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Artikel: Uhr mit Handaufzug vs. Automatik

Hand Wound vs. Automatic Watch

Uhr mit Handaufzug vs. Automatik

FUNKTIONALITÄT ODER LEIDENSCHAFT


Auch wenn sich das Uhrwerk weitgehend gegenüber dem Handaufzugswerk durchgesetzt hat, schlägt das Herz vieler Uhrenliebhaber nach wie vor für die ursprüngliche Variante mit Aufzugskrone. Die Vor- und Nachteile der beiden mechanischen Uhrwerkstypen sind nicht nur auf rationaler Ebene, sondern auch auf einer sehr emotionalen Ebene präsent. Doch welchem wird der Vorzug gegeben? Dem puristisch-archaischen Uhrwerk oder dem Automatikwerk, das durch kleine, aber wirkungsvolle Innovationen weiterentwickelt wurde? Viel Spaß bei unserem kurzen Vergleich.


Die Praktikabilität einer Automatikuhr

Wenn man so will, ist die Automatikuhr der logische nächste Schritt nach dem Uhrwerk. Sie ist die neueste technologische Errungenschaft, die eine „scheinbar ewige Bewegungsmaschine“ am Handgelenk ermöglicht. Aus rein funktionaler Sicht ist sie zweifellos äußerst nützlich, wenn man seine Uhr nicht mindestens jeden Andere Tag aufziehen muss. Eine Automatikuhr ist im Alltag sinnvoll, wenn sie täglich oder fast täglich getragen wird. Andernfalls kann der geliebte Zeitmesser, der von einem Rotor angetrieben wird, in einem Uhrenbeweger aufbewahrt werden. Dieser simuliert das Tragen der Uhr, und die Hauptfeder wird kontinuierlich aufgezogen, um den Gang der Uhr aufrechtzuerhalten.


Das Handaufzugswerk – das ursprünglichste aller Uhrwerke

Der offensichtlichste Nachteil einer Uhr mit Handaufzug gegenüber einer Automatikuhr ist natürlich die Notwendigkeit, die Uhr regelmäßig aufzuziehen. Für jemanden, der die Uhr in erster Linie als alltäglichen Gebrauchsgegenstand betrachtet, mag dies durchaus der ausschlaggebende Grund sein, vom Kauf einer Uhr mit Handaufzug abzusehen. Zwar ist das Aufziehen der Krone keine große Sache, doch es sind oft die vielen kleinen Dinge, die im Alltag als unnötiger Ballast empfunden werden können. Für den Uhrenliebhaber, für den Uhren mehr sind als nur ein Gebrauchsgegenstand zur Zeitmessung, ist der Vorgang des Aufziehens oder In-Gang-Setzens einer Uhr jedoch ein regelrechtes Ritual: Er erinnert an die komplexe Technik, die im Inneren der Uhr verborgen ist. Dadurch entsteht eine Vertrautheit mit dem geliebten Alltagsbegleiter, auf die viele Uhrenliebhaber nicht verzichten möchten. Vielleicht lässt sich dies am besten mit der Vorliebe für ein Schaltgetriebe im Auto vergleichen. Zweifellos stellt das Automatikgetriebe eine technologische Weiterentwicklung dar, doch viele entscheiden sich bewusst dagegen, weil sie nicht auf den Akt des manuellen Gangwechsels verzichten möchten. Genau wie bei Autos sind Uhren Objekte für Liebhaber, weshalb sich der Umgang mit ihnen nicht auf rein rationale Aspekte reduzieren lässt.


Ästhetik und Langlebigkeit

Zwei Argumente für eine Uhr mit Handaufzug sind jedoch durchaus rational: Einerseits lassen sie sich aufgrund des fehlenden Rotors deutlich flacher gestalten, weshalb der Träger bei eleganten Anlässen, bei denen meist eine zurückhaltendere Uhr erwünscht ist, häufig auf eine Uhr mit Handaufzugswerk zurückgreift. Andererseits versperrt bei Handaufzugsuhren der Rotor nicht den Blick auf das mechanische Herz, sodass man – zumindest wenn der Gehäuseboden aus Glas besteht – den Räderwerkzug, der sich Zahn für Zahn bewegt, uneingeschränkt betrachten kann. Und Nachteile? Ein Nachteil der Handaufzugsuhr ist die Tatsache, dass sich die Kronendichtung durch das Aufziehen der Uhr abnutzen kann. Zwar sind sie bei hochwertigen Uhren sehr robust ausgelegt, doch selbst bei einer Qualitätsuhr kann jahrzehntelanger Gebrauch die Wasserdichtigkeit beeinträchtigen. Im Allgemeinen kann es vorkommen, dass die Kronendichtung nach jahrelangem Gebrauch ausgetauscht werden muss, während der Rotor einer hochwertigen Automatikuhr kaum Verschleißerscheinungen aufweist. Eines ist jedoch klar: Die Handaufzugsuhr ist keineswegs ein veraltetes Relikt vergangener Uhrengenerationen, sondern eine attraktive Alternative zu Automatikuhren. Wer weder auf den Komfort einer Automatikuhr noch auf den völlig ungehinderten Blick auf das Innenleben seiner Uhr verzichten möchte, hat immer noch die Wahl einer Uhr mit dezentralem Mikrorotor. Der sportliche Uhrensammler sollte jedoch bereits beide Uhrwerkstypen in seiner Sammlung haben.