Omega Planet Ocean vs. Breitling Superocean
SCHWIERIGE ENTSCHEIDUNG
In dieser Folge von „Schwierige Entscheidung“ tauchen wir tief in die Welt zweier bemerkenswerter Taucheruhren ein – nämlich der Omega Seamaster Planet Ocean und der Breitling Superocean. Omega und Breitling sind im Großen und Ganzen so unterschiedlich wie Tag und Nacht. Die eine strahlt den Luxus à la Le Locle aus, die Andere ist nicht weniger luxuriös, richtet sich aber eher an Abenteurer – sozusagen ein vergoldeter Action Man. Ja, es ist unwahrscheinlich, dass man Omega und Breitling im selben Satz sieht – geschweige denn in derselben Vitrine –, aber bei genauerem Hinsehen sind diese Marken gar nicht so unterschiedlich, wie man zunächst denken würde.
Man muss nur genauer auf einzelne Schlüsselmodelle eingehen. Anstatt beide Marken in ihrer Gesamtheit zu betrachten, sind zwei Uhren – die Omega Seamaster Planet Ocean und die Breitling Superocean – ein seltenes Beispiel für Synergie zwischen den beiden. Natürlich, hören wir Sie sagen, das sind Taucheruhren. Was stimmt. Allerdings könnten beide eher als Geschwister denn als entfernte Cousins betrachtet werden, da es in technischer Hinsicht mehrere Vergleichspunkte gibt.
Beachten Sie, dass wir von Geschwistern und nicht von eineiigen Zwillingen sprechen. Für jede Ähnlichkeit gibt es mehrere deutliche Unterschiede, die als Stärken oder Schwächen angesehen werden können: Es hängt ganz davon ab, was Sie tatsächlich von Ihrer Uhr erwarten. Um ein faireres Bild dieser Geschwisterrivalität zu zeichnen, haben wir die Omega Seamaster Planet Ocean und die Breitling Superocean einem direkten Vergleich unterzogen. Eine wirklich schwierige Entscheidung.
1. Geschichte

Aber zunächst einmal zum Anfang. Wie bei allen Gut Vergleichen ist es sinnvoll, die Geschichtsbücher zu wälzen und genau zu untersuchen, woher diese wegweisenden Uhren stammen. Und nein, die Antwort „Schweiz“ reicht nicht aus. Die Omega Seamaster
Planet Ocean wurde erstmals 2005 entwickelt und galt als direkter Nachfahre der Seamaster 300 – einer der ersten modernen Taucheruhren der Marke. Seitdem wurde die Planet Ocean in einer Vielzahl unterschiedlicher Größen und Farben mit jeweils unterschiedlichen Uhrwerken bei jeder Neuauflage weiterentwickelt. Sie ist zudem zu einer Art Lieblingsuhr des allseits beliebten britischen Spions geworden und war in „Casino Royale“ und „Quantum of Solace“ zu sehen. Ja, wir sprechen von James Bond, falls Sie es noch nicht erraten hatten. Aufgrund dieser geschichtsträchtigen Entwicklung gilt die Planet Ocean als eine der größten Taucheruhren aller Zeiten – keine geringe Leistung, wenn man bedenkt, wie viele solcher Uhren jedes Jahr auf den Markt drängen.
Für die Breitling Superocean ist das sicherlich eine hohe Messlatte, doch diese robuste Uhr steht ganz auf eigenen Beinen. Bis in die 1950er Jahre war die Manufaktur vor allem für die Herstellung ikonischer Fliegeruhren bekannt – ein Portfolio, für das Breitling wohl nach wie vor am bekanntesten ist –, doch die Superocean war eine kühne Erklärung, dass sie Taucheruhren ebenso gut herstellen kann. Das 1957 auf den Markt gebrachte Modell wurde im Laufe der Jahre so verfeinert, dass es geradezu absurden Wasserdrücken standhält, und die Marke würdigte das Modell 2007 mit einem speziellen Modell zum 50-jährigen Jubiläum. Sollte Limitierte Auflage jedoch etwas außerhalb Ihrer Preisklasse liegen, können Sie sich für die Hauptkollektion mit Gehäusegrößen von 42 mm bis 46 mm entscheiden.
2. Merkmale

Als Taucheruhren gibt es mehr Merkmale, die beide Modelle verbinden, als solche, die sie unterscheiden. Dazu gehören eine einseitig drehbare Lünette, Super-Luminova-Indizes für bessere Ablesbarkeit und die Wahl eines austauschbaren Kautschukarmbands – alles wesentliche Bestandteile dieser Uhrenklasse. Und natürlich verfügen beide über eine beachtliche Wasserdichtigkeit. Beachten Sie jedoch, dass es durchaus Unterschiede gibt, die bedeutend genug sind, um Ihre Entscheidung zu beeinflussen.
Die Seamaster Planet Ocean besticht durch ein Zifferblatt und eine Lünette aus Keramik: ein kostbares Material, das durch Ziffern und Skalierung aus Liquidmetal und Ceragold aufgewertet wird. Diese von Omega als Markenzeichen geschützten Materialien wurden speziell entwickelt, um die Uhren von Omega zu verstärken und sie gleichzeitig optisch ansprechender zu gestalten. Darüber hinaus verfügt die 43,55 mm große Omega Seamaster Planet Ocean 600 M Co-Axial Master Chronometer GMT (215.33.44.22.01.001) über die erste Bi-Keramik-Lünette der Manufaktur – einen kontrastierenden Schwarz-Weiß Ring, der die Tagesstunden von den Nachtstunden trennt. Die Planet Ocean-Uhren sind mit einem Heliumauslassventil ausgestattet. Diese Funktion ermöglicht es den Uhren, in großer Tiefe – genauer gesagt ab 600 m – über einen längeren Zeitraum einwandfrei zu funktionieren, was sie zum perfekten Begleiter für den nächsten epischen Tauchausflug macht.
Die Superocean ist nicht wie die Planet Ocean mit dem edlen Ceragold™ beschichtet. Sie ist jedoch robust. Die Wasserdichtigkeit einer Superocean-Uhr beginnt beim Superocean Chronograph (A13311D1/C971/161A) bei 200 m und reicht beim Breitling Superocean 44 Special (Y1739316/C959/158S/A20SS.1) bis zu beachtlichen 1000 m. Dazu gibt es entweder ein Stahlarmband in Gitteroptik oder ein perforiertes Kautschukarmband – eine leichte Abkehr von den üblichen dicken, sporttauglichen Uhren, an die wir gewöhnt sind. Hier ist eine Uhr, die genau das hält, was sie verspricht.
3. Ästhetik

Ästhetik: wohl die größte Gemeinsamkeit zwischen der Omega Planet Ocean und der Breitling Superocean. Zwar gibt es wenig Spielraum, um mit den Konventionen einer Taucheruhr zu spielen, doch lässt sich mit Farben experimentieren – insbesondere, da diese Art von Uhren meist als eher legere Wahl angesehen wird.
Allerdings war die Omega Planet Ocean erst mit dem Modell Co-Axial 2208.50.00 so richtig zur farbenfrohen Traumuhr geworden. Dieses spezielle Modell hat das klassische Design mit einer leuchtend Orange Lünette und passenden arabischen Ziffern neu interpretiert und damit eindeutig bewiesen, dass Omega mit der „verspielten“ Seite der Uhrmacherkunst genauso vertraut ist wie mit dem High-End-Luxussegment. Andere geht die Planet Ocean weitgehend auf Nummer sicher: traditionelles Schwarz, Blautöne und dezentes Branding. Nicht, dass an Klassik etwas auszusetzen wäre, natürlich.
Die Breitling Superocean unterscheidet sich davon nicht wesentlich. Obwohl sie ihrem Stil treu bleibt, setzt die Manufaktur bei Branding und Details stärker auf Opulenz als Omega. Breitling ist eben Breitling. Die Chronometer-Angaben werden stolz auf dem Zifferblatt präsentiert (und warum auch nicht), während einige Modelle wie die BRL 187 mit einem Vergoldet Gehäuse und einer durchgehenden Reihe römischer Ziffern auf der Lünette zum echten „Handgelenk-Trophäenstück“ werden. Wenn man bereits einen vierstelligen Betrag für eine Luxusuhr ausgibt, kann es Sinn machen, in etwas Auffälliges zu investieren.
4. Uhrwerk
Breitling und Omega sehen nicht nur gut aus – es geht nicht nur um das Aussehen. Jede Marke ist für ihre überragende Technik im Inneren des Gehäuses als Chronometer bekannt, und genau hier liegt der Wettbewerb dicht beieinander. Seit ihrer Einführung wurden verschiedene Uhrwerke in der Omega Seamaster Planet Ocean verbaut, doch mit jedem Neu Modell hat sich die Uhr schrittweise verbessert, da die Manufaktur ihre hauseigenen Uhrwerke weiterentwickelt. Die 43,5-mmGMT beispielsweise beherbergt ein brandNeu Master Chronometer GMT 8906 – ein präzises, vielgelobtes Uhrwerk, das die Seamaster Planet Ocean bis ins aktuelle Jahrzehnt vorangetrieben hat.
Die Breitling Superocean 42 hingegen verfügt über das Kaliber 17 – ein ETA-2824-Uhrwerk, das nicht hauseigen hergestellt wird. Zwar ist eine von der Marke selbst entwickelte und vorangetriebene Technik vorzuziehen, doch hat Breitling die Aufgabe der Uhrwerkfertigung an ETA ausgelagert: ein Unternehmen der Swatch Group, das Uhrwerke im Auftrag mehrerer großer Uhrenmarken herstellt. Es mag zwar nicht ganz das Niveau von Omega erreichen, doch verfügt die Superocean dennoch über eine beachtliche Technik.
Fazit

Es besteht kaum Hoffnung, eingefleischte Breitling- oder Omega-Fans ins gegnerische Lager zu locken. Diese Leidenschaft sitzt tief. Für alle, die in Sachen Uhren noch unentschlossen sind, kann die Entscheidung jedoch in der Tat schwierig sein.
Es hängt ganz davon ab, was man will. Omega beherrscht den klassischen Luxus sehr gut – Zeitmesser, die ohne viel Schnickschnack ein Statement setzen. Wer einen zurückhaltenden Stil bevorzugt, ist mit der Omega Seamaster Planet Ocean gut beraten, da sie für eine Taucheruhr relativ dezent bleibt.
Für andere kommt Zurückhaltung bei einer großen Investition niemals in Frage. Und wenn das Ihre Einstellung ist, könnte die Breitling die beste Wahl sein. Die Marke hat sich nie gescheut, ein klares Statement zu setzen, und das Glück ist sicherlich auf der Seite der Mutigen.
Sicherlich eine schwierige Entscheidung, aber wir lieben beide gleichermaßen. Sie haben sich jedoch vielleicht schon längst entschieden.
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