Schön von innen und außen: 3 Beispiele für Haute Horlogerie außerhalb der Schweiz
Wir stellen drei Uhrenmarken vor, die sich gegenüber ihren Schweizer Konkurrenten durchaus behaupten können:
3. Grönefeld aus den Niederlanden: Zwei Brüder im Dienste der Uhrmacherkunst
„Horological Brothers“ ist der Name, den sich das zweiköpfige Team aus den Niederlanden, Bart und Tim Grönefeld, gegeben hat. Zwar lassen sich die Uhrmacher-Gene im Stammbaum der Familie Grönefeld über 100 Jahre zurückverfolgen, doch der heutige Erfolg ist allein den Brüdern zu verdanken, die erst 2005 damit begannen, ihre eigenen Designs zu entwerfen. Und der Erfolg ist in der Tat beachtlich: Das Uhrmacherduo wurde bereits zweimal mit dem GPHG-Preis ausgezeichnet, 2014 und 2016.
Was macht ihre Uhren so besonders? Reicht „alles“ als Antwort?
Ohne sich in den Details darüber verlieren zu wollen, wie technisch ausgefeilt die Uhren der Brüder tatsächlich sind (Tourbillon, Deadbeat-Sekunde, Remontoire und so weiter und so fort), verkörpern sie die ideale High-End-Nischenmarke à la Kari Voutilainen oder Laurent Ferrier. Ihre Uhren sind perfekt gefertigt, haben eine eigene Designsprache und beschreiten gerade wegen ihrer Unabhängigkeit Neu Wege.

Uhren der Horological Brothers sind nichts für irgendwelche Neulinge, die mehr Geld als Verstand haben. Wer sich für eine Grönefeld-Uhr entscheidet, hegt höchstwahrscheinlich schon seit Langem eine tief verwurzelte Leidenschaft für Uhren und wünscht sich nun ein Produkt, das weit entfernt ist vom Mainstream, sowie eine Marke, die selbst manchen selbsternannten Uhrenexperten unbekannt ist.
2. Lang & Heyne aus Dresden: Hommage an den deutschen Adel
Sicher, wenn es um die besten Uhren aus Sachsen geht, denkt der versierte Leser automatisch an A. Lange & Söhne aus Glashütte. Und das aus Gut Grund: Ihre Uhren sind wahre Meisterwerke, die der Konkurrenz in Sachen Technik und Ästhetik weit überlegen sind. Dennoch kann sich ein Blick über den Box und jenseits der üblichen Verdächtigen durchaus lohnen.
Lang & Heyne ist ein Uhrenhersteller aus Dresden, der seit 2001 besteht. Das von Marco Lang und Mirko Heyne gegründete Haus hat sich schnell einen Ruf als echter Geheimtipp erworben – ein Hersteller, der weit unter dem Radar fliegt, aber von echten Kennern umso mehr geschätzt wird.

Das Erste, was bei Lang & Heyne-Uhren auffällt, ist die charakteristische Dreifach-Bandbefestigung, bei der sowohl bei 12 als auch bei 6 Uhr ein zusätzliches Glied am Uhrengehäuse befestigt ist. Andere Besonderheiten sind die klassisch inspirierten Zifferblätter, die alle an geschichtsträchtige Namen anknüpfen. Mit einer Lang & Heyne können Sie sich in die Gesellschaft von Friedrich III. begeben oder Augustus am Handgelenk tragen. (Für Interessierte findet sich hier eine vollständige Liste der verfügbaren Namen.)
Ehrwürdige alte Namen, herausragende Kernwerte. Mit einer fast schon lächerlichen Liebe zum Detail ist jede einzelne Uhr bis ins kleinste Detail ausgestattet. Vom Tourbillon über den Ein-Drücker-Chronograph bis hin zum integrierten Taschenrechner und einem Kalender, der sich bis zu 12 Jahrestage oder Geburtstage merken kann – diese Uhren haben einfach alles. Die Preise beginnen im fünfstelligen Bereich, was angesichts des hohen Niveaus der Raffinesse völlig gerechtfertigt ist.
1. Roger Smith von der Isle of Man: Bewahrung eines ganz besonderen Erbes
Die Isle of Man – Kronbesitz der englischen Krone und nur geringfügig größer als der Stadtstaat Bremen – ist eine Insel der Kontraste. Auf der einen Seite stehen der extreme Lärm und die unglaubliche Gefahr der legendären Isle of Man TT, für die Motorradrennfahrer gerne Leib und Leben riskieren, und auf der Andere Seite finden wir den Uhrmacher Roger Smith, dessen Sport unendlich viel ruhiger und besinnlicher ist.
Der gebürtige Engländer betreibt dort auf der Insel eine Uhrenwerkstatt, in der er seine gleichnamigen Uhren herstellt. Smith hatte einst das große Privileg, bei George Daniels, dem legendären Uhrmacher und Vater der Koaxialhemmung, in die Lehre zu gehen. Wer von den Besten gelernt hat, hat goldene Aussichten für die eigene Zukunft, und das trifft auf Roger Smith zweifellos zu

Die Kreationen des begabten Uhrmachers gehören zweifellos zu den besten der Welt. Und die Geduld, die Smith bei der Fertigung einer einzigen Uhr an den Tag legt, wird für einen potenziellen Käufer ebenso wichtig sein, da der Uhrmacher von der Isle of Man nur 10 Uhren pro Jahr fertigstellt. Der Grund dafür ist ganz einfach: Bei einer vertikalen Integration von 98 % wird fast jedes Bauteil der Armbanduhr von Hand gefertigt, und zwar nach den höchsten Qualitätsstandards.
Die Uhren selbst sind ebenso kompliziert, wie ihre Namen schlicht sind. Die Kollektionen sind – ganz ohne jegliche Überheblichkeit – als „Series 1“, „Series 2“ oder einfach „The Great Britain“ bekannt, doch hinter diesen Namen verbirgt sich Uhrmacherkunst par excellence. Ganz gleich, ob es sich um eine Dreizeigeruhr, Mondphase, eine Gangreserveanzeige oder einen Vollkalender handelt – diese Zeitmesser decken die gesamte Bandbreite an Komplikationen ab, und ihre Veredelung, die unter Verwendung traditionsreicher Verzierungstechniken erfolgt, ist auf demselben hervorragenden Niveau. Besser geht es einfach nicht.

