sind. Noch besser ist jedoch, dass es ein Drittel leichter ist als eine identische Edelstahluhr und dabei extrem robust ist. Die abgebildete Uhr, die IWC Pilot Top Gun Ref. IW371815, weist eine Härte von 1.300 HV auf.
3. Sinn: Tegiment
Sinn Spezialuhren ist sicherlich eine der ersten Marken, die einem in den Sinn kommen, wenn es um überdimensionierte Funktionsuhren geht, die extrem kratzfest sind. Gut ist, dass der Firmenname wieder einmal zutrifft: Mit der sogenannten „Tegiment“-Technologie – abgeleitet vom lateinischen Begriff „tegimentum“ (was „Schutzschicht“ bedeutet) – carbon in Edelstahl diffundiert.

Was auf den ersten Blick etwas nerdig klingen mag, kann Uhren aus Stahl tatsächlich auf eine Härte von 1.200 Vickers bringen (wie Archimede bereits bewiesen hat). Wenn man jedoch noch den von Sinn verwendeten U-Boot-Stahl hinzunimmt, der aus intermolekularer Sicht eine höhere Dichte aufweist als Standardstahl, lassen sich mit der Tegiment-Behandlung sogar erstaunliche 1.500 Vickers erreichen.
2. Bremont: B-EBE2000
Bremont wurde 2002 in England gegründet und ist daher eine vergleichsweise junge Marke. Dennoch hat Bremont mit der „B-EBE2000-Technologie“ bereits eine innovative Lösung gefunden, um seine Uhren deutlich robuster zu machen.

Wie seine Vorgänger auf dieser Liste setzt auch Bremont auf eine Kombination aus Wärmebehandlung und carbon . In einem dritten Schritt wird das Metall jedoch mit Elektronen beschossen, um die Härte und Kratzfestigkeit zu maximieren. Das Ergebnis: Uhrengehäuse mit einer Härte von bis zu 2.000 HV.
1. Rado: Nanotech
Der Diamant galt schon immer (und gilt auch heute noch) als eines der härtesten Materialien der Welt, was ihn zum „Härte-Maßstab“ macht, an dem sich alle Andere messen müssen. Grund genug für Rado, eine Uhr zu entwickeln, die sich vor ihm nicht zu verstecken braucht und mit der Härte eines Diamanten mithalten kann.

Nach mehrjähriger Entwicklungsarbeit und mithilfe moderner Nanotechnologie trugen die intensiven Bemühungen von Rado schließlich Früchte: Die neu entwickelte Uhr verfügt über ein Gehäuse aus Hightech-Diamant und trägt den Namen V10K, was auf ihre überragende Härte von 10.000 Vickers hinweist. Damit ist sie die härteste Uhr der Welt.


