Rolex-Vokabular: Diese 10 Ausdrücke musst du kennen

By Montredo in Lifestyle
November 15, 2020
Rolex-Vokabular: Diese 10 Ausdrücke musst du kennen

Die meisten Ausdrücke in der Uhrenindustrie sind allgemeingültig, ungeachtet der Marke oder Uhr. Doch die Marke Rolex spielt mal wieder nach ihren eigenen Regeln, wie bereits unser Spitznamen-Artikel andeutete. Bei den Genfern kommen nämlich Baugruppen oder Materialien ganz eigene Bezeichnungen zu.

In unserem Rolexicon (Teil 1) stellen wir dir 10 gängige Ausrücke vor, die lediglich im Rolex-Kosmos vorkommen und die du auf jeden Fall kennen solltest.

10. Cerachrom

Den Anfang macht Cerachrom, ein von Rolex patentierter Ansatz für eine besonders resistente Hochleistungs-Keramiklünette. In Cerachrom stecken die beiden Wörter “Keramik” und “Chrom” (altgriechische Wort für Farbe), was es bereits ziemlich gut auf den Punkt bringt. Während früher z.B. noch mit farbigen Aluminiumeinlagen gearbeitet wurde, die mit der Zeit ausbleichen konnten (siehe Rolex Hulk), sind die Cerachrom-Lünetten praktisch unzerkratzbar. Auch Probleme wie ein Ausbleichen der Farbe, bedingt durch Faktoren wie UV-Einstrahlung, gehören fortan der Vergangenheit an.

Rolex Cerachrom

9. Chronergy

Etwas technischer wird es mit Chronergy, denn dahinter versteckt sich eine innovative Weiterentwicklung der Schweizer Ankerhemmung. Eine kurze technische Einordnung: Als Knotenpunkt zwischen Unruh und Räderwerk ist eine Hemmung eine der am stärksten belasteten Komponenten eines Uhrwerkes, denn sie reguliert unentwegt die kontrollierte Weitergabe der Energie. Umso wichtiger ist daher eine Hemmung, die unbeeindruckt von Magnetismus und Temperaturschwankungen unbeirrt ihrer Arbeit nachgeht. Dies ist Rolex mit der Chronergy-Hemmung gelungen, die 2015 erstmals vorgestellt wurde. Nahezu unempfindlich gegen Magnetfelder und mit 15% höherem Wirkungsgrad ist dies die neueste Generation an Rolex-Hemmungen.

Rolex Chronergy Escapement Rolex

8. Chromalight

Insbesondere sportlichere Uhrenmodelle, seien es Flieger- oder Taucheruhren, besitzen naturgemäß reichlich Leuchtmasse auf Indizes und Zeigern, denn nur so konnte auch unter schwierigen Lichtverhältnissen stets eine gute Ablesbarkeit gewährleistet werden. Während Seiko beispielsweise über LumiBrite verfügt und der Rest der Uhrenindustrie sich i.d.R. mit Super-LumiNova genügt, setzt Rolex auf Chromalight. Dahinter verbirgt sich ein phosphoreszierendes Pulver, welches mit Flüssigharz gemischt wird, um dann auf Zifferblätter, Zeiger und Marker aufgetragen zu werden. Nicht nur gilt Chromalight als besonders leuchtstark, sondern auch als sehr ausdauernd.

Rolex Chromalight

7. Cyclops

Was bei anderen Herstellern die Datumslupe ist, hört bei Rolex auf den Namen Cyclops. Der Ausdruck bezeichnet die kleine Linse, die das Datumsfenster bei drei Uhr vergrößert – übrigens mit dem Faktor 2,5. Der Legende nach landete beim Händewaschen ein Tropfen Wasser auf dem Glas von Rolex-Gründer Hans Wilsdorf, woraufhin dieser das Potenzial erkannte. 1954 wurde die Cyclops-Lupe erstmals bei einer Rolex Datejust vorstellig.

Rolex Cyclops Rolex

6. Everose

Dass Rolex über eine eigene Gießerei verfügt, haben wir bereits in einem vorherigen Artikel diskutiert (s. Wie viel Gramm Gold stecken eigentlich in einer Gold-Rolex?). Eine eigene Gießerei wiederum kann nur eines bedeuten: eine eigene Legierung. Everose bezeichnet nämlich eine Rolex-eigene, 18-karätige Roségoldlegierung, die aus Gold, Platin und Kupfer besteht. Diese ist nicht nur ein optisches Schmankerl, sondern auch besonders widerstandsfähig und farbecht.

Rolex Everose Gold

5. Glidelock

Die Glidelock-Funktion in der Schließe einiger Rolex-Modelle ist ohne Frage eine der nützlichsten Erfindungen für den Alltag, die Rolex im Sortiment hat. Die Idee ist, dass sich das Armband durch eine Schiebemechanismus in der Schließe im Handumdrehen in 2-mm-Schritten anpassen lässt, sprich verlängern oder verkürzen lässt. Insbesondere an heißen Sommertagen, wenn das Handgelenk durch steigende Temperaturen „leicht anschwillt“, verspricht die Glidelock-Funktion so schnelle Abhilfe bei zu eng werdenden Armbändern.

Rolex Glidelock

Übrigens: Nicht zu verwechseln mit dem Fliplock-Verlängerungs­element, das weitere 26mm auf einmal aus dem Edelstahlarmband holt und für Neopren-Anzüge konzipiert wurde.

4. Oysterflex

Was auf den ersten Blick den Anschein eines ganz normalen Kautschuk-Armbandes erweckt, ist in wirklich eines der hochwertigsten und langlebigsten Armbänder auf dem ganzen Markt. Was man nicht sieht: Die Oysterflex-Armbänder haben im Inneren einen Metallkern aus einer Titan/Nickel-Legierung, der dem Band die nötige Stabilität und Elastizität verleiht. Dieser ist wiederum von einem angenehm zu tragenden Elastomer umhüllt ist. Erstmal kamen die robusten Oysterflex-Armbänder bei den Yacht-Master 40-Modellen im Jahr 2015 zum Einsatz.

Rolex Oysterflex

3. Parachrom

Der Oszillator, also die Kombination aus Unruh und Spiralfeder, ist der gangregelnde Mechanismus einer mechanischen Uhr. Insbesondere der Feder kommt dabei eine überaus wichtige Aufgabe zu (mehr dazu hier), weshalb Rolex keine Kosten und Mühen gespart hat, eine technisch innovative Lösung zu entwickeln. Der Name: Parachrom. Die 2005 vorgestellte und charakteristisch blaue Spiralfeder mit Breguet-Endkurve war das Ergebnis einer fünfjährigen Forschungsphase, die sich ausgezahlt hat. Sie ist widerstandsfähig gegenüber Magnetfeldern und hält Erschütterungen deutlich besser stand, als konventionelle Spiralfedern.

Rolex Parachrom

2. Rolesor

Wenn Rolex im Volksmund genannte Bicolor- bzw. Two-Tone-Uhren produziert, spricht das Unternehmen selbst von Rolesor-Modellen. Rolesor beschreibt also im Grunde genommen nichts weiter als eine Uhr, bei der die Material Gold und Edelstahl miteinander kombiniert werden. Das Gold ist dabei wahlweise Gelbgold oder Everose, bei dem Edelstahl hingegen handelt es sich stets um 904L-Oyster Steel. Den Namen „Rolesor“ hat Rolex bereits 1933 schützen lassen.

Rolex Rolesor Datejust

1. Rolesium

Ein hartnäckiger Irrglaube ist, dass Rolesor ein Material bzw. eine Legierung sei. Dem ist jedoch nicht so. Während Rolesor eine Kombination aus Gold und Edelstahl beschreibt, deutet Rolesium nämlich lediglich eine Kombination aus Platin und Edelstahl an. Bereits im Jahr 1999 kam Rolesium zum ersten Mal bei der Rolex Yacht-Master Ref. 16622 zum Einsatz.

Rolex Yachtmaster 126622

Noch mehr Rolex-Termini findest du in unserem Rolexicon – Teil 2.


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Vorherige Kommentare (6)

  1. Ehre wem Ehre gebührt. Während viele Marken nur off-the-shelf-Lösungen einkaufen, entwickelt Rolex lieber selber etwas (was oftmals überlegen ist). Nach Jahren der Entwicklungszeit und hohen Kosten würde ich das Produkt dann auch nicht einfach bloß „Hemmung“ oder „Leuchtmasse“ nennen wollen.

    November 11, 2020
  2. Bin immer noch hin- und hergerissen. Auf der einen Seite finde ich dieses ganze Gehabe extrem affig, auf der anderen Seite würde ich liebend gerne selber eine Krone tragen… I don’t know.

    November 18, 2020
  3. Sehr schöne Übersicht, freue mich auf Part 2. 👍

    Dezember 11, 2020
  4. Schade, dass nicht mehr Modelle die Glidelock-Funktion haben. Finde Fliplock für den Alltag eher unpaktisch, weil die 26mm einfach zu viel sind, aber 1-2 Schritte mit Gleitschließe machen da schon einen riesen Unterschied in puncto Tragekomfort!

    Dezember 15, 2020
  5. Marketing-BS, nichts weiter.

    Januar 5, 2021
  6. Den wichtigsten Ausdruck vergessen:
    11. Warteliste 😂

    Januar 6, 2021

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