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Artikel: Emaille-Zifferblätter für alle: Uhren von anOrdain

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Emaille-Zifferblätter für alle: Uhren von anOrdain

Bei der Preisgestaltung einer modernen Luxusuhr stehen zunächst Aspekte wie Forschung und Entwicklung sowie – bei Uhren aus Edelmetallen – der reine Materialwert oder das filigrane Uhrwerk im Vordergrund. Standardisierte Elemente wie Saphirglas, das Gehäuse oder das Zifferblatt spielen hingegen eine untergeordnete Rolle.

Vacheron Constantin Enamel
Der Kreativität sind bei Emaille (fast) keine Grenzen gesetzt © Christie’s

Das könnte man meinen. Normalerweise trifft diese Einschätzung zu, doch wie so oft bestätigen Ausnahmen die Regel, insbesondere wenn es um Emaille-Zifferblätter geht. Im Gegensatz zu industriell gefertigten Zifferblättern, die aus einem Metallstück gestanzt und anschließend weiterverarbeitet werden, sind Emaille-Zifferblätter unterschätzte Meisterwerke, deren Herstellung enormes handwerkliches Können erfordert. Hier werfen wir einen kurzen Blick auf den zugrunde liegenden Herstellungsprozess, um zu verstehen, wie sich der hohe Preis rechtfertigt.


Was genau sind Emaille-Zifferblätter?

Zunächst einmal lässt sich sagen, dass es viele verschiedene Herstellungsverfahren gibt, die alle extravagante Namen wie Cloisonné, Champlevé oder Grisaille tragen. Als das gängigste gilt jedoch das Grand-Feu-Verfahren (auf Deutsch: großes Feuer), auf das wir in diesem Artikel näher eingehen werden.

Ohne in eine hochtechnische Erklärung abzuschweifen: Vereinfacht ausgedrückt handelt es sich beim Grand-Feu-Verfahren um ein spezielles Pulver, das auf einen Kupferrohling für das Zifferblatt aufgetragen wird. Dieser Rohling wird dann in einen Brennofen bei etwa 800 °C gegeben, sodass das Pulver schmilzt und sich auf den Rohling „einbrennt“. Dieser Vorgang wird so lange wiederholt, bis beispielsweise die gewünschte Farbe und Dicke erreicht sind.

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Der langwierige Brennprozess © anOrdain

Trotz aller Erfahrung ist es unglaublich schwierig, ein perfektes Grand-Feu-Emaille-Zifferblatt herzustellen, da es während des Brennvorgangs schnell platzen oder zerbrechen kann. Selbst Spezialisten wie Donzé Cadrans, die beispielsweise für Ulysse Nardin oder Patek Philippe produzieren, geben an, dass Ausschussquoten von bis zu 75 % durchaus üblich sind. Mit Andere Worten: Drei Viertel der hergestellten Zifferblätter können nicht an den Kunden ausgeliefert werden – so anspruchsvoll ist der Herstellungsprozess.

Das Ergebnis eines perfekten Emaille-Zifferblatts ist jedoch – im wahrsten Sinne des Wortes – unnachahmlich und die Mühe mehr als wert. Zwar lassen sich mit Andere Techniken, wie beispielsweise dem Lackieren, optisch ähnliche Ergebnisse erzielen, doch nichts kann mit dem strahlenden Glanz und der cremigen Textur echter Emaille-Zifferblätter mithalten.

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Der gebrannte Rohling beim Verlassen des Ofens © Speake-Marin


Emaille-Zifferblätter für jedermann?

Nun, die Herstellung solcher Zifferblätter ist zweifellos ein aufwendiges und daher teures Unterfangen, aber ist sie 10.000 € teuer? Wenn man Herstellern wie Ulysse Nardin, Breguet oder Jaeger-LeCoultre Glauben schenkt, ja.

Fragt man jedoch die jungen Schotten hinter anOrdain, käme sicherlich ein anderes Ergebnis heraus. Die Marke, deren Name vom am Straßenrand gelegenen Loch an Ordain in den schottischen Highlands inspiriert wurde, hat sich die Herstellung preiswerter Grand-Feu-Emaille-Zifferblätter zur Aufgabe gemacht – und das mit großem Erfolg.

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Modell 1 in Iron Creme © anOrdain

Heute bietet die Marke zwei Kollektionen an: Model 1 und Model 2, die beide zeitgemäße Durchmesser von 36 bzw. 38 mm aufweisen und mit Sellita-Kalibern ausgestattet sind. Für das Einstiegsmodell verlangt anOrdain Gerecht 1.320 £ (ca. 1.430 €), dafür erhält man jedoch eine sehr ansprechende Automatikuhr mit einem echten Grand-Feu-Zifferblatt. Ziemlich cool.

Wer „Mikromarken“ nicht mag, findet emaillierte Zifferblätter auch bei etablierten Marken. Seiko beispielsweise hat in seiner Presage-Kollektion ebenfalls eine Uhr mit Weiß Emaille-Zifferblatt im Angebot, die Referenz SPB047, deren UVP bei 1.100 € liegt.

Seiko SPB047
Wie so oft hat Seiko den Rücken frei.


Fazit

Die meisten Uhren mit Emaille-Zifferblättern liegen jenseits der vierstelligen Preisklasse, da die Herstellung äußerst komplex, zeitaufwendig und daher teuer ist. Wenn Sie dem Charme dennoch erlegen sind (und nicht drei Monatsgehälter dafür ausgeben möchten), sind die Emaille-Experten von anOrdain die beste Wahl. Für unter 2.000 €, je nach Modell und Ausführung, können Sie eine der traditionsreichsten Techniken der Uhrmacherkunst zu einem äußerst Gerecht Preis an Ihr Handgelenk holen.