
Wird das Jahr 2020 den Hype um die deutsche CC100 beenden? Rolex stellt Neu Garantiekarte vor
Die Welt von Rolex steckt voller Kuriositäten. Die kleinsten Details, die Außenstehenden unglaublich trivial erscheinen müssen, entscheiden für andere darüber, ob sie ein Modell kaufen oder ablehnen. Warum sind beispielsweise Vintage-Daytonas mit einer „225“ auf der Lünette so teuer? Was um alles in der Welt ist ein „Flat 4“? Was ist der Grund dafür, dass eine Rolex mit der Bezeichnung „CC 100“ in Deutschland mehr kostet als Andere vergleichbare Modelle?
Die erste Frage lässt sich anhand eines unserer Artikel unter montredo.com/on-a-stroll-through-berlin-with-pierre-biver/" target="_blank">hier beantworten, die zweite durch eine kurze Google-Suche. Auf die dritte Frage werden wir nun jedoch näher eingehen und Ihnen erklären, warum sie in naher Zukunft ohnehin überflüssig werden könnte.
Rolex und seine Ländercodes
Der Sinn der Abkürzung CC 100 ist eigentlich ganz einfach. CC steht für „Country Code“ (Ländercode) und gibt auf der Rolex-Garantiekarte an, in welches Land die Uhr ursprünglich geliefert wurde. Tatsächlich gibt es eine riesige Bandbreite, die von „010“ für die Schweiz bis hin zu „907“ für das ehemalige NATO-Hauptquartier in Rheindahlen bei Mönchengladbach reicht.
Ein bestimmter Ländercode war für deutsche Rolex-Sammler schon immer von besonderem Interesse: CC 100. Während es für die Schweiz beispielsweise 23 Ländercodes gibt, hat Rolex Deutschland nur einen einzigen zugewiesen: CC 100.
Diese Tatsache macht Rolex-Uhren mit diesem CC natürlich bei deutschen Sammlern beliebt, auch weil diese Uhren mit deutschen Papieren geliefert werden. Allein dies ist für viele Liebhaber auf dem Sekundärmarkt einen beträchtlichen Aufpreis wert.
Dies könnte sich nun jedoch mit einer Neu Garantiekarte ändern.
Rolex als Nachzügler?
Breitling führte bereits 2013 eine erste elektronische Version ein, aber auch Andere Marken haben das scheinbar so langweilige Thema „Garantiekarten“ in der Zwischenzeit weiter verfeinert. Das „Hublotista“-Programm von Hublot beispielsweise gewährt Zugang zu exklusiven Veranstaltungen, und wer seine Garantiekarte beim „Care Program“ von IWC Schaffhausen registriert, ist ganze acht Jahre lang gegen mechanische Defekte der Uhr abgesichert.
Es war nur eine Frage der Zeit, bis Rolex seine eigene Garantiekarte aktualisieren würde. Im Jahr 2015 kam die letzte Generation auf den Markt, die folgende Informationen enthielt:
- Name des Rolex-Vertragshändlers
- Leerfeld für das Kaufdatum
- Leerfeld für den Namen des Käufers
- Ländercode (CC)
- Referenznummer
- Seriennummer
- Weitere Informationen zur Uhr, z. B. die Art des Armbands, falls erforderlich
Alles digital: 2020 bringt eine Neu Rolex-Garantiekarte
Rolex scheint die Zeit der Produktionsunterbrechung Gut genutzt zu haben. Die neu entwickelte Garantiekarte, von der nun erste Bilder im Internet kursieren, enthält offenbar nur die folgenden Informationen:
- Referenznummer
- Seriennummer
- Freifeld für das Kaufdatum
Mit dem Wegfall des Ländercodes und des Namens des Vertragshändlers dürfte das Verkaufsargument „CC 100“ künftig der Vergangenheit angehören – zumindest in Deutschland. Künftig wird niemand mehr wirklich an diese Informationen herankommen, ohne die Karte von einem autorisierten Händler digital auslesen zu lassen.
Es wird auch interessant sein zu beobachten, wie sich die Neu Garantiekarte auf den Wiederverkauf von Rolex-Uhren auswirken wird und ob der Graumarkt Grau betroffen sein wird. Das wird sich erst mit der Zeit zeigen.



