
Auf der Suche nach konstanter Kraft: Ferdinand Berthoud Chronomètre FB 2RE
Ferdinand Berthoud († 1807) galt als einer der großen Uhrmacher seiner Zeit und war maßgeblich an der Entwicklung moderner Marinechronometer beteiligt. Seine Marineuhren halfen französischen Schiffen im 18. Jahrhundert, Neu Küsten zu erreichen (was Berthoud den Titel „Uhrmacher und Mechaniker im Dienste des französischen Königs und der Marine“ einbrachte), und sein literarisches Vermächtnis stand Generationen künftiger Uhrmacher an der Werkbank zur Seite.
Im Jahr 2015 wurde die Marke „Chronométrie Ferdinand Berthoud“ vom CEO von Chopard (neuer Tab) gegründet. href="https://www.montredo.com/baselworld-2019-interview-with-chopard-co-president-karl-friedrich-scheufele/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Karl-Friedrich Scheufele,%20data-glossary-id="> um das Erbe von Berthoud am Leben zu erhalten. Nach dem Gewinn von zwei GPHG-Auszeichnungen in den Jahren 2016 (Aiguille d’Or) und 2019 (Chronometry) präsentiert die junge Uhrenmarke nun ein weiteres Highlight: Ferdinand Berthouds allererste Rund Uhr, die vor Komplikationen nur so strotzt.
Mechanische Uhren und das Problem der konstanten Kraft
Im Allgemeinen werden die meisten mechanischen Uhren von der aufgezogenen Hauptfeder im Federhaus angetrieben, die ihre Kraft über das Räderwerk an die Hemmung überträgt. Das Problem besteht jedoch darin, dass diese Kraftübertragung nicht konstant ist, da eine vollständig aufgezogene Feder naturgemäß mehr Kraft an das Räderwerk überträgt als eine Hauptfeder im entspannten Zustand. Dies wirkt sich wiederum negativ auf die Ganggenauigkeit aus.
Seit Jahrhunderten arbeiten Uhrmacher an einer Lösung für eine konstante Kraftübertragung – sozusagen der Heilige Gral der Uhrmacherkunst –, um den fortschreitenden Spannungsverlust der Feder auszugleichen. Mit dem Neu Chronomètre FB 2RE hat Ferdinand Berthoud zwei solcher Mechanismen eingebaut, die genau zu diesem Zweck entwickelt wurden.
Fusée und Kette
Besonders effizient und optisch beeindruckend, wenn auch nicht gerade platzsparend oder einfach zu realisieren, ist ein stufenloses Getriebe zwischen dem Federhaus und dem Räderwerk, das als „Fusée-und-Ketten-System“ bezeichnet wird.

Ist die Uhr vollständig aufgezogen, ist die Kette vollständig auf die Fusée aufgewickelt. Nimmt nun die Federspannung der Uhr langsam ab (was bedeutet, dass die Gangreserve schwindet), wickelt sich die Kette – die im Fall der FB 2RE aus 790 Einzelteilen besteht – langsam von der konischen Fusée in Richtung des Federhauses von oben nach unten ab. Dabei bewegt sich die Kette auf der Fusée vom kleineren zum größeren Durchmesser.
Letztendlich ist es genau dieser langsam zunehmende Durchmesser der Fusee, der das abnehmende Drehmoment der Hauptfeder ausgleicht. Das Ergebnis ist eine nahezu konstante Kraftübertragung und damit eine höhere Präzision.
Remontoir d’Égalité
Zusätzlich zum Schnecken-Ketten-Antrieb hat Ferdinand Berthoud auch ein Remontoir eingebaut. Die ihm zugrunde liegende Idee bleibt unverändert: Der abnehmenden Spannung der Feder entgegenzuwirken, sodass es keine Rolle spielt, ob die Uhr gerade aufgezogen wurde oder kurz vor dem Ablaufen steht. Das Remontoir wiederholt jedoch nicht nur die Wirkung der ersten Komplikation, sondern wirkt vielmehr ergänzend, da es an einer anderen Stelle im Uhrwerk ansetzt.
Während die Schnecke das auf das Räderwerk übertragene Drehmoment ausgleicht und so die Amplitude aufrechterhält, treten beim Eingriff der Räderwerkzähne ebenfalls minimale Unregelmäßigkeiten auf. Hier kommt das Remontoir ins Spiel, das am Hemmungsrad der Hemmung befestigt ist. Eine zweite, kleine Feder führt jede Sekunde gerade so viel Energie zu, dass dieser Übertragungsverlust ausreichend ausgeglichen wird.
Wie sieht es mit dem Rest aus?
Wie man es von einer Ferdinand-Berthoud-Uhr erwarten darf, ist auch der Rest der Chronomètre FB 2RE in puncto Verarbeitung und Raffinesse auf Gut Niveau. Das Zifferblatt der 44-mm-Uhr besteht aus Grand-Feu-Email (mehr dazu montredo.com/enamel-dials-for-everyone-watches-from-anordain/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">hier), und auch bei den Andere Komponenten vertraut Ferdinand Berthoud auf seine eigenen Handwerker und traditionelle Werkzeuge. Gerade kleine Details, die Andere Luxusmarken gerne rationalisieren, sind eine wahre Augenweide: Die filigranen, matten Brücken des symmetrischen Uhrwerk bestehen aus Silber, die Unruhbrücke ist pfeilförmig und die Zeiger sind aus gebläutem 18-Karat-Weißgold gefertigt. Es kommt ganz auf die Details an.
Preis & Verfügbarkeit
Der Ferdinand Berthoud Chronomètre FB 2RE ist auf 20 Exemplare limitiert – 10 in Weißgold und 10 in Roségold – und kostet 210.000 CHF (knapp 195.000 EUR).
Weitere Informationen unter new tab)" rel="noreferrer noopener">Ferdinand Berthoud.


