
Rolex-Vokabular (Teil 2): 10 Ausdrücke, die nur bei Rolex vorkommen
In Teil 1 unseres Rolexicons (Rolex-Vokabular: 10 Begriffe, die Sie unbedingt kennen sollten) haben wir bereits zehn gängige Rolex-Begriffe beleuchtet, die jeder eingefleischte Rolex-Fan kennen sollte. Ob Rolesor, Glidelock oder Chronergy – Rolex macht keine halben Sachen, wenn es um die Benennung seiner eigenen Legierungen und Uhrwerk Teile geht.
Heute wäre Rolex-Gründer Hans Wilsdorf sicherlich begeistert zu sehen, dass der Erfindungsreichtum seiner Marke noch lange nicht erschöpft ist. Wir stellen Ihnen daher zehn weitere Begriffe vor, die in Ihrem Uhren-Vokabular nicht fehlen sollten.
10. Oyster
Der Begriff Oyster entstand 1926, als Rolex die weltweit erste wasserdichte Uhr vorstellte. So weit, so Gut, aber warum der Name Oyster?
Der Legende nach hatte Rolex-Gründer Hans Wilsdorf einmal bei einer Dinnerparty Schwierigkeiten, eine Auster zu öffnen. Dies veranlasste ihn umgehend, die hermetisch verschlossene Uhr nach dem so schwer zu öffnenden Meeresfrüchte zu benennen. Nur ein Jahr später durchschwamm die junge Engländerin Mercedes Gleitze mit besagter Uhr zehn Stunden lang den Ärmelkanal, was die Uhr (und Gleitze) unbeschadet überstanden. Eine Tatsache, die Rolex in den folgenden Jahrzehnten nur allzu gut für große Medienwirksamkeit zu nutzen wusste.

9. Twin-/Triplock
Rolex ist sich seiner Erfolge bei der Wasserdichtigkeit im Bereich der Taucheruhren natürlich bewusst. Man denke nur an den Tauchgang in den Marianengraben im Jahr 2012, als James Cameron zum tiefsten Punkt der Erde aufbrach. An der Außenwand des Tauchboots befestigt war natürlich eine Rolex-Armbanduhr, die eine Tiefe von ganzen 10.908 Metern überstand. Dies entspricht einem Druck von 1.104 bar oder 12,35 Tonnen.

Die Kronen normaler Rolex-Taucheruhren müssen heute zwar nicht mehr ganz so viel Druck aushalten, doch auch diese sind technische Meisterwerke. Die 1953 eingeführten Twinlock-Kronen verfügen über zwei Dichtungen: eine in der Krone und eine im Uhrenrohr. Diese sind übrigens an einem Punkt, zwei Punkten oder einer Linie unter der Rolex-Krone zu erkennen. 1970 ging Rolex noch einen Schritt weiter und präsentierte das Triplock-System. Wie der Name schon sagt, basiert diese Lösung auf drei Dichtungen. Auch Triplock-Modelle sind auf den ersten Blick erkennbar, da sie – wenig überraschend – drei Punkte aufweisen.
8. Cosmograph
Cosmograph ist ein weiterer Begriff, den man nur bei Rolex findet. Der Neologismus tauchte erstmals in den 1950er Jahren auf und ist eine Anlehnung an das Wort „Kosmographie“, das einst die Beziehung zwischen Geografie, Geologie und Astronomie beschrieb. Obwohl der Begriff ursprünglich verwendet wurde, um eine Uhr mit einer Mondphase-Anzeige und Kalenderfunktion zu beschreiben, ist er heute zweifellos einer anderen Rolex-Ikone vorbehalten: der Rolex Daytona. Die ersten Daytona-Modelle mit der Aufschrift „Cosmograph“ auf der Tachymeter Lünette Datum stammen aus den frühen 1960er Jahren. Heutzutage steht der Begriff für Uhren mit der Chronograph Komplikation.

7. Perpetual
Die Vorreiterrolle von Rolex zeigte sich erneut im Jahr 1931, als das Unternehmen den weltweit ersten Automatikaufzug vorstellte. Während der Während die Konkurrenz noch auf „Bumper“-Uhrwerke Automatik setzte, die in puncto Effizienz deutlich unterlegen waren, hatte Rolex (genauer gesagt Aegler) bereits einen Automatikaufzug mit einer konzentrisch gelagerten Schwungmasse entwickelt, die die Aufschrift „Perpetual“ trug. Diese war zudem 15 Jahre lang patentrechtlich geschützt, was Rolex einen soliden Vorsprung verschaffte.
Noch heute weist das Wort „Perpetual“ im Namen darauf hin, dass es sich um eine Rolex-Uhr mit Automatikaufzug handelt.

6. Easylink
Der Begriff Easylink beschreibt ein zusätzliches Verlängerungselement im Verschluss bestimmter Modelle, das es dem Träger ermöglicht, sein Armband schnell und einfach um etwa 5 mm zu verlängern (oder zu verkürzen). Das Schnellverlängerungssystem wurde bereits 1996 von Rolex patentiert und zielt darauf ab, die Länge des Armbands für zusätzlichen Komfort einfach anzupassen. Der Mechanismus ist diskret im Verschluss versteckt und fällt nicht auf. Obwohl das Konzept seine Wurzeln im Tauchsport hat, ist die Funktion heutzutage ein willkommener Ausweg an heißen Sommertagen, an denen das Handgelenk aufgrund der Hitze etwas anschwellen kann.

Kleiner Hinweis: Nicht zu verwechseln mit dem Fliplock- oder Glidelock-Mechanismus, über den wir bereits in Teil 1 gesprochen haben.
5. Hulk
„Hulk“ steht natürlich stellvertretend für eine ganze Reihe von Spitznamen, die Uhrenfans verschiedenen Rolex-Modellen im Laufe der Jahrzehnte gegeben haben (mehr dazu hier). Insbesondere das Modell „Hulk“, das nichts anderes ist als eine Submariner Ref. 116610LV, erwies sich letztendlich als Publikumsliebling. Seine Einstellung im Jahr 2020 hat jedoch dazu geführt, dass die Preise auf dem Gebrauchtmarkt in schwindelerregende Höhen geschossen sind.

4. Mercedes
Nein, Hans Wilsdorf war kein heimlicher Bewunderer der deutschen Automarke. Vielmehr bezieht sich der Ausdruck auf den Stundenzeiger einiger Rolex-Modelle, der eindeutig dem Mercedes-Stern ähnelt. Die erste Uhr, die dieses unverkennbare Designmerkmal einführte, war übrigens eine Rolex Explorer 6150 aus dem Jahr 1953. Der Grund dafür war jedoch reiner Pragmatismus: Da Leuchtmasse damals noch in flüssiger Form aufgetragen wurde – bis in die 1960er Jahre radioaktives Radium, danach Tritium –, kam es beim Aushärten aufgrund der Oberflächenspannung regelmäßig zu Rissen. Um so viel Leuchtmasse wie möglich auftragen zu können, teilte Rolex den Kreis des Stundenzeigers daher in drei Felder auf. Die verblüffende Ähnlichkeit mit dem Mercedes-Stern war somit bestenfalls ein Zufall.

3. Austernstahl
Neben den wasserdichten Oyster-Gehäusen und den besonders robusten Oysterflex-Armbändern gibt es auch den legendären Oyster-Edelstahl. Rolex verwendet diese spezielle Legierung bereits seit 1985, doch erst seit 2018 wird sie offiziell als Oyster-Stahl beworben. Gebräuchlich ist auch die Bezeichnung 904L Edelstahl, was letztendlich ein und dasselbe bezeichnet. Lange Zeit hielt sich der Mythos, dass Austernstahl härter sei als herkömmlicher 316er-Edelstahl („Chirurgenstahl“), doch tatsächlich gibt es zwischen den beiden in Bezug auf Festigkeit und Härte keinen nennenswerten Unterschied. Was 904L-Edelstahl jedoch auszeichnet, ist seine höhere Korrosionsbeständigkeit und die Tatsache, dass er sich leicht polieren lässt.

2. Syloxi
Wenn man an moderne Rolex-Spiralfedern denkt, wird dem interessierten Leser sicherlich schnell die im Jahr 2000 eingeführte Parachrom-Spiralfeder in den Sinn kommen, die aus einer hauseigenen Legierung (bestehend aus einer Verbindung aus Niob, Zirkonium und Sauerstoff) gefertigt ist. Neben der auffälligen, blauen, patentierten Parachrom-Spiralfeder führt Rolex jedoch noch eine weitere Hochleistungsspiralfeder im Sortiment: Syloxi. Die Syloxi-Spirale wurde 2014 mit dem Kaliber 2236 eingeführt und gilt als besonders unempfindlich gegenüber Temperaturschwankungen und magnetischen Einflüssen, da sie aus einem Material aus Silizium und Siliziumoxid besteht (daher der Name Syloxi).

1. Paraflex
Was Gut ist das genaueste Kaliber der Welt, wenn es nicht sicher aufbewahrt wird? Richtig, nichts. Obwohl Rolex bereits seit den 1930er Jahren stoßdämpfende Uhrwerke einsetzt, um die empfindlichen Zapfen der Unruhwelle zu schützen, wurde das Paraflex-Stoßsicherungssystem erst 2005 eingeführt. Ziel ist es, die empfindliche Mechanik so gut wie möglich vor Stößen und Ähnlichem zu schützen.

Einer der bekanntesten Vertreter moderner Stoßschutzsysteme ist heute sicherlich das Schweizer Unternehmen Incabloc, doch Rolex ging natürlich noch einen Schritt weiter. Nach Angaben des Unternehmens erleichtert das symmetrische Design des Paraflex-Stoßschutzsystems den Ausbau und auch den Wiedereinbau bei Wartungsarbeiten. Wichtiger ist jedoch die Tatsache, dass dieses leistungsstarke Stoßschutzsystem Rolex-Uhrwerke bis zu 50 % widerstandsfähiger gegen Stöße macht als vergleichbare Lösungen.
Wenn Sie noch mehr über Uhren erfahren möchten, empfehlen wir Ihnen einen Blick in unseren Bereich „Watch 101: Uhrenwissen “.


