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Artikel: 9 Mythen über die Junghans Max Bill

9 Myths about the Junghans Max Bill

9 Mythen über die Junghans Max Bill

MYTHEN ENTHÜLLEN


Nach der berühmten Max-Bill-Küchenuhr, die seit Ende der 1950er Jahre wie keine Andere die moderne deutsche Küche ziert, brachte Junghans eine Reihe von Armbanduhren des Schweizer Bauhaus-Designers auf den Markt. Obwohl diese Kollektion anfangs weitgehend unbeachtet blieb, gilt sie mit ihren drei frühen Modellen aus Edelstahl und Vergoldet Metall heute als ultimativer Designklassiker. Eine klassische Kollektion, um die sich nach wie vor viele Missverständnisse ranken.


Mythos 1: Max Bill war der Erste, der klare und minimalistische Designs in die Welt der Uhren einführte.

Tatsächlich gab es bereits lange vor der Ära von Max Bill bei Junghans eine Vielzahl von Bauhaus-Entwürfen, die stärker auf der für den Bauhaus-Stil typischen Schlichtheit basierten. Auch deutsche Uhren bedienen sich schon seit langem dieser Art von Design-Minimalismus. Ein prominentes Beispiel aus Schweizer Fertigung ist die Movado „Museum Watch“, die 1947 von George Horwitt entwickelt wurde. Sie erhielt ihren Beinamen, weil sie innerhalb kürzester Zeit häufig in Museen ausgestellt wurde, z. B. im Museum of Modern Art in Neu York. Generell würden viele alte Uhren aus der Zeit vor Max Bill heute als Bauhaus gelten, einfach weil Uhrendesigns damals im Allgemeinen klarer und reduzierter waren als heute.


Mythos 2: Das Max-Bill-Chronoscope wurde von Max Bill entworfen.

Tatsächlich ist das Chronoscope das einzige Modell der Kollektion, das nach dem Tod seines Künstlers entworfen wurde. Der Chronograph ist nicht die einzige Komplikation, die erst in der Neuauflage der Junghans Max Bill zum Einsatz kam, da auch die Datumsanzeige ursprünglich nicht Teil der Uhr war.


Mythos 3: Alle Max-Bill-Modelle aus den 1960er Jahren tragen das Junghans-Design-Logo.

Max Bill hatte keine besondere Vorliebe für Neu deutsche Schlagworte. Daher birgt die Tatsache, dass das englische Wort „Design“ zur ikonischsten Signatur auf den Zifferblättern der Max-Bill-Uhren geworden ist, ein gewisses Maß an Ironie. Weitere zu findende Signaturen sind „Junghans“, „Junghans Automatik“ und „Junghans Meister“. Im Gegensatz zu den Andere hier aufgeführten Signaturen lassen sich Exemplare mit der Aufschrift „Junghans Design“ zweifellos Max Bill zuordnen, da keine Junghans-Modelle, die nicht von dem Schweizer Künstler entworfen wurden, dieses Emblem tragen.


Mythos 4: Die ursprünglichen Max-Bill-Modelle waren hochwertiger als die Neuauflagen.

Aufgrund ihrer Seltenheit werden Vintage-Exemplare der Max-Bill-Kollektion auf dem Gebrauchtmarkt zu immer höheren Preisen verkauft. Dennoch gibt es keine Qualitätsunterschiede im Vergleich zu den Modellen der aktuellen Kollektion. Was das Uhrengehäuse betrifft, sind die Neu Modelle qualitativ hochwertiger als das Original, da 316L-Edelstahl, eine hochwertige und robuste Metalllegierung, verwendet wird. Bei den Uhrwerken gibt es qualitativ kaum Unterschiede. Tatsächlich ist genau das Gegenteil der Fall. Das ETA-Kaliber wird seit Jahrzehnten weitgehend unverändert hergestellt und gehört zu den zuverlässigsten Uhrwerken auf dem Markt.


Mythos 5: Seit 1957 entwirft Max Bill Armbanduhren für Junghans.

Über die tatsächliche Dauer der Produktion gibt es unterschiedliche Ansichten. Häufig wird angenommen, dass Max Bill bereits seit 1957 Armbanduhren für Junghans entworfen hat. Zumindest steht fest, dass er zunächst Stand- und Küchenuhren entwarf. Es lässt sich jedoch nicht leugnen, dass er in der Anfangsphase seiner Tätigkeit an einigen Armbanduhr-Entwürfen nicht mitwirkte. Junghans selbst hat lediglich die zuvor in diesem Artikel genannten Modelle bestätigt. Den meisten Andere Quellen zufolge wird lediglich das Jahr 1962 als das Jahr genannt, in dem diese Armbanduhrenkollektion erstmals vorgestellt wurde. Oft wird auch das Jahr 1961 genannt, da Uhrwerke verbaut wurden, die bereits 1961 im Umlauf waren. Ungeachtet dessen befanden sich zu dieser Zeit viele Uhrwerke auf Lager und wurden erst Monate oder sogar Jahre später in Gehäuse eingebaut, sodass jeglicher Hinweis auf das Jahr 1961 nach wie vor unbegründet bleibt.


Mythos 6: Max Bill entwarf ausschließlich Uhren für Junghans.

Heutzutage wird er oft mit Uhrendesigns im Auftrag von Junghans in Verbindung gebracht. Gleichzeitig entwarf er jedoch auch Uhren für Omega und Movado. Beide Modelle gingen jedoch erst Jahre später in Produktion. Die regenbogenfarbene Omega Max Bill ist bei Sammlern besonders begehrt und erzielt Marktpreise im mittleren bis hohen vierstelligen Sterling-Bereich.


Mythos 7: Alle Junghans-Uhren mit der berühmten „Vier“, die mit Max Bill in Verbindung gebracht wird, stammen von Max Bill selbst.

Viele Junghans-Modelle, insbesondere jene mit der berühmten Bauhaus-Zahl „4“, werden ihm allgemein zugeschrieben. Dieses charakteristische Designmerkmal wurde jedoch bereits vor der Entstehung der Max-Bill-Kollektion verwendet und findet sich auch bei Modellen, die zeitgleich mit den Max-Bill-Kollektionen in den frühen 1960er Jahren produziert wurden.


Mythos 8: Alle jemals produzierten Max-Bill-Modelle verfügen über Leuchtpunkte.

Leuchtmarkierungen sind nicht unbedingt eine Voraussetzung, um die Echtheit einer Max-Bill-Uhr zu bestimmen. Einige der Originalmodelle mit facettierten Indexlinien aus den 1960er Jahren verfügen über keine Leuchtmarkierungen, ebenso wenig wie Modelle der ersten Generation der 1997 neu aufgelegten Max-Bill-Modelle.


Mythos 9: Wenn das Leuchtmaterial einer Vintage-Max-Bill-Uhr grünlich aussieht, wurde es später ausgetauscht

Wenn eine ältere Uhr Grün Leuchtmaterial aufweist – im Gegensatz zu den gelblichen, älteren Radium- und Tritium-Modellen –, wird oft angenommen, dass dieses irgendwann ausgetauscht wurde. Daher würden sie nicht als Original gelten. Eines muss man jedoch bedenken: Deutsche Hersteller verwendeten tatsächlich phosphorhaltige Leuchtstoffe, die mit zunehmendem Alter einen Grün Schimmer annahmen. Dies galt auch für Max-Bill-Uhren, sodass ihre Leuchtpunkte oft eine grünliche Patina aufweisen. Wer die Echtheit der Leuchtpunkte einer älteren Uhr überprüfen möchte, sollte deren Leuchtkraft im Dunkeln testen. Leuchten sie kräftig Grün, wurde das Leuchtmaterial mit Sicherheit ausgetauscht, da die ursprünglichen Leuchtpunkte inzwischen durchgebrannt wären.