
8 Mythen und Irrtümer über TAG Heuer
MYTHEN ENTHÜLLEN
TAG Heuer war schon lange vor der Einführung des mittlerweile berühmten Calibre 11 im Jahr 1969 in aller Munde. Eine reiche Vergangenheit kann mit Gerüchten gespickt sein. Hier sind unsere Top 8 der Mythen und Missverständnisse rund um TAG Heuer.
Mythos 1: Die TAG Heuer „Stoppuhr“ war die erste Uhr im Weltraum.
Die erste Uhr im Weltraum war tatsächlich die Poljot Sturmanskie und nicht die TAG Heuer-Stoppuhr. Allerdings war die TAG Heuer-Stoppuhr die erste Schweizer Uhr im Weltraum und auch die erste, die die Erde mindestens einmal umkreiste.
Mythos 2: TAG Heuer ist für die Erfindung des Chronograph verantwortlich.
Auch wenn TAG Heuer ein Synonym für hochwertige Chronographen ist, war das Unternehmen nicht der Erfinder dieser Uhren. Im Jahr 1816 wurde der erste Chronograph von Louis Moinet entwickelt – fast ein halbes Jahrhundert vor der Gründung von Heuer. Der Hersteller spielte jedoch dank der Erfindung des ersten Schwingrads durch Edouard Heuer eine entscheidende Rolle bei der Entwicklung des modernen Chronograph. Mit zwei unterschiedlichen Zahnrädern fungierte es als eine Art Kupplung für die gestoppte Sekunde und wird auch heute noch häufig verwendet. Das ETA/Valjoux 7750 ist wahrscheinlich das weltweit am häufigsten verwendete mechanische Uhrwerk.

Mythos 3: Steve McQueen trug privat eine Heuer Monaco.
In dem (zumindest unter Uhrenliebhabern) kultigen Film „Le Mans“ machte Steve McQueen die Heuer Monaco berühmt. Auch heute noch ist sie die bekannteste quadratische Uhr der Welt und untrennbar mit dem Namen des „King of Cool“ verbunden. In seinem Privatleben trug Steve McQueen jedoch fast ausschließlich seine Rolex Submariner No Datum Ref. 5512.
Mythos 4: Das Kaliber 11 war das erste Uhrwerk mit Automatikaufzug.
Die Debatte darüber, welches genau das erste AutomatikChronographUhrwerk der Geschichte war, dauert nun schon fast ein halbes Jahrhundert an. War es das Seiko 6139, das El Primero oder sogar das Kaliber 11? Obwohl oft behauptet wird, dass die Entwicklung des Kalibers 11 bereits lange vor der Markteinführung des El Primero und des Seiko 6139 (das zunächst auf Japan beschränkt war) abgeschlossen war, wird im Allgemeinen das El Primero als das erste anerkannt. Der Grund dafür ist, dass die Eigenentwicklung von Zenith bereits einige Wochen vor der Vorstellung der 6139 und des El Primero im Jahr 1969 abgeschlossen war.
Mythos 5: Das Kaliber 11 wurde Andere in der Monaco verwendet.
Das Kaliber 11 wird stets mit der TAG Heuer Monaco in Verbindung gebracht, was zu der Annahme geführt hat, dass das Kaliber nicht in Andere Modellen zum Einsatz kam. Tatsächlich gibt es jedoch zahlreiche Autavias und frühe Carreras, die mit diesem klassischen Uhrwerk ausgestattet sind. Unter Sammlern sind vor allem jene Modelle besonders begehrt, die nach der ersten Einführung des Kalibers 11 auf den Markt kamen. Diese tragen das Logo „Chronomatic“ und wurden kurz darauf mit der Bezeichnung Automatik Chronograph versehen.
Mythos 6: Die Krone des Kalibers 11 war auf der linken Seite positioniert, damit sie den Träger nicht störte.
Die Modelle Monaco und Carrera verkörpern den Rennsport der 60er und 70er Jahre wie kaum Andere Modelle. Gelegentlich wird behauptet, die Krone sei bei 9 Uhr positioniert worden, damit sie bei angewinkeltem Handgelenk nicht gegen den Handrücken drückt. Zum Beispiel beim Drehen des Lenkrads eines Autos. Dies ist jedoch weder der genaue Grund, noch hat es etwas mit Steve McQueens Gewohnheit zu tun, die Uhr am rechten Handgelenk zu tragen.
Ein weiteres Missverständnis ist, dass die Position der Krone eigentlich nur ein Designelement war, um die Einzigartigkeit der Uhr zu betonen. Tatsächlich handelte es sich jedoch eher um eine technische Notwendigkeit. Das Chronographenmodul von Dubois-Dépras konnte nur so auf das MikrorotorUhrwerk von Buren montiert werden, dass die Drücker auf der der Krone gegenüberliegenden Seite angeordnet werden mussten. Da die Drücker beim Tragen jedoch häufiger betätigt werden, entschied sich TAG Heuer dafür, die Krone auf der linken Seite zu platzieren und nicht die Drücker. Heute ist die Krone ein wesentliches Merkmal und ein großer Teil der Faszination des Calibre 11.
Mythos 7: Die Neuauflage des Calibre 11 entspricht der Originalversion.
Die überarbeitete Version versucht, das ursprüngliche Calibre 11 so weit wie möglich wiederzubeleben. Es gibt jedoch eine ganze Reihe von Unterschieden, da sich sowohl die Technologie als auch die Verfügbarkeit von Ébauches (unmontierten Uhrwerken) und Komponenten im Laufe der Zeit verändert hat. Während das erste Calibre 11 aus dem Jahr 1969 auf einem Buren 1281 basiert, kommen in den Neu Interpretationen auch das ETA 2892 und das Sellita SW300 zum Einsatz. Beide Modelle zeichnen sich durch die Verwendung eines Chronographenmoduls von Dubois-Dépraz, eine Bi-Compax-Anordnung der Hilfszifferblätter mit angehaltener Stundenanzeige und insbesondere die markante, linksseitige Krone aus.
Mythos 8: In den ersten Carrera-Modellen wurde Radium als Leuchtmaterial verwendet.
Es ist allgemein bekannt, dass Leuchtuhren bereits vor der Einführung von Luminova und SuperLuminova mit dem Buchstaben „T“ für Tritium gekennzeichnet wurden. Die Markierung selbst befand sich nicht im unteren Bereich des Zifferblatts, sondern in der oberen Hälfte des Hilfszifferblatts bei 6 Uhr. Dies unterschied sich deutlich von Andere Schweizer Uhrenmodellen. Häufig wird angenommen, dass in den frühesten Carrera-Modellen Radium anstelle von Tritium als Leuchtmaterial verwendet wurde, da sie keine „T“-Kennzeichnung aufweisen. Heute sind sich jedoch fast alle einig, dass das fehlende „T“ kein Hinweis auf Radium ist, sondern lediglich auf eine fehlende Leuchtbeschriftung hindeutet, die es zu jener Zeit noch nicht gab.

