
Maßnahmen zur Verlängerung der Lebensdauer Ihrer Uhr
Auch wenn die österreichische Schriftstellerin Marie von Ebner-Eschenbach einmal feststellte, dass selbst eine stehengebliebene Uhr zweimal am Tag die richtige Zeit anzeigt und nach einigen Jahren auf eine lange Reihe von Erfolgen zurückblicken kann, sind die Ergebnisse moderner Uhren dennoch deutlich besser. Doch worauf sollten Sie beim Umgang mit Ihrer Uhr achten, um möglichst lange Freude an Ihrem Zeitmesser zu haben?
Richtige Aufbewahrung
Was die Aufbewahrung Ihrer Uhr betrifft, gilt Folgendes: Staub ist der Feind. Zwar lassen hochwertige Uhren grundsätzlich keinen Staub eindringen, doch lässt sich nicht zu 100 % verhindern, dass feinste Partikel ins Innere der Uhr gelangen. Es empfiehlt sich daher, die Uhr in einer Box aufzubewahren, vorzugsweise in der Originalverpackung. Falls Sie eine hochwertige Automatikuhr besitzen, empfiehlt sich die Anschaffung eines Uhrenbeweger. Dieser schützt die Uhr nicht nur vor Staub, sondern hält sie durch ständige Rotation auch betriebsbereit. Dies ist besonders wichtig bei Uhren mit aufwendigen Komplikationen, um zu verhindern, dass das Uhrwerk buchstäblich einrostet und Sie später Unsummen in Reparaturen investieren müssen. Auf keinen Fall sollten Sie Ihre Uhr auf einem Lautsprecher oder einem Kühlschrank aufbewahren. Die von ihnen erzeugten Magnetfelder können mitunter sehr stark sein und im schlimmsten Fall das Uhrwerk beschädigen. Neben einer weitgehend staubfreien Aufbewahrung sollte die Luftfeuchtigkeit in den Räumen, in denen Ihre Uhr aufbewahrt wird, nicht zu hoch sein. Außerdem sollten helles Sonnenlicht sowie extrem hohe oder niedrige Temperaturen (unter 0 °C (32 °F) oder über 60 °C (140 °F)) vermieden werden.

Sorgfältiger Umgang im Alltag
Obwohl die meisten Hersteller behaupten, dass ihre Zeitmesser beim Sport oder bei der Gartenarbeit getragen werden können, ist dies bei einer wertvollen Präzisionsuhr schlichtweg unsinnig und kann nicht empfohlen werden. Selbst besonders robuste Kaliber und Gehäuse können durch starke Stöße beeinträchtigt werden, und die empfindliche Mechanik im Inneren der Uhr kann beschädigt werden. Im Zweifelsfall empfiehlt es sich daher, die Uhr abzunehmen oder zu Hause zu lassen, anstatt sich später über Kratzer am Gehäuse oder ein beschädigtes Uhrwerk ärgern zu müssen.
Wasser und Ihre Uhr
Praktisch jede Uhr trägt die Bezeichnung „wasserdicht“, „waterproof“ oder „étanche“, aber was bedeutet das für den Umgang mit Ihrem geliebten Zeitmesser? Der entscheidende Faktor dafür, bis zu welcher Tiefe eine Uhr wasserdicht ist, ist der Wasserdruck, dem die Uhr ausgesetzt werden kann. Als Faustregel gilt, dass eine Uhr ab 100 Metern (10 ATM) für Wassersport und ab 200 Metern (20 ATM) geeignet. Bitte beachten Sie auch, dass die Wasserdichtigkeit mit der Zeit nachlassen kann; daher ist es ratsam, einen Experten zu fragen, bevor Sie eine ältere Uhr mit ins Wasser nehmen. Wenn Ihre Uhr ausreichend wasserdicht ist, muss die Krone zuvor sorgfältig festgeschraubt oder in die neutrale Position gedrückt werden. Die Drücker eines Chronograph sollten niemals unter Wasser betätigt werden. Weitere Informationen zu diesem Thema finden Sie unter „Wie man die Wasserdichtigkeit richtig interpretiert“ und „Tipps zum Umgang mit Uhren in der Nähe von Wasser“.
Reinigung Ihrer Uhr
Wenn Ihre Uhr bis 3 ATM (30 Meter) wasserdicht ist, können Sie ein feuchtes Textiltuch verwenden; bei gröberem Schmutz oder schwer zugänglichen Rückständen nutzen Sie eine Zahnbürste und Seifenwasser. Um im letzteren Fall Rückstände zu vermeiden, sollten Sie die Uhr anschließend mit einem Tuch abtrocknen. Ein Armband aus Metall, Kautschuk oder Stoff kann natürlich zusammen mit dem Gehäuse gereinigt werden, während ein Lederarmband zuvor entfernt werden sollte. In jedem Fall sollte der direkte Kontakt mit Chemikalien vermieden werden. Daher sollten Sie auch auf Reinigungsmittel und Lösungsmittel verzichten, da diese die Oberflächenspannung zwischen Gehäuse und Glas verringern und somit dazu führen können, dass Wasser in das Gehäuse eindringt.
Regelmäßige Wartung
Das Uhrwerk einer Uhr „lebt“. Unruh, Anker und Co. sind ständig in Bewegung, und wo sich Teile bewegen, kommt es zwangsläufig zu zumindest geringfügigen Abnutzungserscheinungen. Doch kein Grund zur Sorge: Eine hochwertige Uhr ist in der Regel ein Begleiter fürs Leben, doch ähnlich wie bei einem Auto oder einem hochwertigen Musikinstrument sollte eine regelmäßige Wartung erfolgen. Es wird daher empfohlen, alle 5 bis 10 Jahre – bei erheblichen Gangabweichungen auch schon früher – eine vollständige Wartung durch einen professionellen Uhrmacher durchführen zu lassen. Dort wird Ihre Uhr zerlegt, gereinigt und mit einem speziellen Schutzschmiermittel geölt. Dies verringert die Reibung zwischen den einzelnen Teilen und erhöht in der Folge die Ganggenauigkeit der Uhr.



