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Artikel: Bauhaus-Uhren: Die Ursprünge von Junghans Max Bill, Nomos Tangente & Co.

Bauhaus watches: The origin of Junghans Max Bill, Nomos Tangente & Co.

Bauhaus-Uhren: Die Ursprünge von Junghans Max Bill, Nomos Tangente & Co.

„Vollkommenheit ist nicht dann erreicht, wenn es nichts mehr hinzuzufügen gibt, sondern wenn es nichts mehr wegzulassen gibt.“

Antoine de Saint-Exupéry

Das Bauhaus in Dessau mit einer NOMOS Tangente

Wer sich mit Uhren beschäftigt, stößt unweigerlich auf den Begriff „Bauhaus“. Heutzutage wird der Begriff oft fälschlicherweise als Synonym für minimalistisches Uhrendesign aller Art verwendet. Tatsächlich ist „Bauhaus“ der Name einer einflussreichen Designschule, die zwar in diesem Jahr ihr hundertjähriges Bestehen feiert, aber in der Welt des modernen Designs nichts von ihrer Bedeutung eingebüßt hat.

Lassen Sie uns zunächst 100 Jahre zurückspulen: Im Jahr 1919 legte der Berliner Architekt Walter Gropius in Weimar den Grundstein für das Staatliche Bauhaus, was wörtlich „staatliches Bauhaus“ bedeutet. Gropius hatte eine fast utopische Vision: Alle Bereiche der Kunst und des Designs sollten zu einer nahtlosen und harmonischen Einheit verschmelzen, um ein „Gesamtkunstwerk“ zu schaffen – ein allumfassendes Kunstwerk, das die Elemente aller Künste ganzheitlich vereinen kann.

Der Visionär Walter Gropius, 1928 ©Bauhaus-Archiv Berlin

Dabei entwickelte sich das Leitprinzip zu einem der bedeutendsten Grundsätze im Design: „Form folgt Funktion.“ Dieser heute selbstverständliche Ansatz wurde zur zugrunde liegenden Philosophie für Gropius’ Bestrebungen. Er besagt, dass einfache, aber elegante geometrische Formen in erster Linie so gestaltet werden sollten, dass sie ihre beabsichtigte Funktion oder ihren Zweck erfüllen – und nicht umgekehrt.

Diese Uhrwerk, die später als „Bauhaus“ bezeichnet wurde, entwickelte sich zu einem äußerst einflussreichen Konzept im modernen Design, in der modernistischen Architektur und Kunst sowie in der Design- und Architekturausbildung. Im Laufe der Zeit hat sich die Uhrwerk weit über die deutschen Grenzen hinaus in die ganze Welt verbreitet. Das Bauhaus hatte einen tiefgreifenden Einfluss auf die weiteren Entwicklungen in Kunst, Architektur, Grafikdesign, Innenarchitektur und nicht zuletzt in der Uhrenindustrie.

Eine geschätzte Kombination aus zeitloser Eleganz und Komfort

Insbesondere letztere nahm die schlichte Formensprache schnell auf, die sich nahtlos in minimalistisches Uhrendesign umsetzen ließ. Getreu ihrer „Weniger ist mehr“-Philosophie sind vom Bauhaus inspirierte Uhren echte Allround-Talente: Ihr unaufdringlicher Charakter macht sie perfekt für den täglichen Gebrauch, und die bewusste Zurückhaltung strahlt bei formellen Anlässen eine subtile Eleganz aus. Der Charakter von Bauhaus-Uhren liegt in der Eliminierung irrelevanter Details wie verschnörkelter Schriftzüge, filigraner Zeiger und Indizes sowie in Gehäusen, die auf das Wesentliche reduziert sind.

Pforzheim ist neben Glashütte Deutschlands renommiertester Standort für die Uhrenindustrie und blickt auf eine bedeutende, langjährige Geschichte zurück. Hier entstanden in den 1920er- und 1930er-Jahren bei Weber & Baral die ersten Zifferblätter im Bauhaus-Design. Die von Arthur Weber geleitete Manufaktur, einst der weltweit größte Zifferblatt-Hersteller, produzierte eines der ersten Zifferblätter, das die heute unverkennbaren Merkmale des Bauhaus-Stils aufwies. Diese Zifferblätter gingen an Marken wie A. Lange & Söhne, wie die folgende Uhr aus dem Jahr 1937 zeigt, die als eine der ersten Bauhaus-Uhren gilt.

Eine Lange-Uhr aus dem Jahr 1937 ©Stowa


Bauhaus-Uhren im 21. Jahrhundert – Von der Küchenuhr zur globalen Uhrenikone


Kritiker mögen sagen: „Alter Wein in Neu Schläuchen“, doch die Beliebtheit genau dieses Designs erfreut sich ungebrochener Bewunderung und inspiriert weiterhin Neu Entwürfe dieses Genres bei renommierten Uhrenmarken.

Junghans ist mit seiner legendären Max-Bill-Kollektion ein fester Bestandteil der deutschen Uhrenwelt (montredo.com/en-gb/9-myths-about-the-junghans-max-bill/">Hier nachlesen). Mitte der 50er Jahre erhielt der Bauhaus-Gelehrte und Künstler Max Bill von Junghans den Auftrag für eine Neu Uhr. Eine Küchenuhr wurde 1956 zum Vorreiter des Neu Designkonzepts und ebnete den Weg für die Einführung der mittlerweile legendären Max Bill, die 1961 ihre Premiere feierte.

Interessantes Detail: Der Index bei 4 Uhr in der Max-Bill-Typografie

Als die Serie 1997 als „Max Bill by Junghans“ neu aufgelegt wurde, begann ihr weltweiter Triumphzug, der sie sogar in die heiligen Hallen des Museums of Modern Art in Neu York führte. Im Jahr 2018 erhielt die Kollektion ein weiteres Facelifting und wurde von Junghans unter dem Namen „Max Bill Mega“ mit Funkübertragungstechnologie ausgestattet.

Jede Diskussion über deutsche Uhrenmarken mit einer Affinität zum Bauhaus-Design führt unweigerlich zu NOMOS Glashütte. Obwohl diese Marke häufig im gleichen Atemzug mit der Weimarer Designschule oder der BauhausUhrwerk genannt wird, hat sie streng genommen keinen Anteil an der ursprünglichen Herstellung der besagten Uhren. Wie könnte sie auch? Sie wurde erst fast 70 Jahre später gegründet.

Man muss jedoch nachdrücklich anerkennen, dass die Marke eine führende Rolle bei der Wiederbelebung des Bauhaus gespielt hat. Seit ihrer Gründung im Jahr 1990 durch Roland Schwertner – leider unmittelbar nach der deutschen Wiedervereinigung – erlangte die Marke weltweite Bekanntheit für ihre unverwechselbaren Bauhaus-Uhren wie die Tangente. Inoffiziell ist die Uhr in Uhrenliebhaber-Kreisen als die „Bauhaus-Uhr“ bekannt. Anlässlich des 100-jährigen Jubiläums ehrt Glashütte das Bauhaus mit einer limitierten Auflage der „Tangente Special Edition“. Sie ist in drei Größen von 33 bis 38 mm erhältlich und auf jeweils 100 Exemplare limitiert.

Der Inbegriff des Bauhaus: NOMOS Glashütte Tangente

In Deutschland kommen Liebhaber von Bauhaus-Uhren auch abseits des Mainstreams bei Marken wie Stowa, Aristo, Braun, Stowa und Defakto auf ihre Kosten. Wir lassen die unzähligen Mikro-Marken, die hier wie Pilze aus dem Boden schießen, bewusst außer Acht, da dieses Land ein wahres Bauhaus-Mekka ist. Bei genauerer Betrachtung zeigen einige bedeutende Designs weltbekannter Marken, wie etwa das mit dem angebissenen Apfel oder das Möbelhaus aus dem Land der Köttbullar, dass die Designschule auch jenseits der deutschen Grenzen unzählige begeisterte Anhänger hat.

Eine deutsche Designschule erobert die Welt.